Scott Morrison (l.), Premierminister von Australien, besichtigt in Sydney das Labor von AstraZeneca im Macquarie Park. Die australische Regierung hat mit dem Unternehmen einen Vertrag über die Lieferung eines Impfstoffs gegen Covid-19 unterzeichnet. FOTO: DPA
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Scott Morrison (l.), Premierminister von Australien, besichtigt in Sydney das Labor von AstraZeneca im Macquarie Park. Die australische Regierung hat mit dem Unternehmen einen Vertrag über die Lieferung eines Impfstoffs gegen Covid-19 unterzeichnet. FOTO: DPA

Corona-Forschung fehlt Geld

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Genf- Es fehlt noch jede Menge Geld, um das international solidarische Projekt für Impfstoffe, Medikamente und Tests gegen das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 voranzubringen. Das geht aus Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. "Es gibt erhebliche Finanzierungslücken", sagte Caroline Schmutte, Leiterin des Deutschlandbüros des Wellcome Trusts, eine der größten Stiftungen der Welt. Sie kritisierte nationale Alleingänge, etwa große Investitionen in heimische Impfstofffirmen oder Verträge mit diesen Firmen, um sich im Falle eines Erfolgs große Mengen des Impfstoffs vor einem weltweiten Verkauf zu sichern. Die britische Stiftung unterstützt das Projekt ACT Accelerator der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es soll Forschung und Entwicklung in drei Säulen beschleunigen - Tests, Medikamente und Impfstoffe - und es soll die faire Verteilung weltweit sicherstellen. Den Bedarf schätzt die WHO über zwölf Monate auf 31,3 Milliarden Dollar (gut 26 Mrd. Euro). Nach Angaben der WHO waren bis Mitte August aber erst 2,5 Milliarden Dollar für die drei Säulen fest zugesagt. Über den Einsatz einer weiteren Milliarde Dollar Spendengelder werde mit Gebern noch verhandelt. "Wir gehen aber davon aus, dass nur ein relativ kleiner Anteil schlussendlich an ACT-A-Partner gehen wird", so die WHO. ACT steht für "Access to Covid-19-Tools" (etwa: Zugang zu Covid-19-Instrumenten). Wenn Staaten überwiegend in einzelne Firmen investierten und sich über Vorverträge die Belieferung mit Impfstoffen sichern, sei das problematisch, sagte Schmutte: "Das könnte Hürden bei der gerechten und bedarfsorientierten Verteilung von Impfstoffen schaffen." Solche Verträge haben viele Länder schon abgeschlossen, darunter Deutschland, die USA und die Schweiz.

Schmutte lobte dennoch die deutsche Regierung, die trotz der Vorverträge über begrenzte Mengen Impfstoff parallel Geld an internationale Allianzen gebe. dpa " Seite 4

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