Brandenburg lockert drastisch

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Berlin/Potsdam- Die große Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte hat in den vergangenen sieben Tagen keine oder nur sehr wenige Neuinfektionen registriert. 365 von 412 Landkreisen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) maximal fünf neue Fälle gerechnet auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet.

8763 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von acht im Vergleich zum Vortag. Etwa 171 600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt weiter unter der kritischen Marke von 1,0 bei nun 0,88 (Datenstand 11. 6., 0 Uhr).

Knapp drei Monate nach den ersten Beschränkungen lockert Brandenburg die Corona-Regeln drastisch. Die Kontaktbeschränkung auf Mitglieder von bis zwei Haushalten oder bis zu zehn Menschen fällt ab kommendem Montag weg. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte am Freitag nach einer Kabinettssitzung in Potsdam, dann würden die Abstands- und Hygieneregeln in den Mittelpunkt treten. Zuvor waren bereits in Thüringen die Kontaktbeschränkungen gekippt worden - sie gelten ab heute nicht mehr. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ab sechs Jahren wird in Brandenburg allerdings vom öffentlichen Nahverkehr und vom Einzelhandel auf Krankenhäuser, Pflegeheime, Reisebusse und Schiffsausflüge erweitert. Öffentliche und private Veranstaltungen dürfen ab 15. Juni wieder mit bis zu 1000 Menschen stattfinden, dazu zählen auch Gottesdienste und Konzerte. Für Demonstrationen gilt keine Obergrenze mehr, aber der Mindestabstand muss eingehalten und der Zutritt gesteuert werden.

Unterdessen will Gesundheitsminister Jens Spahn mit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft eine engere Zusammenarbeit der europäischen Staaten in Krisen wie der Corona-Pandemie voranbringen. "Wir haben gelernt, nur wenn wir in Europa zusammenstehen, können wir Gefahren abwehren", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen. dpa

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