Schon für die Kleinsten könnte ab dem kommenden Jahr ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen.
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Schon für die Kleinsten könnte ab dem kommenden Jahr ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen.

Impfkampagne

Corona-Impfung für Kleinkinder? Kinderarzt stellt Prognose auf

  • Alexander Gottschalk
    VonAlexander Gottschalk
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Ein führender Mediziner glaubt, dass es schon in Kürze einen Corona-Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren geben wird. Studienergebnisse stehen allerdings noch aus.

Berlin – Kinderarzt Florian Hoffmann rechnet damit, dass es ab 2022 einen Corona-Impfstoff für Säuglinge geben wird. „Wir gehen fest davon aus, dass es ab kommendem Jahr Impfstoffe für alle Altersklassen geben wird, sogar zugelassen bis hin zu Neugeborenen“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) im Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Aktuell liefen bereits entsprechende Studien der Hersteller Biontech und Moderna, zum Teil sogar mit Säuglingen. Einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren erwarte er bereits Ende 2021.

Corona-Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren: Angepasste Dosis

Seit Mitte August empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren. Zugelassen sind dafür die Impfstoffe von Biontech und Moderna. Wenn nun von einem Corona-Impfstoff für jüngere Kinder bis hin zu Babys die Rede ist, bedeutet dies jedoch nicht, dass die Hersteller ein neues Vakzin entwickeln. Auch wer noch keine zwölf Jahre alt ist, soll den Impfstoff bekommen, der auch Erwachsene gegen Sars-CoV-2 schützt. Allerdings, so erklärt es auch Hoffmann, dürft die Impfstoffdosis angepasst werden – abgestimmt auf Körpergröße und Immunsystem der Kinder.

Corona-Impfungen bei Kindern: Studienergebnisse im Herbst?

Biontech und Moderna arbeiten seit Monaten an Studien, in denen ihre mRNA-Impfstoffe an tausenden Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren getestet werden*. Noch im Herbst könnten erste Ergebnisse vorliegen. Danach braucht es eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA). In Deutschland muss schließlich die Stiko entscheiden, ob sie die Corona-Impfung für Kinder unter zwölf Jahren empfiehlt. Dass sich die Stiko mit ihrer Empfehlung für ältere Kinder bis August Zeit gelassen hatte, hatte im Frühjahr und Sommer für große Unsicherheit gesorgt.

Corona-Impfungen bei Kindern notwendig? Schulstart befeuert Debatte

Ob Kinder überhaupt eine Impfung gegen Corona brauchen, ist umstritten, weil schwere Krankheitsverläufe bei ihnen selten sind. Durch den Schulstart gewann die Debatte zuletzt aber erneut an Fahrt. Wie beispielsweise rund um die Universitätsstadt Gießen sind die Infektionsraten unter Kindern und Jugendlichen vielerorts bereits jetzt höher als im Durchschnitt*. Die Gesundheitsämter gehen davon aus, bald noch mehr Ansteckungen zu sehen. Prominente Gesundheitsexperten, wie der SPD-Politiker Karl Lauterbach, befürchten eine „Durchseuchung der Kinder“. Wie stark diese von Long Covid betroffen sind, ist nicht geklärt (ag mit dpa) *fr.de und giessener-allgemeine.de sind Angebote von IPPEN.DIGITAL.

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