Beirut nach verheerender Explosion unter Schock

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Beirut- Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut mit weit über 100 Toten suchen Retter in den Trümmern zusammen mit ausländischen Spezial-Teams nach weiteren Opfern. Die Katastrophe löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus - so schickten mehrere Länder Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten in den Libanon. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dem libanesischen Regierungschef Hassan Diab in einem Kondolenzschreiben Unterstützung zu.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Hassan Hamad kamen am Dienstag mindestens 135 Menschen ums Leben, etwa 5000 weitere wurden verletzt. Viele Bewohner der Küstenstadt am Mittelmeer standen auch noch am Mittwoch unter Schock.

Die libanesische Regierung beschloss, Verantwortliche des Beiruter Hafens unter Hausarrest zu stellen. Dabei handele es sich um Personen, die in den vergangenen Jahren für die Lagerung und Bewachung von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat zuständig gewesen seien, erklärte Informationsministerin Manal Abdel Samad. Die gefährliche Substanz könnte bei dem Vorfall explodiert sein. Unklar war zunächst, wie viele Personen von dem Hausarrest betroffen sind. Die Regierung setzte zudem eine Kommission ein, die die bislang unklare Ursache der Explosion ermitteln soll. Regierungschef Diab hatte gesagt, dass die Chemikalien am Hafen jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden seien. Laut Beiruts Gouverneur Marwan Abbud wurde in einem Bericht von 2014 auch vor einer möglichen Explosion gewarnt. Die Schäden machten viele Häuser unbewohnbar. Zwischen 200 000 und 250 000 Menschen hätten ihre Unterkünfte verloren, sagte Gouverneur Abbud. Sie würden mit Lebensmitteln, Wasser und Unterkünften versorgt. Es seien Schäden in Höhe von drei bis fünf Milliarden US-Dollar entstanden - "möglicherweise mehr", sagte er der Nachrichtenagentur NNA zufolge. dpa " Seite 5

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