Ansteckungsgefahr in Europa steigt

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Berlin- Trotz weiterer Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland bleiben die Grenzen offen: Maßnahmen sollten verhältnismäßig ausfallen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gestern in Berlin. Das gelte auch für die Absage bestimmter Veranstaltungen. In Deutschland traf es bisher die internationale Reisemesse ITB in Berlin. Am Montagabend wurde auch die Absage der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München bekannt. Die IHM mit rund 1000 Ausstellern hätte Mitte März stattfinden sollen. Das Europäische Parlament schränkt seine Aktivitäten für Besucher als Vorsichtsmaßnahme ein. Der normale Politikbetrieb bleibe garantiert. 130 Veranstaltungen wie Ausstellungen oder externe Konferenzen würden abgesagt.

Bis zum Montagabend waren beim Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit 157 SARS-CoV-2-Infektionen erfasst, mehr als die Hälfte davon allein in NRW. Das Institut stufte die Risikoeinschätzung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland von "gering bis mäßig" auf "mäßig bis hoch". Für die EU stufte die EU-Gesundheitsagentur das Risiko auf "moderat bis hoch" herauf, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte. Weltweit sind rund 90 000 Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und über 3000 Todesfälle erfasst. In Deutschland sind in elf der 16 Bundesländer Infektionen registriert. Das Ursprungsland China bekommt die Epidemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer besser in den Griff.

Immer mehr Hessen isoliert

Am meisten Sorge bereite aktuell die Lage in Südkorea, Italien, Japan und im Iran. In Europa ist Italien das am stärksten betroffene Land. Dort sind rund 1700 Infektionen erfasst, darunter über 30 Todesfälle. Insgesamt wurden nach Angaben der EU-Kommission inzwischen deutlich mehr als 2000 SARS-CoV-2-Infektionen in 18 EU-Staaten nachgewiesen. Wegen der Ausbreitung des Virus müssen auch in Hessen immer mehr Menschen in Quarantäne. Allein im Wetteraukreis dürfen rund 50 Personen ihr Haus nicht mehr verlassen, hieß es gestern beim Landkreis. Nach zehn bestätigten Infektionen klärten die Behörden in Hessen weitere Verdachtsfälle ab. Einen elften Nachweis meldete das Sozialministerium gestern. Die Person befinde sich in häuslicher Isolation in Frankfurt. dpa " Seiten 2, 3, 4, 27

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