Wende in Augsburger Fall

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Augsburg(dpa). Steckte doch mehr hinter dem tödlichen Angriff auf einen Passanten in Augsburg? Das Oberlandesgericht (OLG) München hat sechs zwischenzeitlich freigelassene Tatverdächtige wieder in Untersuchungshaft geschickt. Neben Fluchtgefahr sei der Grund für die Entscheidung vor allem Verdunkelungsgefahr gewesen, sagte ein Sprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Damit ist etwa gemeint, dass Beschuldigte sich bezüglich der Aussagen absprechen könnten. Der dritte Strafsenat hob damit am Freitag eine Entscheidung des Landgerichts Augsburg auf und setzte die Haftbefehle wieder in Kraft. Der mutmaßliche Haupttäter saß ohnehin weiter in Haft. Die Jugendkammer des Landgerichts hatte die sechs Jugendlichen und jungen Männer erst am Montag aus der Untersuchungshaft entlassen, weil sie gerade keine derartigen Haftgründe sah. Gegen die Entscheidung war die Staatsanwaltschaft in die nächste gerichtliche Instanz gegangen. Sie wirft den Sechsen Beihilfe zum Totschlag vor. Sie waren den Ermittlungen zufolge am Nikolaustag dabei, als der Siebte aus der Gruppe in Augsburg einen 49 Jahre alten Passaten mit einem Schlag getötet haben soll. Der 17-Jährige, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft hat, wird des Totschlags verdächtigt. Die Jugendkammer des Landgerichts hatte erklärt, es habe kein gemeinschaftliches Umzingeln des Opfers gegeben. "Hinsichtlich der Beschuldigten, die sich weiter entfernt vom Tatgeschehen aufhielten, zum Teil diesem den Rücken zukehrten, fehlte es nach den Ausführungen des Gerichts an einer Beihilfehandlung", hieß es in einer Mitteilung. Das OLG habe den Sachverhalt "aus der Gesamtschau der vorliegenden Erkenntnisse" anders bewertet, sagte der Sprecher.

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