Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hat gestern nach den Sommerferien wieder der Regelunterricht begonnen - mit strenger Maskenpflicht. Auch Hessen legt für den Schulbeginn am Montag einheitliche Vorschriften für einen Mund- und Nasenschutz auf dem Schulgelände fest. FOTO: DPA
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Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hat gestern nach den Sommerferien wieder der Regelunterricht begonnen - mit strenger Maskenpflicht. Auch Hessen legt für den Schulbeginn am Montag einheitliche Vorschriften für einen Mund- und Nasenschutz auf dem Schulgelände fest. FOTO: DPA

Blick auf den Testfall Schule

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Berlin/Wiesbaden/Düsseldorf- Mit Beginn des neuen Schuljahres müssen Schüler und Lehrer in Hessen außerhalb der Klassenzimmer Alltagsmasken auf dem Schulgelände tragen. Die Pflicht gelte vom Betreten des Geländes bis zum Hinsetzen auf den Platz, erklärte ein Sprecher des Kultusministeriums gestern in Wiesbaden. Das Land macht den Schulen damit einheitliche Vorgaben wegen der Corona-Pandemie. In Hessen beginnt am Montag für rund 760 000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 60 000 Lehrkräfte wieder der Unterricht. Bislang war vorgesehen, dass jeweils die Schulleitungen über das Tragen von Masken entscheiden. Mit der Änderung reagiere man nun auf die zuletzt wieder etwas angestiegenen Ansteckungszahlen, sagte der Ministeriumssprecher.

Erstmals seit Anfang Mai verzeichneten die Gesundheitsämter in ganz Deutschland wieder mehr als 1200 Corona-Neuinfektionen an einem Tag. Das sei der höchste Wert seit drei Monaten. Dabei geht inzwischen ein erheblicher Anteil auf Urlauber zurück, die aus Ländern mit erhöhtem Ansteckungsrisiko heimkommen. Experten und Behörden blicken daher angespannt auf die Wiederaufnahme des Schulbetriebs.

Dringliche Mahnung zur Vorsicht

Seit gestern sind auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Sommerferien zu Ende. In NRW ist etwa jede vierte Corona-Neuinfektion derzeit auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in dem Bundesland müssen auch in der Klasse Masken tragen - so eine Anordnung gibt es flächendeckend sonst in keinem Land. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus rief unterdessen die Länder dazu auf, bis Ende des Jahres nach Möglichkeit alle Lehrerinnen und Lehrer mit einem Laptop und entsprechender Software auszustatten. Zudem sei für die Schulen auch ein IT-Manager nötig.

Die Bundesregierung mahnte angesichts der gestiegenen Fallzahlen eindringlich zur Vorsicht. "Wenn wir jetzt nicht alle aufpassen und wachsam sind, dann kann dieses Geschehen noch eine ganz eigene Dynamik entfalten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert gestern in Berlin. Er appellierte an die Bürger, Abstand und Maskenpflicht weiterhin einzuhalten.

Gesundheitsminister Jens Spahn nannte den Anstieg der Infektionszahlen besorgniserregend. Es gelte, "sehr, sehr wachsam" zu sein. Durch Reiserückkehrer, aber auch durch Partys und Familienfeiern seien "in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche" zu sehen. Das Gesundheitssystem könne die derzeitigen Infektionszahlen bewältigen. Aber mit jeder Infektion werde es für die Ämter schwieriger. Die Schutzmaßnahmen von Bund und Ländern finden bei den Bürgern weiter Rückhalt. Nur jeder Zehnte hält sie für überflüssig, wie eine Umfrage zeigte.

Für Verwirrung sorgte unterdessen ein Positionspapier des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Verfügbarkeit eines Impfstoffs im Herbst. Das Institut hatte das Papier auf seiner InternetSeite veröffentlicht. In dem Dokument war mit Datum 12. August zu lesen, Prognosen ließen "die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen". Wenige Stunden später erklärte das RKI, bei dem Papier handele es sich um eine ältere Version, diese sei in der Zwischenzeit mehrfach überarbeitet und versehentlich online gestellt worden. Man gehe nicht von der Verfügbarkeit eines Impfstoffs bereits im Herbst aus. dpa " Seiten 4+5

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