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Ukraine-Krieg: Pro-russisches Regime in Transnistrien berichtet von ukrainischen Angriffen

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Von: Patrick Mayer, Bedrettin Bölükbasi, Katharina Haase, Stephanie Munk, Fabian Müller

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Die Ukraine beklagt weitere Tote und Verletzte durch die Angriffe Russlands. Nahe der Grenze soll auf russischer Seite ein Munitionsdepot in Brand geraten sein. News-Ticker.

Update vom 27. April, 10.50 Uhr: Das Innenministerium des pro-russischen Regimes in der abtrünnigen moldawischen Region Transnistrien behauptete, von der Ukraine aus angegriffen worden zu sein. In einer Pressemitteilung schrieb das Ministerium, in der Nacht seien mehrere Drohnen über dem Dorf Kolbasna gesichtet worden. „Die Luftfahrzeuge auf dem Gebiet von Transnistrien hoben von der Ukraine ab“, so das Ministerium.

In den Morgenstunden (8.45 Uhr Ortszeit) sei schließlich von der Ukraine aus das Feuer in Richtung Kolbasna eröffnet worden, behauptete die Behörde. Im Moment gebe es keine Angaben zu Opfern. „Wir erinnern Sie daran, dass es in Kolbasna ein Lagerhaus mit Waffen gibt“, informierte die Mitteilung. Laut Experten handle es sich dabei um das größte Munitionsdepot in Europa.

In Transnistrien kam es am 25. April zu Explosionen vor dem Ministerium für Staatssicherheit. Einen Tag später wurden weitere Explosionen gemeldet. Russland und das pro-russische Regime machten die Ukraine verantwortlich, während die Ukraine von einer neuen russischen Operation „unter falscher Flagge“ sprach.

Ukraine-Krieg: Kiew meldet neue Zahlen - offenbar zehntausende russische Soldaten getötet

Update vom 27. April, 10.15 Uhr: Dem ukrainischen Generalstab zufolge wurden im Ukraine-Krieg bislang rund 22.400 russische Soldaten getötet. Darüber hinaus habe die ukrainische Verteidigung 939 russische Panzer, 2.342 gepanzerte Kampffahrzeuge, 421 Artilleriesysteme, 149 Mehrfachraketenwerfer sowie 4 ballistische Kurzstreckenraketensysteme zerstört. Ferner behauptete der Generalstab die Zerstörung von 71 Luftverteidigungssystemen, 185 Flugzeugen, 155 Helikoptern und 207 Drohnen. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Ukraine-Krieg: Russland will westliche Waffen zerstört haben - Angriffe auf hunderte Ziele über Nacht

Update vom 27. April, 9.50 Uhr: Russland behauptet, an die Ukraine gelieferte westliche Waffen über Nacht zerstört zu haben. In einem neuen Situationsbericht gab das russische Verteidigungsministerium in Moskau an, man habe Hangars auf dem Gelände des Aluminiumwerks in Saporischschja mit Kaliber-Marschflugkörpern angegriffen und dabei „große Mengen“ an westlichen Waffenlieferungen zerstört.

Darüber hinaus habe die russische Luftwaffe 59 ukrainische Militäreinrichtungen angegriffen und 35 gepanzerte Wagen sowie ein Buk-M1-Luftverteidigungssystem ausgeschaltet. Zudem seien 120 ukrainische „Nationalisten“ getötet worden. Die russische Luftverteidigung habe 18 Drohnen sowie eine Tochka-U-Rakete abgeschossen. 537 weitere Ziele seien in der Nacht von russischen Artillerieeinheiten angegriffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Ukraine-Krieg: Großteil des Luftraums offenbar weiterhin unter ukrainischer Kontrolle

Update vom 27. April, 9.30 Uhr: Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums kontrolliert die Ukraine weiterhin einen Großteil ihres Luftraums. Russland sei es nicht gelungen, die ukrainische Luftwaffe zu zerstören und die ukrainische Luftverteidigung zu unterdrücken, teilte das Verteidigungsministerium in einer neuen Einschätzung der Lage mit. Dabei fokussiere sich die russische Luftaktivität in erster Linie auf den Osten und Süden der Ukraine, während Russland einen nur sehr begrenzten Zugang zum Norden und Westen des Landes habe, was Offensivaktionen begrenze.

Bei Luftschlägen nehme Russland weiterhin ukrainische Militärelemente sowie logistische Infrastruktur ins Visier, so das britische Verteidigungsministerium. Ein Großteil der russischen Angriffe aus der Luft in der Hafenstadt Mariupol werde höchstwahrscheinlich mit ungelenkten Freifallbomben durchgeführt. Diese Bomben würden das Risiko von zivilen Verlusten erhöhen, warnte das Ministerium.

Ukraine-Krieg: Kiew-Behörden melden neue Tote und Verletzte nach russischen Angriffen

Update vom 27. April, 6.20 Uhr: Die Ukraine beklagte nach neuen russischen Angriffen weitere Tote und Verletzte in mehreren Regionen des Landes. Im Gebiet Donezk im Osten seien bei drei separaten Zwischenfällen drei Zivilisten getötet worden, teilte der Gouverneur der Region, Pawel Kyrylenko, auf Telegram mit. In der Großstadt Charkiw im Osten des Landes seien infolge von Beschuss drei weitere Menschen getötet und sieben verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit.

Ukraine-Krieg: Munitionsdepot auf russischer Seite in Brand geraten

In der Region Belgorod an der ukrainischen Grenze ist russischen Behördenvertretern zufolge ein Munitionsdepot in Brand geraten. Dieses befinde sich in der Nähe des Dorfes Staraja Nelidowka, teilte der Gouverneur des Gebiets, Wjatscheslaw Gladkow, auf Telegram mit, wie die russische Agentur Interfax am Mittwoch berichtete. Gladkow sagte demnach weiter, dass keine Wohngebäude oder Häuser zerstört seien und es auch keine Opfer unter der Zivilbevölkerung gebe.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor rund zwei Monaten gab es mehrmals Berichte von russischen Behördenvertretern über Zwischenfälle und Beschuss von Orten auf russischer Seite. Mancher Vorfall löste auch Spekulationen darüber aus, ob von Nato-Staaten an die Ukraine gelieferte Waffen auf russischem Gebiet zum Einsatz gekommen sein könnten.

Ukraine-Krieg: „Legitim“ Ziele in Russland anzugreifen

Moskau hatte der Ukraine angesichts der Zwischenfälle damit gedroht, in der Hauptstadt Kiew wieder verstärkt Kommandostellen für Raketenangriffe ins Visier zu nehmen. Auch wenn sich dort „westliche Berater“ befänden, wäre deren Anwesenheit „nicht unbedingt“ ein Problem, wenn Russland Entscheidungen über Vergeltungsmaßnahmen treffe, hieß es am Dienstag aus dem russischen Verteidigungsministerium. 

Zuvor hatte der britische Verteidigungsstaatssekretär James Heappey erklärt, es sei „vollkommen legitim für die Ukraine“, Ziele in Russland anzugreifen, um die Logistik der russischen Armee zu stören und weiteres Blutvergießen auf seinem eigenen Territorium zu verhindern. Wenn dabei aus Großbritannien gelieferte Waffen zum Einsatz kämen, sei das „nicht unbedingt ein Problem“. Es gebe schließlich viele Länder, die importierte Waffen einsetzten.

Update vom 26. April, 20.58 Uhr: Das russische Militär hat eigenen Angaben nach die Kontrolle über große Teile der Ost- und Südukraine erlangt. „Die russische Armee hat das gesamte Gebiet Cherson, Teile der Gebiete Charkiw, Saporischja, Mykolajiw sowie bedeutende Teile der Donezker und Luhansker Volksrepublik unter ihre Kontrolle genommen“, erklärte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium am Dienstag.

In den eroberten Gebieten kehre langsam wieder der friedliche Alltag ein, die soziale Infrastruktur werde instand gesetzt und die Aussaat habe begonnen, behauptete Misinzew. Seinen Worten nach blockiert die ukrainische Seite alle humanitären Korridore, die von Russland geöffnet würden.

Über die vollständige Kontrolle des Gebiets Cherson gibt es widersprüchliche Angaben. Am Morgen hatte der ukrainische Militärchef der Region, Oleksandr Wilkul, noch erklärt, die Verteidigungslinie befinde sich innerhalb des Gebiets Cherson und russischen Kräften sei es nicht gelungen, diese zu durchbrechen. Von unabhängiger Seite konnten die ukrainischen sowie die russischen Berichte nicht überprüft werden.

Eskalation auch in moldauischer Separatisten-Region? Ukraine warnt vor Aktivierung russischer Truppen 

Update vom 26. April, 19.17 Uhr: Das ukrainische Militär hat vor einer Aktivierung russischer Truppen in der selbst ausgerufenen Republik Transnistrien in Moldau gewarnt. „Die Einheiten der russischen Streitkräfte sind in volle Gefechtsbereitschaft versetzt worden“, hieß es in einem am Dienstagabend auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Zudem seien auch die Sicherheitskräfte der moldauischen Separatisten in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Dem waren mehrere Explosionen in der seit 1992 von Moldau abtrünnigen Region vorangegangen. Tiraspol hatte Kiew vorgeworfen, diese organisiert zu haben. Kiew wies die Vorwürfe zurück und sprach davon, dass der russische Geheimdienst FSB Transnistrien in den russischen Krieg gegen die Ukraine hineinziehen wolle.

Darüber hinaus hat es der ukrainischen Darstellung nach kaum Veränderungen bei den russischen Angriffen in der Ostukraine gegeben. Hauptzielrichtung im Gebiet Charkiw sei weiterhin, von Isjum im Gebiet Charkiw in Richtung Barwinkowe vorzustoßen. In den Gebieten Donezk und Luhansk lagen die Schwerpunkte der Kämpfe bei Marjinka, Rubischne und Popasna. Schwere Bombardements habe es auf das noch von ukrainischen Soldaten gehaltene Werksgelände von Azovstal in der nahezu eroberten Hafenstadt Mariupol gegeben.

Update vom 26. April, 16.13 Uhr: Infolge des Ukraine-Kriegs sind bereits über 16.000 Menschen als vermisst gemeldet worden. „An erster Stelle steht die Suche nach Vermissten, danach was bombardiert und zerstört wurde“, sagte die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denissowa, in einem am Dienstag veröffentlichten Fernsehinterview. Unter den Vermissten seien etwa 2000 Soldaten. Von den vermissten Zivilisten stamme etwa ein Viertel aus der seit Anfang März von russischen Truppen eingeschlossenen südostukrainischen Hafenstadt Mariupol.

Ukraine-Krieg: Russische Raketen zerstören Eisenbahnbrücke

Update vom 26. April, 15.12 Uhr: Durch einen russischen Raketenangriff im Ukraine-Krieg ist eine Eisenbahnbrücke im südukrainischen Gebiet Odessa beschädigt worden. Es handle sich um die Brücke über der Dnistr-Mündung, teilte Eisenbahnchef Olexander Kamyschin am Dienstag im Nachrichtendienst Telegram mit.

Behörden nach wurde auch die parallele Straßenroute aus Sicherheitsgründen gesperrt. Damit wäre der südwestliche Teil des Gebiets Odessa aus dem ukrainischen Kernland nur noch über eine Straße durch die Republik Moldau erreichbar.

Die russische Armee hat in den vergangenen Tagen gezielt die Eisenbahninfrastruktur der Ukraine zerstört. Damit soll der Nachschub vor allem mit Waffen, aber auch Treibstoff aus der benachbarten EU behindert werden.

Ukraine-Krieg: 200 Meter langes Massengrab entdeckt - Ukrainer zum Ausheben der Gräber gezwungen?

Update vom 26. April, 14.31 Uhr: In der Nähe von der durch russische Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol ist offenbar ein weiteres Massengrab gefunden worden. Das berichtet der britische Nachrichtensender CNN und beruft sich dabei auf ein Interview mit Vadym Boichenko, dem Bürgermeister von Mariupol, das am Dienstag (26. April) im ukrainischen Fernsehen ausgestrahlt worden sei.

Das Massengrab sei auf Satellitenbildern zu sehen und befände sich im Dorf Staryi Krim. Bereits am 24. März seien auf den Satellitenaufnahmen rund 60 Meter lange Gräben auf einem alten Friedhofsgelände zu erkennen gewesen, teilten die lokalen Behörden laut CNN auf Telegram mit. Bis zum 24. April sei das Massengrab auf eine Länge von mehr als 200 Meter angewachsen.

Der Bürgermeister macht den russischen Truppen außerdem schwere Vorwürfe: Sie würden die lokale Bevölkerung zwingen, beim Ausheben der Massengräber zu helfen, um Essen und Wasser zu erhalten. „Es gibt nicht mehr genug humanitäre Hilfe in Mariupol, deswegen sind die Menschen gezwungen, das zu tun“, schreibt Vadym Boichenko laut CNN auf dem Messenger-Dienst Telegram.

CNN konnte die Angaben nicht durch unabhängige Quellen überprüfen. Bereits vergangene Woche wurde bekannt, dass auf Satellitenbildern offenbar mehrere Massengräber nahe Mariupol zu erkennen sind, mit mutmaßlich tausenden Leichen.

Dieses von Planet Labs PBC zur Verfügung gestellte Satellitenfoto zeigt Gräber auf einem Friedhof bei Wynohradne etwa 12 Kilometer östlich von Mariupol am 20. April 2022.
Dieses Satellitenfoto zeigt Gräber etwa 12 Kilometer östlich von Mariupol am 20. April. Jetzt soll ein weiteres Massengrab gefunden worden sein. © Planet Labs PBC/dpa

Update vom 26. April, 14.14 Uhr: Es gibt weitere schlimme Vorwürfe gegen Russland im Zusammenhang mit den in Butscha begangenen Gräueltaten an Zivilisten. In den Leichen fanden Forensiker teilweise winzige Metallpfeile, die auf den Einsatz von grausamen Fléchette-Granaten hinweisen. Mehr über diesen Verdacht und die Merkmale dieser Munition ist hier zu lesen.

Ukraine-Krieg: Ein Drittel der Menschen in Donezk und Luhansk ohne Strom

Update vom 26. April, 13.40 Uhr: Offenbar sind ein Drittel der Bewohner der stark umkämpften ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk derzeit ohne Strom - und bleiben es vorerst. Wie das ukrainische Nachrichtenportal The Kyiv Independent meldet, sei es derzeit nicht möglich, die Stromversorgung für die Bevölkerung wiederherzustellen. Das Portal beruft sich auf Aussagen des Chefs des größten ukrainischen Energiekonzerns DTEK, Maxim Timchenko. Das Unternehmen habe versucht, Stromleitungen in der Region wieder instand zu setzen, sei jedoch damit gescheitert.

Update vom 26. April, 13.20 Uhr: Belarus hat am Dienstag unerwartet ein Stabsmanöver seiner Luftwaffe und Luftabwehrtruppen angesetzt - und zwar mit russischer Beteiligung. Die Übung solle von Dienstag bis Freitag dauern, teilte das belarussische Verteidigungsministerium laut der Agentur Interfax mit. Von russischer Seite seien Führungen der Luftwaffe und der Luftabwehrkräfte beteiligt. Nähere Einzelheiten gibt es bisher nicht.

Bei Stabsmanövern simuliert die Kommandoebene bestimmte Gefechtslagen, üblicherweise finden keine Truppenbewegungen statt. Russland hat die Ukraine seit dem 24. Februar auch von belarussischem Territorium aus angegriffen. Die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer behalten die Entwicklung in Belarus im Blick. Befürchtet wird, dass sich die von Staatschef Alexander Lukaschenko repressiv geführte Ex-Sowjetrepublik am Ukraine-Krieg beteiligen könnte.

Ukraine-Krieg: Russische Raketen über Atomkraftwerk - „Sicherheit der Welt gefährdet“

Update vom 26. April, 12.30 Uhr: Russland soll im Ukraine-Krieg angeblich zwei Raketen über dem Atomkraftwerk Saporischschja in der Ostukraine abgefeuert haben. Das teilt der Chef des ukrainischen Staatsunternehmens Energoatom, Petro Kotin, am Dienstag (26. April) über den Messenger-Dienst Telegram mit, wie die ukrainische Nachrichtenseite The Kyiv Independent berichtet.

Die Explosionen der Raketen seien in der Großstadt Saporischschja zu hören gewesen, wird der Chef des Atomunternehmens zitiert. Tieffliegende Raketen würden die Sicherheit des Atomkraftwerks und der ganzen Welt aufs Spiel setzen.

Das Kernkraftwerk Saporischschja ist seit 4. März von russischen Truppen besetzt, das Foto vom 5. März zeigt ein Feuer im Gebäude.
Das Kernkraftwerk Saporischschja ist seit 4. März von russischen Truppen besetzt, das Foto vom 5. März zeigt ein Feuer im Gebäude. © Energoatom/AP/dpa

Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte in der Ukraine und seit 4. März von russischen Truppen besetzt. Im Zuge der Eroberung hatte Putins Armee das Atomkraftwerk bombardiert, was international für Entsetzen sorgte. Das britische Verteidigungsministerium hatte am Dienstagmorgen (26. April) via Twitter mitgeteilt, dass russische Attacken auf Saporischschja erwartet würden.

Ukraine-Krieg: Russland meldet Zerstörung ukrainischer Luftabwehr

Update vom 26. April, 10.50 Uhr: Die russische Armee hat im Ukraine-Krieg nach eigenen Angaben mehrere Flugabwehrsysteme der ukrainischen Truppen außer Gefecht gesetzt. Bei der Stadt Barwinkowe in der Ostukraine seien zwei Luftabwehrsysteme S-300 mit Raketen und Artillerie zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau am Dienstag. Auch eine Abschussrampe für Kurzstreckenraketen vom Typ Totschka-U sei vernichtet worden.

An anderen Orten im Gebiet Donezk seien zwei ukrainische Flugabwehrsysteme der Typen Buk-M1 und Ossa zerstört worden, sagte der Sprecher. Seinen Angaben nach beschossen die russische Artillerie und die Raketentruppen seit Montag fast 1300 Ziele in der Ukraine.

Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Die leistungsstarken Systeme S-300 sowjetischer Bauart können anfliegende Flugzeuge und Raketen im Umkreis von 300 Kilometern abwehren. Barwinkowe liegt im Rückraum der ukrainischen Truppen, die den Norden des Gebiets Donezk gegen die verstärkten russischen Angriffe verteidigen.

Update vom 26. April, 10.17 Uhr: Der ukrainische Generalstab meldet im Ukraine-Krieg Erfolge im Kampf gegen die russischen Truppen. Im Gebiet Cherson hätten ukrainische Truppen ein russisches Munitionslager vernichtet und 70 Mann in den Reihen des Gegners getötet. Überprüfbar waren die Angaben nicht. Russland hatte die Region Cherson im Süden der Ukraine nach eigenen Angaben schon zu Beginn des seit gut zwei Monaten dauernden Krieges unter seine Kontrolle gebracht.

Im Gebiet Odessa am Schwarzen Meer seien der russischen Luftaufklärung Verluste zugefügt worden, teilte der Generalstab mit. Getroffen worden seien drei Flugzeuge, mehrere Drohnen und Raketen. In den Gebieten von Luhansk und Donezk im Osten seien sechs Angriffe des Feindes abgewehrt worden. Vier Panzer, fünf Artilleriesysteme und Dutzende Fahrzeuge seien dabei zerstört worden, hieß es.

Ukraine-Krieg: Britisches Verteidigungsministerium meldet Vorrücken von Putins Armee

Update vom 26. April, 9.46 Uhr: Die Armee von Wladimir Putin setzt im Ukraine-Krieg offenbar ihre Angriffe im Osten der Ukraine fort. Wie das britische Verteidigungsministerium am Dienstag (26. April) auf Twitter meldet, haben russische Truppen die Stadt Kreminna in der Region Luhansk im Osten der Ukraine eingenommen. Die Stadt hat rund 20.000 Einwohner. Russische Soldaten würden außerdem versuchen, von Richtung Norden und Osten in Richtung der Großstädte Slowjansk und Karamtorsk vorzurücken. Es gebe schwere Kämpfe südlich von Isjum in der Region Charkiw.

Erwartet würden außerdem russische Attacken auf Saporischschja, der sechstgrößten Stadt der Ukraine mit 760.000 Einwohnern. Die ukrainische Armee bereite sich auf die Verteidigung der Stadt vor.

Update vom 26. April, 8.00 Uhr: Die Ukraine hat nach neuen russischen Angriffen weitere Tote und Verletzte in mehreren Regionen des Landes beklagt. Bei dem Beschuss von fünf Bahnstationen seien ein Bahnarbeiter getötet und vier weitere verletzt worden, teilte die staatliche Eisenbahngesellschaft im Nachrichtenkanal Telegram mit. In der Region Charkiw im Osten des Landes seien am Montag vier Menschen durch russischen Beschuss getötet und fünf verletzt worden, sagte der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram.

In der Stadt Charkiw wurden demnach weitere vier Zivilisten verletzt. Ein zwölfstöckiges Haus habe zudem Feuer gefangen, zwei Stockwerke seien vollständig ausgebrannt. Auch aus dem nordostukrainischen Gebiet Sumy wurde Beschuss gemeldet. Dieser sei von russischem Territorium auf den Ort Bilopillja erfolgt, sagte der Gouverneur der Region, Dmytro Schywyzkyj. Es gebe keine Verletzten oder Schäden.

Ukraine-Krieg: Russland zufolge gab es in Belgorod an der Grenze erneut Beschuss

Update vom 26. April, 6.20 Uhr: Russischen Behördenvertretern zufolge ist es in der Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine erneut zu Beschuss gekommen. Dieses Mal sei das Dorf Schurawlewka getroffen worden; dabei seien mindestens zwei Personen verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, am Montag in seinem Kanal in dem sozialen Netzwerk Telegram mit. Die laut Behörden bereits mehrfach beschossene Region grenzt an das ukrainische Gebiet Charkiw.

Seit dem von Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar befohlenen Angriff Russlands auf die Ukraine kommt es in der Region Behörden zufolge immer wieder zu Zwischenfällen. Am Montag war zudem Beschuss des Dorfes Nechotejewka gemeldet worden. Dabei sollen mehrere Gebäude und ein Auto beschädigt worden sein. Anfang April hatten den Angaben zufolge zwei ukrainische Kampfhubschrauber im Gebiet Belgorod auch ein Öllager beschossen und in Brand gesetzt. Die Ukraine hat das weder bestätigt noch dementiert. Russland hatte der Ukraine angesichts des Beschusses damit gedroht, in der Hauptstadt Kiew wieder verstärkt Kommandostellen für Raketenangriffe ins Visier zu nehmen.

Ukraine-Krieg: Ein zerstörter russischer Panzer steht am 25. April auf dem Hof eines Privathauses in Hostomel.
Ein zerstörter russischer Panzer steht am 25. April auf dem Hof eines Privathauses in Hostomel. ©  -/Ukrinform/dpa

Ukraine-Krieg: Russland wird laut Selenskyj nichts erreichen

Update vom 26. April, 6.15 Uhr: Moskau wird mit seinem Angriffskrieg in der Ukraine nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj keinen Erfolg haben. Binnen zwei Monaten hätten die russische Streitkräfte mehr als 1100 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt, unzählige Fliegerbomben sowie Artillerie. Einige ukrainische Städte und Gemeinden seien bis auf die Grundmauern zerstört worden, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache, die in der Nacht zu Dienstag auf Telegram veröffentlicht wurde. „Aber sie haben nichts erreicht. Und sie werden nichts erreichen.“

Im Osten des Landes hätten die russischen Einheiten nicht „einen Krümel“ Unterstützung gesehen, auf die sie so sehr gesetzt hätten. In den Städten Cherson, Kachowka, Melitopol, Enerhodar oder anderen, die von russischen Truppen eingenommen worden seien, hätten sich die Menschen den Streitkräften Russlands nicht gebeugt.

Update vom 26. April, 00.05 Uhr: Am Montagabend werden Explosionen in einem Ministerium der von Moldawien abtrünnigen Region Transnistrien gemeldet. Das Gebiet grenzt an die Ukraine, Russland unterstützt das lokale Regime. Die Ukraine beschuldigen Russland noch am Abend, „Operationen unter falscher Flagge“ durchzuführen, berichten Medien vor Ort.

Russland-Ukraine-Krieg: Invasionstruppen vor Charkiw angeblich zurückgeschlagen

Update vom 25. April, 22.15 Uhr: Wie ein Reporter des „heute journal“ des ZDF am Montagabend aus dem zentralukrainischen Dnipro (knapp 1 Million Einwohner) berichtet, halten die ukrainischen Streitkräfte den russischen Angriffen im Süden und Osten des Landes Stand.

Die Gegenwehr fordere aber auf Seite der Ukraine Verluste. Allein ins Militärkrankenhaus von Saporischschja würden pro Tag im Schnitt 40 bis 50 verwundete ukrainische Soldaten eingewiesen, heißt es in dem Bericht. Saporischschja mit seinen rund 760.000 Einwohnern liegt etwa 70 Kilometer südöstlich von Dnipro. Im Südwesten grenzt die Oblast Saporischschja an die Oblast Cherson, die von russischen Truppen besetzt ist.

Und im Osten an die Oblast Donezk, die zu Teilen von den prorussischen Separatisten kontrolliert wird. Hier sollen besonders schwere Kämpfe wüten. Wie indes der ukrainische Generalstab erklärte, wurden vorrückende russische Einheiten weiter nordöstlich, vor Charkiw, zurückgeschlagen und in bereits besetzte Gebiete zurückgedrängt.

Russland-Ukraine-Krieg: Fünf Bahnhöfe in der Zentral- und Westukraine bombardiert

Update vom 25. April, 21.45 Uhr: Am Montagmorgen soll die russische Armee nach ukrainischen Angaben fünf Bahnhöfe in der Zentral- und Westukraine unter Beschuss genommen haben. Es habe mehrere Verletzte gegeben, heißt es aus Kiew.

Der Leiter der regionalen Militärverwaltung der westlichen Region Lemberg (Lwiw), Maksym Kozytsky, postete bei Twitter ein Video, das brennende Infrastruktur am Bahngelände nahe der Ortschaft Krasne zeigt, die rund 100 Kilometer östlich der polnischen Grenze liegt.

Das ukrainische Militärkommando schrieb an diesem Montag anschließend bei Facebook, dass sich die russischen Bombardements aktuell auf Knotenpunkte des ukrainischen Schienennetzes konzentrieren. Waffenlieferungen aus dem Westen sollen so angeblich unterbunden werden. Aus Sicherheitsgründen würden nun die Routen und der Fahrplan mehrerer Züge geändert, berichtet die Bild.

Russland-Ukraine-Krieg: Einschätzung aus Washington - Kiew kann Krieg gegen Moskau gewinnen

Update vom 25. April, 20.45 Uhr: Die Ukraine kann nach Einschätzung der US-Regierung den Krieg gegen Russland mit ausreichend militärischer Unterstützung gewinnen. „Sie können gewinnen, wenn sie die richtige Ausrüstung und die richtige Unterstützung haben“, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Montag nach einem Besuch in Kiew. Moskau kündigte unterdessen eine Feuerpause für das belagerte Stahlwerk in Mariupol an. Nach Angaben Kiews wurde aber keine Einigung über sichere Fluchtkorridore aus der Anlage erzielt.

Austin hatte am Sonntagabend zusammen mit US-Außenminister Antony Blinken den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew getroffen. „Der erste Schritt zum Sieg ist der Glaube daran, dass man gewinnen kann“, sagte Austin nach dem Besuch. Davon sei die Ukraine überzeugt. Russland müsse hingegen weiter geschwächt werden: „Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es zu etwas wie dem Einmarsch in die Ukraine nicht mehr in der Lage ist.“

Russland-Ukraine-Krieg: Moskau lässt wohl Knotenpunkte im Schienennetz bombardieren

Update vom 25. April, 20.15 Uhr: Die russischen Bombardements konzentrieren sich in dieser zweiten Phase des Krieges auf Knotenpunkte des ukrainischen Schienennetzes. Das schreibt das ukrainische Militärkommando bei Facebook.

„Sie versuchen, die Nachschub-Linien für militärisch-technische Unterstützung von Partnerländern zu zerstören“, heißt es in einem Beitrag. So wolle Russland angeblich die Lieferung von Waffen aus dem Ausland unterbrechen.

Update vom 25. April, 19.15 Uhr: „Die russischen Streitkräfte kommen im Oblast Charkiw nicht voran.“ Das berichtet und behauptet der ukrainische Generalstab Anfang der Woche.

So hätten die russischen Truppen „ihre Offensive im Gebiet Charkiw“ verstärkt und versucht, „vorzurücken“. Sie hätten jedoch Verluste erlitten und mussten sich in besetzte Gebiete zurückziehen, zitiert The Kyiv Independent den Generalstab aus Kiew. Dasselbe Medium hatte am Montagnachmittag berichtet, dass die ukrainischen Streitkräfte einen russischen Jagdbomber Suchoi Su-34 nahe der ostukrainischen Großstadt abgeschossen haben.

Russland-Ukraine-Krieg: Moskau verliert angeblich eine Suchoi Su-34 bei Charkiw

Erstmeldung vom 25. April: München/Kiew/Charkiw - Sie ist der Stolz der russischen Luftstreitkräfte: die Suchoi Su-34. Der schwere Jagdbomber, der seit 2006 in Stückzahl produziert wird, ist bei den Invasionstruppen von Moskau-Machthaber Wladimir Putin im Einsatz, seit der russische Präsident die benachbarte Ukraine überfallen ließ. So sollen auch Suchoi Su-34 rund 2000 eingeschlossene ukrainische Infanterie-Soldaten und kolportiert 1000 Zivilisten im belagerten Stahlwerk Azovstal in Mariupol bombardiert haben.

Wie die ukrainischen Streitkräfte an diesem Montag (25. April) bekannt gaben, haben sie einen der russischen Jagdbomber in der Nähe der ukrainischen Großstadt Charkiw im Osten des Landes abgeschossen. Aus Moskau wurde der Abschuss nicht bestätigt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig voneinander prüfen.

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich russisches Kampfflugzeug Su-34 bei Charkiw abgeschossen

Kampfflugzeug im Ukraine-Krieg: eine russische Sukhoi Su-34.
Kampfflugzeug im Ukraine-Krieg: eine russische Sukhoi Su-34. © IMAGO / SNA

Wiederholt wurden seit Ausbruch des Russland bei Social Media Fotos gezeigt, die abgestürzte und/oder abgeschossene Su-34 der russischen Luftstreitkräfte zeigen. Darauf lässt unter anderem die azurblaue Lackierung der Kampfflugzeuge schließen sowie die roten Nummern an den Seiten. Nach ukrainischen Angaben soll die Suchoi Su-34 längst Teil großer Verluste innerhalb der russischen Armee in den vergangenen Tagen sein.

Darauf lassen Informationen aus Kiew schließen, die The Kyiv Independent bei Twitter teilte. Das unabhängige russische Medienprojekt aktualisiert bei Social Media jeden Tag die angeblichen russischen Verluste, als Quelle dienen Angaben aus Reihen der ukrainischen Streitkräfte.

Demnach verlor Russland zwischen Freitag, 22. April, und Montag, 25. April, angeblich 46 weitere Panzer. So sollen mittlerweile mindestens 884 russische Panzer zerstört oder erbeutet worden sein. Hinzukämen fünf abgeschossene oder zerstörte Flugzeuge sowie ein weiterer Helikopter, den die russische Armee eingebüßt habe.

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich hohe Verluste unter russischen Invasionstruppen

Russland-Ukraine-Krieg: London geht von rund 15.000 getöteten russischen Soldaten aus

Insgesamt seien mehr als 21.900 russische Soldaten getötet oder verwundet worden. Einschätzungen aus Großbritannien weichen jedoch von diesen Zahlen ab. Verteidigungsminister Ben Wallace teilte an diesem Montag mit, dass seine Regierung von rund 15.000 getöteten russischen Soldaten ausgehe. Nach Informationen aus London seien 60 russische Hubschrauber und Kampfjets zerstört worden sowie 2000 gepanzerte Fahrzeuge, darunter 530 Panzer.

Verfolgen Sie alle militärischen Entwicklungen im Russland-Ukraine-Krieg hier im News-Ticker. (pm)

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