Bund soll Kosten für Tests bei Urlaubern tragen

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Berlin- Im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus über die Sommerreisezeit können sich heimkehrende Urlauber bald gratis testen lassen - die Kosten soll voraussichtlich der Staat tragen. Der Bund soll dafür den Zuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung erhöhen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Eine entsprechende Verordnung soll noch in dieser Woche in Kraft treten. Konkret geht es um zusätzliche Tests für alle Heimkehrer, die die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen hatten. Aus der SPD kam aber Kritik an der Finanzierung auf Steuerzahlerkosten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die kostenfreien Tests schützten alle. "Niemand soll aus finanziellen Gründen auf sie verzichten. Denn Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels sein." Die Tests könnten durch die Gesundheitsämter auch an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Reiseknoten erfolgen - außerdem in allen Praxen. Speziell für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Corona-Fallzahlen soll eine Testpflicht bei der Einreise kommen.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich unterstützte zusätzliche Tests für Rückkehrer, meldete aber Bedenken bei der Finanzierung an. "Wenn die Allgemeinheit jetzt auch für solche Menschen bezahlen soll, die sich durch die Reise in ein Risikogebiet leichtsinnig in Gefahr begeben haben, finde ich das schwierig", sagte er. Es gebe aber natürlich auch nachvollziehbare Reisen in Risikogebiete, etwa bei familiären Verpflichtungen.

Die Kosten sollen demnach zunächst die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen - der Bund könnte dies dann aber ausgleichen.

Ein Zentrum für kostenlose Tests auf das Coronavirus befindet sich derzeit am Frankfurter Flughafen im Aufbau. Wann es zum Einsatz kommt, hänge von einer Anordnung ab, die vom Bundesgesundheitsministerium erwartet werde, sagte der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne). Kostenlos getestet würden nur Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten.

684 neue Fälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 684 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206 926 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Im Touristenort St. Wolfgang in Oberösterreich ist die Zahl der Corona-Infektionen um sechs Fälle auf 68 gestiegen.

Italiens Regierung will den coronabedingten Notstand bis zum 15. Oktober verlängern - und weiß dabei die Volksvertretungen hinter sich. Nach dem Senat stimmte am Mittwoch auch das Abgeordnetenhaus der Verlängerung zu.

In den USA sind inzwischen mehr als 150 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. dpa/AFP

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