"Ausbreitung eindämmen"

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Berlin- Deutschland muss sich nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministers auf weiter steigende Fallzahlen in der Coronavirus-Epidemie einstellen. "Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht", sagte Jens Spahn (CDU) gestern im Bundestag. Der Erreger SARS-CoV-2 ist mittlerweile in allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden.

Die Behörden in Deutschland zielten weiter darauf, die Ausbreitung zu verlangsamen und einzudämmen, sagte Spahn in einer Regierungserklärung. "Die Sicherheit der Bevölkerung geht im Zweifel vor, auch vor wirtschaftlichen Interessen." Der Bund will nun Schutzkleidung zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden beschaffen, wie nach Beratungen des Krisenstabs der Regierung mitgeteilt wurde. Der Export von medizinischer Schutzausrüstung wie Atemmasken, Handschuhen und Schutzanzügen ins Ausland wird auf Anordnung des Wirtschaftsministeriums verboten.

Des Weiteren setzte Spahn die festen Personaluntergrenzen für bestimmte Stationen bis auf Weiteres außer Kraft. Kliniken dürfen damit angesichts der COVID-19-Fälle vorübergehend von Vorgaben zur Mindestbesetzung mit Pflegekräften abweichen. "Die Krankenhäuser müssen bei der Personalplanung flexibel auf die Ausbreitung des Coronavirus reagieren können", sagte Spahn. Der Minister räumte auch Schwierigkeiten im Umgang mit dem Virus ein. "Es dauert teilweise noch zu lange, bis Verdachtsfälle getestet werden."

Drive-in für Tests in Hessen

In Deutschland zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) bis Mittwoch 262 nachgewiesene Infektionen. Schwere COVID-19-Verläufe sind selten, ein darauf zurückgehender Todesfall wurde in Deutschland bisher nicht erfasst.

Die Zahl der nachgewiesenen Fälle in Hessen hat sich derweil nicht erhöht. Bis zum Nachmittag wurden in dem Bundesland insgesamt zwölf SARS-CoV-2-Fälle bestätigt. Wer fürchtet, infiziert zu sein, kann sich derweil in Groß-Gerau im eigenen Auto untersuchen lassen. Auch in Marburg gibt es eine solche Möglichkeit: Die Allgemeinmedizinerin Ulrike Kretschmann hat mit Kollegen ebenfalls einen Drive-in für Tests eingerichtet.

Weltweit haben sich dem RKI zufolge über 93 000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert.

In China stieg die Zahl der Toten bis zum gestrigen Mittwoch auf 2981. Die Gesamtzahl der offiziell erfassten Ansteckungen in Festlandchina seit Beginn der Epidemie im Dezember kletterte auf mehr als 80 000. dpa

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