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Wieder reichlich Feuerwerk

  • vonDPA
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Weltweit haben die Menschen mit fröhlichen und fast immer friedlichen Partys das neue Jahr begrüßt - einmal mehr mit reichlich Feuerwerk, trotz aller Umweltbedenken. In den Ballungsgebieten zeigten die Messstationen am Mittwochmorgen erhöhte Feinstaubwerte.

Mit Freude und Feuerwerk haben die Menschen in Deutschland den Jahreswechsel gefeiert und das Jahr 2020 begrüßt. Die größte Silvesterparty des Landes fand traditionell in Berlin am Brandenburger Tor statt: Zu der Partymeile kamen Hunderttausende und bejubelten das enorme Feuerwerk, das den Nachthimmel über der Hauptstadt erleuchtete. Der Polizei und den Rettungskräften brachte die Silvesternacht wieder Einsätze im Minutentakt.

Unsachgemäßer Umgang mit Feuerwerk führte vielfach zu teils schweren Verletzungen. In einigen Fällen wird nun ermittelt - beispielsweise im niedersächsischen Ilsede, wo eine 39 Jahre alte Frau von einer Silvesterrakete im Gesicht getroffen wurde. Diese sei aus einer Gruppe heraus parallel zur Straße gezündet worden, hieß es.

Dem Feuerwerk ging bundesweit eine Debatte über den Sinn und Unsinn von Böllerei angesichts von Klimaschutz sowie Lärm und Aggressionen voraus. Zum ersten Mal waren in der deutschen Hauptstadt Raketen und Böller nicht nur auf der Partymeile verboten, sondern auch in anderen Bereichen - unter anderen rund um den Alexanderplatz.

In vielen Ballungsgebieten in Deutschland zeigten die Messwertstationen des Umweltbundesamtes (UBA) am Mittwochvormittag sehr hohe Feinstaubwerte an. "Die Luftqualität ist überall in den großen Metropolen schlechter", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes mit Verweis auf die UBA-Daten vom Neujahrstag. Ein Blick auf die Werte der Messstationen bestätigt dies: In der Rhein-Main-Region oder im Ruhrgebiet, in Bremen und Hannover, München oder Nürnberg markierten dunkelrote Farbpunkte am Mittwochvormittag eine sehr schlechte Luftqualität, die vor allem auf erhöhte Feinstaubwerte zurück ging.

Böllerverbot in Rom

Zu den Raketen kam regional Windstille: So hat beispielsweise in Stuttgart die Kombination aus Wetterlage und Feuerwerk zu vielen Einsätzen der Feuerwehr wegen Fehlalarmen von Brandmeldern geführt. Qualm und Rauch seien nicht nach oben abgezogen, sondern hätten sich am Boden gestaut, erklärte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle.

In vielen Ländern der Welt begann das neue Jahr deutlich früher als in Deutschland: Als weltweit Erste - bereits um elf Uhr mitteleuropäischer Zeit - feierten die Menschen in Samoas Hauptstadt Apia den Jahreswechsel. Der Südseestaat liegt wie auch Kiribati gerade westlich der internationalen Datumsgrenze.

Umstritten war das Feuerwerk im australischen Sydney. Trotz verheerender Buschbrände im Land schossen um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit Feuerwerkskörper von der Harbour Bridge und ließen den Hafen samt dem bekannten Opernhaus zwölf Minuten lang in einem bunten Lichtspektakel erstrahlen. Zur großen Feier wehten die Fahnen in Gedenken an die Brandopfer auf Halbmast.

In der russischen Hauptstadt Moskau lagen sich (um 22 Uhr MEZ) Zehntausende Menschen bei einem großen Fest am Roten Platz in den Armen. In der britischen Hauptstadt, die eine Stunde nach Berlin ins neue Jahr kam, gab es ein Feuerwerk am Riesenrad London Eye.

In Rom feierten zehntausende Menschen vor historischer Kulisse. Sie strömten zum Circus Maximus, wo das offizielle große Feuerwerk um Mitternacht losging. Private Feuerwerke auf der Straße waren verboten - wer trotzdem böllerte, riskierte eine Strafe von 500 Euro.

Ein 30-Jähriger im Elsass kam bei einem Unfall mit einem Feuerwerkskörper ums Leben. Der Mann starb in der Silvesternacht in Hagenau in der Nähe von Straßburg, wie die örtliche Präfektur am Mittwoch mitteilte.

In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro begrüßten Hunderttausende Menschen das neue Jahr. Einheimische und Touristen verfolgten am Stadtstrand Copacabana das Feuerwerk über dem Atlantik.

Erst um elf Uhr mitteleuropäischer Zeit waren die Einwohner und Touristen auf den Inseln von Hawaii an der Reihe. 25 Stunden nach Samoa war das Jahr 2020 dann auch am äußersten Rand der Datumsgrenze angekommen - im US-Außengebiet Amerikanisch-Samoa.

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