Ost und West gleichen sich an

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Wiesbaden (dpa). 30 Jahre nach dem Mauerfall gleichen sich die Familienverhältnisse in Ost und West immer mehr an. Einige Unterschiede bestehen aber fort, wie die Statistiker in Wiesbaden aufschlüsselten: Im Westen sind Eltern zum Beispiel häufiger verheiratet. Und im Osten werden mehr Kleinkinder betreut. Für Prof. Michaela Kreyenfeld, Familienforscherin an der Hertie School of Governance in Berlin, stellt sich daher eher die Frage: "Warum sehen wir nach 30 Jahren immer noch so große Unterschiede? Die Leute, die heute Kinder kriegen, haben ja kaum noch DDR-Erfahrung."

Es sei nicht nur der Osten, der sich dem Westen annähern müsse, sondern auch umgekehrt, so Kreyenfeld. "Was die Familienstrukturen betrifft war der Osten in vielerlei Hinsicht ›moderner‹ als der Westen."

Die Familienpolitik habe viel zur Angleichung beigetragen. Doch spielen bei der Familiengründung immer auch Faktoren eine Rolle, die sich nur langsam ändern, etwa religiöse Bindung, der Wert der Ehe oder die Frage der Kinderbetreuung. "Ich glaube nicht, dass wir da sehr schnell eine Angleichung sehen", so Kreyenfeld. "Da wird über Generationen etwas weitergegeben."

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