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Nach heißestem Tag des Jahres: Heftige Gewitter in vielen Teilen Deutschlands angekündigt

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Von: Christoph Gschoßmann

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Zuerst die Hitze - dann die Blitze? Deutschland muss sich laut einem Wetter-Experten auf Unwetter einstellen, die auf die hohen Temperaturen folgen könnten. Sonntag war der heißeste Tag des Jahres.

Update vom 20. Juni, 6.45 Uhr: Nach der Hitze startet die Woche am letzten Tag des kalendarischen Frühlings in weiten Teilen Deutschlands mit Regen. Bis weit in den Vormittag hinein sei in den mittleren Landesteilen mit Schauern und teils kräftigen Gewittern zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst am frühen Montagmorgen mit. Im Süden und Südosten bleibe es vorerst meist trocken. Im Tagesverlauf komme es auch im Norden und Osten zu einzelnen Schauern.

Am Nachmittag sei dann auch im Süden mit einzelnen, teils kräftigen Gewittern zu rechnen, die abends Richtung Alpen abziehen. 17 bis 24 Grad soll es in der Nordhälfte werden, ganz im Süden 27 bis 33 Grad. In der Nacht zum Dienstag werde es im Nordosten und ganz im Süden noch einzelne Schauer oder Gewitter geben, die dann rasch abklingen. Es wird kühler, die Tiefstwerte liegen zwischen sieben und zehn Grad.

Erst Hitze, dann Blitze: Nach heißestem Tag des Jahres - Gewitter in vielen Teilen Deutschlands erwartet

Update vom 19. Juni, 21.57 Uhr: Der Sonntag war mit bis zu 39,2 Grad der bislang heißeste Tag des Jahres. Der Höchstwert wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Cottbus (Brandenburg) und Dresden-Strehlen (Sachsen) gemessen. Im sächsischen Hoyerswerda wurde es ähnlich warm: Dort kletterte die Temperatur bis auf 39,0 Grad. Ein deutscher Temperaturrekord ist das aber nicht: Laut DWD wurden am 25. Juli 2019 an Stationen in Duisburg und Tönisvorst (bei Krefeld) 41,2 Grad Celsius gemessen. 

Indes wüteten in Brandenburg Feuer. Zwei sich schnell ausbreitende Waldbrände haben in Brandenburg am Sonntag mehrere hundert Menschen aus ihren Häusern vertrieben. In Treuenbrietzen südwestlich von Berlin mussten rund 600 Bewohnerinnen und Bewohner die drei Ortsteile Tiefenbrunnen, Frohnsdorf und Klausdorf verlassen. Zu schaffen machte den Einsatzkräften neben der aktuellen Hitze demnach vor allem starker Wind. Die aktuellen Windverhältnisse hätten zu einer Ausweitung des Einsatzgebiets geführt, teilte die Stadt Treuenbrietzen am Sonntagmittag mit.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei nimmt Wasser auf am Seddiner See in Brandenburg, um die Waldbrände in Treuenbrietzen und Beelitz zu bekämpfen.
Ein Hubschrauber der Bundespolizei nimmt Wasser auf am Seddiner See in Brandenburg, um die Waldbrände in Treuenbrietzen und Beelitz zu bekämpfen. © Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hitzewelle in Deutschland: Deutscher Hitzerekord für zweite Juni-Dekade geknackt

Update vom 19. Juni, 17.20 Uhr:  Der Deutsche Wetterdienst (DWD) registrierte am Sonntagnachmittag nach eigenen Angaben laut vorläufigen ersten Messungen an mehreren Wetterstationen in den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Brandenburg Werte von 38 Grad. Vielerorts lagen die Temperaturen zudem nur knapp darunter.

Der vorläufige Spitzenwert wurde nach Angaben des Wetterdiensts an einer Wetterstation in der ostbrandenburgischen Stadt Cottbus mit 38,7 Grad erreicht. Wenn dieser sich bestätigt, würde dies einen neuen deutschen Rekord für die sogenannte zweite Juni-Dekade bedeuten. Der bisherige Höchstwert für diese Zeit wurde 2002 mit 38,3 Grad im Rheinland gemessen.

Klimaexperte über Hitzewelle: „Extrem wird zum neuen Normal“

Update vom 19. Juni, 14.40 Uhr: Der „eigentliche Motor“ hinter der aktuellen Hitzewelle in weiten Teilen Europas sei der Umweltorganisation Greenpeace zufolge der voranschreitende Klimawandel. „Extrem wird zum neuen Normal“, erklärte deren Klimaexperte Karsten Smid in Hamburg. Nie zuvor sei es in Europa so früh im Jahr so heiß und trocken gewesen. Smid verwies dabei sowohl auf die anhaltend extrem hohen Temperaturen in Spanien oder Frankreich, als auch auf das gegenwärtige Hitzewochenende hierzulande. Deutschland sei auf die Folgen der Klimakrise nicht vorbereitet, eine massive Ausweitung der politischen Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels daher nötig. Die politische Antwort auf die Entwicklung sei im Prinzip „offensichtlich“ und bestünde aus einem schnellen Ausstieg aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas, sowie dem raschen Ausbau erneuerbarer Energien.

Hitzewelle: „Viel Wasser trinken“ und Vorsicht beim Baden – Offizielle Stellen warnen vor Gefahren

Update vom 19. Juni, 13.00 Uhr: „Viel Wasser trinken ist ein Muss“, äußerte nun Bundesinnenminister Thomas Strobl (CDU), der auf die Gefahren der Hitze insbesondere für ältere Menschen aufmerksam machte. „Achten Sie besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme bei sich selbst und auch bei anderen.“

Auch bei sommerlichen Freizeitaktivitäten ist Vorsicht geboten; bundesweit sind, teils tödliche Badeunfälle zu beklagen. Die DLRG Rheinland-Pfalz warnte explizit vor dem Baden in Flüssen. So sei einem Sprecher zufolge beispielsweise „im Rhein zu baden [...] ungefähr so sicher, wie mit einem Fahrrad auf der Autobahn zu fahren.“ Badende könnten leicht von der Strömung erfasst und in die Flussmitte gezogen werden. „Dort sind die Strömungsverhältnisse so schwierig, dass selbst geübte Schwimmer kaum eine Chance haben, dagegen anzuschwimmen.“ 

Hitzewelle in Frankreich: Ein Mann sitzt in Lyon im Schatten.
Schattenplätze sind heiß begehrt: die Temperaturen steigen nochmal weiter. © Laurent Cipriani/dpa

Wetter: Hitze in Deutschland erreicht Rekordmarken – Waldbrandgefahr extrem hoch

Update vom 19. Juni, 12.15 Uhr: Die heutigen Temperaturen würden bis zu 38 Grad von Nordbaden bis zum Kaiserstuhl erreichen, das meldet der DWD. Selbst im Bergland sollen die Thermometer bis zu 32 Grad anzeigen. Abkühlung durch Gewitter seien nur lokal und mit geringer Wahrscheinlichkeit in Sicht, könnten im Südschwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und in Oberschwaben aber mit Starkregen und Hagel einhergehen. Des Weiteren bestehe aktuell landesweit auch eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr.

Wetter in Deutschland: Warnung vor Windböen und teils extremer Wärmebelastung

Update vom 19. Juni, 10.50 Uhr: Der DWD warnt aktuell vor Windböen in weiten Teilen des Ostens von Deutschland. Gleichzeitig muss vom Südwesten bis in den Osten des Landes mit Hitze, am Oberrheingraben teils extremer Wärmebelastung gerechnet werden. In der Südwesthälfte sei darüber hinaus mit erhöhter UV-Strahlung zu rechnen.

Das Bundesgesundheitsministerium weist darauf hin, dass „insbesondere, wenn [...] eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und wenig oder gar kein Wind geht“, Hitze für zu „zusätzlichen Belastungen des Herz-Kreislaufsystems“ führt, was, zu „z.B. Hitzeerschöpfung, Hitzekrämpfen, einem Hitzschlag oder Austrocknung führen [kann]“. „Besonders gefährdet bei Hitze“, so das Ministerium, seien „Menschen, die bereits unter Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder Atemwegserkrankungen leiden, Menschen über 65 Jahre, Babys und Kleinkinder sowie Menschen, die sich z.B. berufsbedingt auch bei Hitze viel im Freien aufhalten.“ Die hitzeinduzierten Erkrankungen seien „zum Teil lebensbedrohlich“. Die Gefahr würde durch den Flüssigkeitsmangel infolge vermehrten Schwitzens noch erhöht werden.

Halten Sie sich daher im Schatten auf, achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme – Kaffee und Alkohol sollten Sie dabei meiden – und verzichten Sie, wenn möglich, auf körperliche Anstrengungen.

Wetter: Waldbrandgefahr in Deutschland - Katastrophenfall im Landkreis Potsdam-Mittelmark

Update vom 19. Juni, 6.42 Uhr: Nach schweißtreibenden Temperaturen am Samstag könnte es diesen Sonntag in manchen Teilen Deutschlands sogar noch heißer werden. In Jena und Cottbus ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mit bis zu 38 Grad zu rechnen, doch nicht nur die beiden Städte in Thüringen und Brandenburg könnten den tags zuvor aufgestellten Rekord - bislang heißester Tag des Jahres - nochmals toppen: Auch in Baden-Württemberg und Bayern sowie Sachsen und Sachsen-Anhalt ist mit ähnlich hohen Temperaturen zu rechnen. Nahe dem brandenburgischen Treuenbrietzen wurde gar der Katastrophenfall ausgerufen, weil sich dort ein Waldbrand durch die akute Trockenheit und Hitze immer weiter zuspitzt.

Das hochsommerliche Wetter trieb viele Menschen am Samstag an Seen oder ins Freibad. Mit 37,1 Grad wurden nach DWD-Angaben am späten Nachmittag die höchsten Werte an den Messstationen Waghäusel-Kirrlach am Oberrhein (Baden-Württemberg) und in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) registriert. Wegen der starken Hitze bei gleichzeitig ausbleibendem Regen herrscht in einigen Teilen Deutschlands nach wie vor hohe Waldbrandgefahr.

Sommer im Park Sanssouci
Spaziergänger und Fahrradfahrer gehen über die Hauptallee im Park Sanssouci. © Monika Skolimowska/dpa/Archivbild

So habe der Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark wegen eines Waldbrandes den Katastrophenfall ausgerufen, sagte ein Feuerwehrsprecher in Brandenburg/Havel. Die Bundeswehr beteiligte sich mit einem Transporthubschrauber an der Bekämpfung des Waldbrandes und teilte auf Twitter mit, sie habe etwa 40 000 Liter Wasser abgeworfen.

Doch nicht überall und nicht ganztägig droht am Sonntag das Hitzechaos. Nach einem heißen Start in den Tag dürften laut Vorhersage ab dem Nachmittag vor allem über der Mitte, im südwestdeutschen Bergland sowie an den Alpen vermehrt Wolken aufquellen. Es kann örtlich kräftige Gewitter und Unwetter geben.

Wetter in Deutschland: Heißester Tag des Jahres - bis zu 37,1 Grad

Update vom 18. Juni, 21 Uhr: Der Samstag ist mit bis zu 37,1 Grad der bislang heißeste Tag des Jahres gewesen. Die höchsten Werte wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am späten Samstagnachmittag an den Stationen Waghäusel-Kirrlach am Oberrhein (Baden-Württemberg) sowie in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) gemessen.

Hinter den dort jeweils gemessenen 37,1 Grad lagen nach DWD-Angaben vom Samstagabend Möhrendorf-Kleinseebach im mittelfränkischen Kreis Erlangen-Höchstadt (Bayern) mit 36,8 Grad, gefolgt von Trier-Zewen (Rheinland-Pfalz) mit 36,6 Grad und Kahl am Main im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg an der bayerisch-hessischen Grenze mit 36,5 Grad.

Der deutsche Temperaturrekord ist von all diesen Werten noch einiges entfernt. Laut DWD wurden am 25. Juli 2019 an Stationen in Duisburg und Tönisvorst (bei Krefeld) 41,2 Grad Celsius gemessen. Ein am selben Tag in Lingen gemessener Temperaturrekord von 42,6 Grad wurde später im Nachhinein annulliert. Auch für den Juni handelt es sich bei den Werten von diesem Samstag um keine Rekordwerte: Ende Juni 2019 waren an mehreren Orten Werte um die 39 Grad gemessen worden.

Wetter in Deutschland: Hitzewelle am Samstag

Erstmeldung vom 18. Juni: München - Die erste Hitzewelle des Sommers hat Deutschland fest im Griff. Doch wie lange noch, und was kommt danach? Laut Meteorologe Björn Alexander von Wetter.de müssen sich einige Landesteile auf Gewitter einstellen.

So erklärt Alexander, dass es nach dem Hitze-Wochenende mit den Temperaturen zunächst leicht bergab gehe. „Den Höhepunkt der Hitze lassen wir auf jeden Fall schon mal hinter uns.“ Allerdings gebe sich der Sommer noch nicht so schnell geschlagen. Nach der Hitze erwarten uns kräftige Unwetter, so der Experte: „Teils kräftige Schauer und Gewitter bis hin zu ausgewachsenen Unwettern sind bei solchen Luftmassen immer denkbar“, sagt er - auch wenn sie durch die Wetter-Computer derzeit nicht unbedingt in der Heftigkeit abgebildet würden. „Auszuschließen sind sie aber auf keinen Fall. Vor allem, weil die Wärme am Mittwoch und Donnerstag erneut von kühlerer Atlantikluft abgedrängt wird. Spätestens am Donnerstag kühlt es damit - nach jetzigem Stand - bis ganz runter in den Süden spürbar ab.”

Wetter in Deutschland: DWD mit Warnung - „Hagel und schwere Sturmböen“

Auch der Deutsche Wetterdienst sagt Unwetter voraus. So heißt es auf der Website, dass über dem südwestdeutschen, mit „geringerer Wahrscheinlichkeit auch über dem westlichen Bergland einzelne Gewitter“ niedergingen, und auch „Unwetter durch heftigen Starkregen“ seien „nicht auszuschließen“. Ebenso gebe es am Mittwoch „südlich einer Linie Eifel-Lausitz Gewitter“, und „vor allem über dem Bergland mit Unwettergefahr durch heftigen Starkregen, im Süden zudem durch größeren Hagel und (schwere) Sturmböen.“

Wie kühl wird es nach der Hitze und wo? Alexander erklärt: „Das Gros der Modelle sieht für den Mittwoch noch zwischen 20 Grad im Norden und 30 Grad am Oberrhein. Am Donnerstag werden es demnach maximal noch 17 bis 26 Grad. Dabei sind neben sonnigen Phasen gebietsweise auch Schauer und Gewitter drin.“

Wetter in Deutschland: Im Süden und Osten bleibt es warm

Alles in allem eher erwartet uns dann aber wieder „der Sommer der mitteleuropäischen Art, der uns wahrscheinlich auch in Richtung Monatsende erhalten bleiben könnte. Hierbei liegen die Wärmevorteile im Süden und Osten, während es Richtung Westen und Norden frischer und insgesamt wechselhaft bleiben dürfte.”

Im Süden dagegen bleibt es zunächst noch wärmer, so Alexander: „Südlich der Mainlinie geht es am Montag sehr warm bis heiß mit 26 bis 32 Grad weiter, bevor lokale Gewittergüsse für etwas Abkühlung sorgen. Ansonsten ist bei Temperaturen von 17 bis an die 25 Grad erst einmal durchlüften angesagt.“ Die Wärme verbreitet sich am Dienstag, dem kalendarischen Sommeranfang, nochmals nordwärts, so der Meteorologe. „Bis herauf in den Norden erneut mit Höchstwerten von 24 bis 33 Grad. Lediglich die Küsten zeigen sich im Seewind kühler.” (cg)

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