Besonnenheit bei Lockerungen gefordert

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Berlin- Vor den Beratungen von Bund und Ländern über eine schrittweise Lockerung der coronabedingten Beschränkungen in Deutschland haben mehrere Politiker vor zu großen Erwartungen gewarnt. "Am Ende geht es darum, die richtige Balance zu finden zwischen Gesundheitsschutz, öffentlichem Leben und der Wirtschaft", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gestern in Wiesbaden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten wollen heute über das weitere Vorgehen beraten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) stellte klar: "Definitiv wird kein Schnellstart von null auf 100 möglich sein."

NRW prescht vor

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen jedoch sollen die Schulen nach den Osterferien schrittweise wieder öffnen. Eine Woche später sollen voraussichtlich auch die ersten Kita-Kinder wieder in die Kindertagesstätten zurückkehren dürfen. Das sagten gestern Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Familienminister Joachim Stamp (FDP). Damit stellt NRW als erstes Bundesland einen konkreten Zeitplan in Aussicht. Bayerns Regierungschef Markus Söder warnte vor einem Überbietungswettbewerb.

Anders als die Wissenschaftsakademie Leopoldina regt das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) an, Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge zu öffnen. Es gehe dabei um die Annahme, dass Jugendliche Abstandsregeln besser einhalten könnten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler gestern. Geschlossene Schulen wegen der Corona-Pandemie ausgerechnet im Jahr des Schulabschlusses - davon sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bis zu 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler betroffen.

In Deutschland sind bis Dienstagabend über 128 400 Infektionen mit dem Virus registriert worden (Vortag: 126 600 Infektionen). Mindestens 3217 (Vortag: 2994) mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte starben bislang bundesweit. Das geht aus einer Auswertung der dpa hervor. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts haben in Deutschland rund 68 200 Menschen die Infektion überstanden.

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Wirtschaft in diesem Jahr weltweit dramatisch schrumpfen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit der schwersten globalen Rezession seit fast hundert Jahren. dpa

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