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Alle Läden dürfen öffnen

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Berlin- Familien dürfen sich wieder treffen und beim Einkaufsbummel gibt es mehr Auswahl: Deutschlandweit werden die Regeln in der Corona-Krise gelockert. Über das Tempo bestimmen die Bundesländer in vielen Bereichen aber selbst - etwa bei Schulen, Kitas und Unis, der Gastronomie, Kinos oder Opernhäusern. "Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen vorsichtig bleiben" - so fasste es Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer zusammen. Sollten sich irgendwo zu viele Menschen zu schnell anstecken, greife ein "Notfallmechanismus" - dann werden die Regeln zwar wieder strenger, aber nur regional begrenzt.

Auch das Land Hessen unternimmt weitere Schritte aus dem Corona-Lockdown: Die wegen der Pandemie geschlossenen Gaststätten, Hotels und Campingplätze sollen noch im Mai wieder öffnen dürfen. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Über den genauen Zeitpunkt werde das hessische Corona-Kabinett heute entscheiden. Die Kontaktbeschränkungen sollen bis zum 5. Juni verlängert werden, doch auch hier ist eine Lockerung geplant: So sollen sich etwa Familien aus zwei Haushalten treffen dürfen.

Geschäfte sollen unabhängig von der Quadratmeterzahl ihrer Verkaufsfläche wieder öffnen dürfen, erläuterte Bouffier. Das Land will zudem Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern wieder unter Auflagen zulassen. Fitnessstudios sollen noch im Mai öffnen können

Die Vorsicht im Umgang mit älteren Menschen, die eine Risikogruppe für eine Covid-19-Erkrankung sind, müsse bestehen bleiben, betonte Merkel. Jeder Schüler und jedes Vorschulkind in Deutschland soll vor dem Sommer möglichst noch mindestens einmal in die Schule oder in die Kita gehen. Vereinbart wurde, dass die Notbetreuung in den Kitas spätestens ab dem 11. Mai überall ausgeweitet werden soll. Auch weitergehende Kita-Öffnungspläne haben mehrere Länder schon bekannt gegeben. Der Vorlesungsbetrieb an Hochschulen bleibt ebenfalls den Ländern überlassen.

165 900 Infektionen

Über die schrittweise Öffnung von Cafés, Restaurants oder Kneipen sollen die Länder selbst entscheiden. Nordrhein-Westfalen etwa peilt den 11. Mai an. In eigener Verantwortung sollen die Länder auch entscheiden, ob und wann Musikschulen, Messen, Fahrschulen, Kosmetikstudios, Schwimmbäder und Fitnessstudios wieder öffnen. Das gilt auch für "kleinere öffentliche oder private Veranstaltungen oder Feiern sowie Veranstaltungen ohne Festcharakter", Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos.

In Kliniken, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen soll jeder Patient oder Bewohner wiederkehrenden Besuch durch eine bestimmte Person bekommen dürfen.

Training im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wird - mit Einschränkungen - wieder erlaubt. Abstandhalten ist erstes Gebot: Ohne Zuschauer darf in der Fußball-Bundesliga gespielt werden. Am 15. Mai soll es losgehen.

In Deutschland sind bis Mittwochabend über 165 900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 164 800 Infektionen). Mindestens 7092 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag 6942). dpa " Mehr im Innenteil

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