Von Akku über Online-Handel bis Streaming

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Berlin- Der Alltag wird digitaler - an den Energiebedarf denken viele nur, wenn der Akku leer ist. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will das ändern. Schon 2025 könnten durch die Digitalisierung mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als durch den Autoverkehr, sagte sie gestern in Berlin, das könne zum "Brandbeschleuniger" für den Klimawandel werden. Was schwebt der Umweltministerin vor? Smartphones und Tablets sollen langlebiger werden. Dafür sollen Akkus und Bildschirme leichter austauschbar werden, Ersatzteile länger und günstiger zur Verfügung stehen, Reparaturen günstiger werden. Über die EU will Schulze erreichen, dass alle Hersteller verbindliche Aussagen zur Lebensdauer ihrer Produkte machen müssen und Kunden ein Recht auf Reparatur bekommen - wie es oft auch schon üblich ist. Im Online-Handel wünscht Schulze sich so etwas wie Ökowegweiser für Kunden, die nachhaltig einkaufen wollen - etwa die Möglichkeit, gezielt nach umweltfreundlichen Waren zu suchen. Beim Streaming vor allem auf Handys oder Tablets sollte aus Sicht der Ministerin nicht die höchste Auflösung Standard sein, die es gar nicht brauche.

Eine weitere Baustelle sind Rechenzentren, die Herzkammern der Digitalisierung. Bis 2021 soll das Umweltbundesamt herausfinden, wie viele größere Rechenzentren es in Deutschland gibt, bisher gibt es dazu keine Angaben. Mittelfristig will Schulze Vorschriften zur Effizienz. Ziel ist, dass die Zentren mit Ökostrom laufen, möglichst wenig Strom brauchen und Wärme zum Heizen genutzt wird. Die SPD-Politikerin sieht sich mit ihrer "umweltpolitischen Digitalagenda" als Pionierin. Fachleute waren ins Erarbeiten der 72 Maßnahmen eingebunden, andere Ministerien nicht. dpa

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