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Corona prägt Ostern weltweit

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Christen weltweit verfolgten die Osterbotschaften nur aus der Ferne im Internet und Fernsehen. Der Papst feierte im Petersdom mit ganz wenigen Menschen. Franziskus redet besonders den Politikern in den EU-Staaten ins Gewissen.

Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft einen Kurswechsel der Politik weltweit und ein Ende des Egoismus gefordert. Angesichts der Corona-Pandemie ermahnte das katholische Kirchenoberhaupt die Europäische Union zu mehr innerer Solidarität. Im fast leeren Petersdom sagte Franziskus am Sonntag: "Gleichgültigkeit, Egoismus, Spaltung und Vergessen sind wahrlich nicht die Worte, die wir in dieser Zeit hören wollen." Der Papst spendete zudem den Segen "Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Erdkreis. Die Zeremonie wurde weltweit im Internet gezeigt. In Deutschland verfolgten 1,55 Millionen Menschen (12,8 Prozent) die Fernsehübertragung in der ARD. Pilger durften in Rom wegen der Gesundheitskrise nicht teilnehmen. An die Adresse der Politiker gewandt, die in den EU-Staaten Verantwortung tragen, sagte der 83 Jahre alte Papst aus Argentinien: "Die Europäische Union steht heute vor einer epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt. Lasst uns nicht die Gelegenheit versäumen, einen weiteren Beweis der Solidarität zu erbringen, auch wenn wir dazu neue Wege einschlagen müssen." In der EU hatte es harte Debatten über Finanzhilfen gegeben, um die Folgen der Krise zu bewältigen. Die Regierungen erzielten vergangene Woche eine Einigung. Doch Rom und Berlin sind etwa über gemeinsame EU-Anleihen weiter uneins.

Bätzing: Humor und Freundlichkeit

Der Pontifex feiert üblicherweise mit Zehntausenden Gläubigen aus aller Welt auf einem mit Blumen geschmückten Petersplatz die Ostermesse. Dabei steht das Gedenken an die Auferstehung von Jesus Christus im Zentrum. Normalerweise spendet der Papst den wichtigsten katholischen Segen "Urbi et Orbi", verbunden mit dem Sündenerlass, von der Loggia des Doms. Das war in diesem Jahr alles anders. Die Festlichkeiten waren in die Basilika verlegt worden und hatten ohne Gläubige wenig Atmosphäre. Italien ist mit bald 20 000 Todesfällen von der Corona-Pandemie sehr stark getroffen.

Der Papst dankte in seiner Botschaft vor dem kurzen Segen allen Helfern in Pandemie-Zeit, den Ärzten, Schwestern, Pflegern und Ordnungskräften. Er sei in Gedanken bei den vielen Opfern und ihren Familien. "In diesen Wochen hat sich das Leben von Millionen von Menschen schlagartig verändert."

Von der Politik forderte der Pontifex in seiner Osterbotschaft eine Lockerung von internationalen Sanktionen für Länder, die ihren Bürgern nicht helfen könnten. Den ärmsten Staaten sollten Schulden teilweise oder ganz erlassen werden. "Diese Zeit erlaubt kein Vergessen", mahnte er. Franziskus erinnerte auch an die Nöte von Menschen in Asien und Afrika sowie der vielen Migranten und Flüchtlinge.

Auch im Heiligen Land fanden die Osterfeiern unter Einschränkungen statt. In der Grabeskirche in Jerusalems Altstadt wurde die Messe am Sonntag nur im kleinsten Kreis zelebriert. Die Grabkapelle in der Jerusalemer Kirche steht nach christlicher Überlieferung an dem Ort, an dem Jesus begraben wurde und wieder auferstand.

Bischof verteidigt Gottesdienstverbot

In Deutschland sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, die Krise, so schlimm sie sei, habe viel Gutes hervorgebracht. "So viel Freundlichkeit und Humor habe ich selten erlebt."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, verteidigte das Verbot von Gottesdiensten mit Gläubigen. Ein Ostergruß per Handschlag oder eine herzliche Umarmung seien in diesen Zeiten "zum Feind des Lebens geworden", sagte Bedford-Strohm in einer in München aufgezeichneten und im Berliner Dom eingespielten Osterpredigt. dpa/FOTO: DPA

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