Bedauern und auch Unverständnis

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Berlin- Die Bundesregierung hat auf Berichte über Pläne der US-Regierung zur Reduzierung ihrer Truppen in Deutschland mit Bedauern und teilweise mit Unverständnis reagiert. Berlin ist offensichtlich von dieser bisher nicht offiziell bestätigten Ankündigung von Präsident Donald Trump überrascht worden. "Wir sind enge Partner im transatlantischen Bündnis. Aber: Es ist kompliziert", sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) zum deutsch-amerikanischen Verhältnis.

Maas ließ erkennen, dass die Bundesregierung nicht sonderlich erfreut über das Vorgehen des US-Präsidenten ist. "Sollte es zum Abzug eines Teils der US-Truppen kommen, nehmen wir dies zur Kenntnis" sagte er und unterstrich, die seit Jahrzehnten gewachsene Zusammenarbeit der Streitkräfte sei "im Interesse unserer beiden Länder".

Trump plant nach Medienberichten einen drastischen Abbau der US-Truppen in Deutschland. So hatte das "Wall Street Journal" unter Bezug auf US-Regierungsvertreter berichtet, Trump habe das Pentagon angewiesen, die Präsenz in Deutschland von derzeit 34 500 Soldaten um 9500 zu reduzieren. Außerdem solle eine Obergrenze von 25 000 US-Soldaten eingeführt werden, die gleichzeitig in Deutschland anwesend sein könnten. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, sagte: "Das deutsch-amerikanische Verhältnis könnte von einer solchen Entscheidung des US-Präsidenten sehr stark beeinträchtigt werden." Auch gehe es "nicht nur um 9500 Soldaten, sondern auch um deren Familien, also schätzungsweise um 20 000 Amerikaner. Damit würden transatlantische Brücken wegbrechen".

"Weckruf an Europäer"

Unionsfraktionsvize Johann Wadephul sieht darin einen weiteren Weckruf an die Europäer, ihr Schicksal selbst entschiedener in die Hand zu nehmen. Nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich könnten die angeblichen US-Pläne tatsächlich zu einer "nachhaltigen Neuausrichtung der Sicherheitspolitik in Europa" führen.

Trump fordert seit Langem eine gerechtere Lastenteilung innerhalb der NATO und hat wiederholt die aus seiner Sicht mangelnden Verteidigungsausgaben Deutschlands kritisiert. Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte Trump bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Andrzej Duda eine Verlegung von US-Truppen von Deutschland nach Polen ins Spiel gebracht. Der frühere Befehlshaber der US-Truppen in Europa, Ben Hodges, nannte die angeblichen Pläne via Twitter einen "kolossalen Fehler" und ein "rein politisches Manöver". Der "Spiegel" zitiert ihn: "Die Entscheidung illustriert, dass der Präsident nicht verstanden hat, wie essenziell die in Deutschland stationierten US-Truppen für die Sicherheit Amerikas sind." Laut Hodges hat Trump gemeinsam mit dem früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, in den USA und Europa Porzellan zerschlagen. "Der Kongress wurde nicht eingeweiht, die US-Kommandeure in Europa waren ahnungslos, mit Deutschland oder der NATO hat niemand gesprochen." dpa

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