Debakel bei Vorwahlen

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Des Moines- Der Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg liegt bei der ersten Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen voraussischtlich vorne. Buttigieg kam nach Auszählung von 62 Prozent aller Wahlbezirke im Bundesstaat Iowa auf die meisten Delegiertenstimmen - gefolgt vom linken Senator Bernie Sanders, wie die Demokratische Partei in Des Moines am späten Dienstagaben (MESZ) nach langem Warten mitteilte.

Iowa sollte der große Auftakt für den Vorwahlreigen der Demokraten sein, eine Kampfansage an den Amtsinhaber Donald Trump, der Start für das demokratische Rennen um die Wiedereroberung des Weißen Hauses. Doch die erste Vorwahl der US-Demokraten ist zum Debakel geworden: Die Partei sah sich wegen technischer Fehler nicht im Stande, Wahlergebnisse zu veröffentlichen. Den gesamten Wahlabend über und in der Nacht herrschte Ratlosigkeit. Auch am Tag danach ließ die Demokratische Partei das Land lange weiter im Ungewissen, wer die Abstimmung gewonnen hat.

Der US-Präsident ließ seinem Spott über die Demokraten am Dienstag in einer ganzen Serie von Tweets freien Lauf. Die Abstimmung bei den Demokraten sei ein "komplettes Desaster", schrieb Trump da. Die Demokratische Partei habe vollkommen versagt. Er frage sich, wann die Demokraten anfingen, Russland für das Debakel verantwortlich zu machen, anstatt ihre eigene Inkompetenz.

Aber auch Kommentatoren jenseits der Republikaner fällten ein wenig schmeichelhaftes Urteil: Peinlich sei das Ganze, eine Blamage, ein unglaubliches Versagen. Und die demokratischen Präsidentschaftsbewerber waren ebenfalls nicht erfreut. Sie reagierten enttäuscht, frustriert und verärgert auf die nicht enden wollende Verzögerung. Der Schwung, den sie sich von dem Vorwahlauftakt in Iowa erhofft hatten, wurde jäh ausgebremst.

Was ist passiert? Bei Parteiversammlungen hatten Demokraten und Republikaner in Iowa am Montagabend (Ortszeit) darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Das Prozedere bei diesen Caucus-Treffen ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel. Es war mit späten Ergebnissen gerechnet worden, eine derartige Verspätung hatte aber niemand vorausgesehen.

Am Dienstagvormittag (Ortszeit) dann veröffentlichte die Partei eine weitere Stellungnahme, in der sie einen Programmierfehler als Grund für das Chaos nannte - und erklärte, Ziel sei es, die Ergebnisse "so schnell wie möglich" im Laufe des Dienstages bekannt zu geben. dpa " Seite 4, 5

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