Die Freude bei den Grünen über das gute Wahlergebnis ist groß. Ihr Bürgerschaftsfraktionsvorsitzender Anjes Tjarks lässt sich auf der Wahlparty durch die Menge tragen. FOTO: DPA
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Die Freude bei den Grünen über das gute Wahlergebnis ist groß. Ihr Bürgerschaftsfraktionsvorsitzender Anjes Tjarks lässt sich auf der Wahlparty durch die Menge tragen. FOTO: DPA

Alle geben an Grüne ab

Welche Verschiebungen sich hinter dem Ergebnis der Hamburger Bürgerschaftswahl verbergen, beleuchtet eine Analyse des Instituts Infratest dimap für die ARD:

SPD:Die Sozialdemokraten verloren rund 27 000 Wähler an die Grünen, was eine erhebliche Größenordnung bedeutet. Sie gewannen zugleich aber auch 33 000 Unterstützer aus dem Lager der Nichtwähler sowie 7000 ehemalige CDU-Wähler hinzu. Überdurchschnittlich hohe Zustimmung erhielt die Partei unter älteren Hamburgern: In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen stimmten 49 Prozent für sie, in der Altersgruppe ab 70 Jahren waren es gar 61 Prozent.

Grüne:Die Grünen gewannen Wähler von allen anderen Parteien und aus dem Lager der Nichtwähler dazu. Der Zustrom von 27 000 Unterstützern der SPD sowie 28 000 Nichtwählern war der zahlenmäßig bedeutendste. Aber auch 9000 Menschen, die bei der vorigen Wahl noch CDU gewählt hatten, stimmten laut Infratest dimap für sie. Hinzu kamen jeweils noch 4000 Linken- und FDP-Wähler.

Die Grünen erzielten ihre besten Ergebnisse unter den jüngeren Wähler bis zum Alter von etwa Mitte 40.

CDU:Die CDU verlor insbesondere in Richtung Rot-Grün. 9000 ihrer Wähler von 2015 wanderten zu den Grünen, weitere 7000 zur SPD. Auf ihre Seite ziehen konnte sie 7000 Nicht- sowie 2000 FDP-Wähler. Die mit Abstand höchsten Zustimmungswerte erreichte sie dabei in der Gruppe der Wähler ab 70 Jahren, bei denen sie auf 19 Prozent kam. Unter den Erst- und Jungwählern zwischen 16 und 24 Jahren stimmten lediglich sechs Prozent für die CDU.

Linke:Die Hamburger Linke gewann 9000 Nichtwähler sowie 1000 frühere SPD-Unterstützer. Zugleich wanderten 4000 ihrer Wähler von 2015 zu den Grünen ab. Am beliebtesten war die Partei bei den 16- bis 24-Jährigen. Von ihnen stimmten 14 Prozent für die Linke, bei den 25- bis 34-Jährigen waren es 13 Prozent.

FDP:Die Liberalen verzeichneten Abwanderungen zu den Grünen in Höhe von 4000 Wählern. 3000 weitere ihrer Wähler zog es zur SPD und 2000 zur CDU. Zugleich gewann die FDP 5000 Stimmen aus dem Lager der Nichtwähler hinzu. In Sachen Altersstruktur ist die Anhängerschaft in Hamburg sehr ausgeglichen: In allen Altersgruppen lag die FDP zwischen vier und sechs Prozent.

AfD:Bei der AfD war die Wählerwanderung eher gering. Sie gewann 3000 Nichtwähler und 1000 CDU-Anhänger. Zugleich verlor sie unter anderem 1000 Wähler an die Grünen. Am besten schneidet die AfD bei den 35- bis 69-Jährigen mit sechs bis sieben Prozent ab. Die Jüngeren bis 24 Jahre und die Älteren über 70 Jahren wählten nur zu drei Prozent die AfD. AFP

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