Jahreswechsel mit Feuerwerk in Köln. Foto: Henning Kaiser/dpa
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Jahreswechsel mit Feuerwerk in Köln. Foto: Henning Kaiser/dpa

Neue Untersuchung

Weniger Feinstaub durch Feuerwerkskörper als bisher gedacht

Das Silvesterfeuerwerk verursacht in Deutschland jährlich Tausende Tonnen Feinstaub. Allerdings könnte es deutlich weniger sein als bislang angenommen, wie eine neue Studie zeigt. Das Umweltbundesamt übt jedoch Kritik am Vorgehen.

Berlin/Dessau (dpa) - Das jährliche Silvester-Feuerwerk stößt offenbar weniger Feinstaub aus als bislang angenommen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI), in die auch das Umweltbundesamt involviert war. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Das Ergebnis: An Silvester 2019 verursachte das Feuerwerk etwa 1477 Tonnen Feinstaub in Deutschland. Das Umweltbundesamt (UBA) war bislang davon ausgegangen, dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern jährlich rund 4200 Tonnen Feinstaub freisetzt - den größten Teil davon in der Silvesternacht.

Die neue Untersuchung des VPI stützt sich auf Labormessungen, die dann auf die Explosiv-Masse aller bundesweit verbrauchten Feuerwerksartikel hochgerechnet wurden. Demnach beträgt der Anteil des Silvester-Feuerwerks an den jährlichen Feinstaubemissionen "gerade einmal 0,7 Prozent", sagte Studienleiter Fritz Keller der "Süddeutschen Zeitung".

Das Umweltbundesamt bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, mit dem VPI im Austausch gewesen zu sein. Fachgebietsleiterin Ute Dauert bezeichnete die Ergebnisse gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" als "realitätsnähere Erkenntnisse" über die Feinstaubemissionen durch Feuerwerkskörper im Vergleich zu den bisher errechneten Werten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte, dass der VPI mit "billigen Taschenspielertricks" arbeite. "Zum einen ist es nicht überraschend, wenn Auftragsstudien die Position der die Studie bezahlenden Industrie vermeintlich bestätigen. Zum anderen halten wir die gewählte Versuchsanordnung von Labormessungen in Metallcontainern eines finnischen Instituts für äußerst fragwürdig", sagte der Bundesgeschäftsführer der DUH, Jürgen Resch. Vor allem jedoch dürfe man die Gesundheitsgefahren von Feuerwerk nun nicht verharmlosen.

Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Teilchen. Je nach Größe können diese nicht nur tief in Lunge und Bronchien, sondern auch ins Blut gelangen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen. Die durch den Feinstaub erzeugte Luftverschmutzung hat ebenfalls negative Auswirkungen auf die Umwelt.

© dpa-infocom, dpa:200720-99-857965/3

Aritkel in der SZ

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