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Vulkanausbruch vor Tonga führt zu Ölkatastrophe in Peru: Land ruft Klimanotstand aus

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Von: Kerstin Kesselgruber

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Nach dem Vulkanausbruch vor Tonga ist die Katastrophe auch in Peru, hier Ancón in der Region Lima, verheerend.
Nach dem Vulkanausbruch vor Tonga ist die Katastrophe auch in Peru, hier Ancón in der Region Lima, verheerend. © Cris Bouroncle/AFP

Der Vulkanausbruch im Pazifik vor Tonga trifft auch das tausende Kilometer entfernte Peru. Rund 6000 Barrel verschmutzen das Meer und mehrere Strände.

Nuku‘alofa/Lima – Nach der Ölkatastrophe vor der Küste von Peru hat die Regierung den Klimanotstand ausgerufen. Staatspräsident Pedro Castillo forderte am Donnerstag (20.01.2022, Ortszeit) das spanische Erdölunternehmen Repsol auf, die volle Verantwortung für das Unglück und die Auswirkungen auf die Natur zu übernehmen, wie die Tageszeitung La República berichtete. Es handele sich um die schwerste Umweltkatastrophe in der jüngsten Geschichte des Landes.

Am Wochenende waren rund 6000 Barrel Öl beim Entladen eines Tankers an der Raffinerie La Pampilla nördlich der Hauptstadt Lima ausgelaufen. La Pampilla ist die größte Raffinerie in Peru. Repsol erklärte, das Unglück sei durch hohe Wellen nach einem Vulkanausbruch im Südpazifik vor Tonga ausgelöst worden. Das Energieunternehmen warf der Regierung Perus vor, keine Tsunami-Warnung herausgegeben zu haben.

Vulkanausbruch vor Tonga: Pazifikküste in Peru von Ölkatastrophe getroffen

Das ausgelaufene Öl hat rund 18.000 Quadratkilometer geschützter Gebiete mit einer Vielzahl von Vögeln und Pflanzen verschmutzt. Die Behörden sperrten drei Strände in der Nähe der Stadt Ventanilla. Castillo erklärte, die Regierung habe einen Ausschuss gebildet, um konkrete Maßnahmen zum Schutz von Natur sowie Bewohnerinnen und Bewohnern umzusetzen. Umweltminister Rubén Ramírez kündigte harte Sanktionen gegen Repsol an und warf dem Unternehmen vor, nicht schnell genug über das Unglück informiert zu haben. Damit sei Zeit verstrichen, um die Auswirkungen der Umweltkatastrophe einzudämmen. Die Staatsanwaltschaft hatte Medienberichten zufolge angekündigt, Ermittlungen aufzunehmen.

Derweil schicken immer mehr Länder Hilfslieferungen in das vom Vulkanausbruch hart getroffene Königreich Tonga. Videos zeigen die Verwüstung vor Ort. Lebensmittel und Trinkwasser sind knapp. Die Angst wächst, dass mit den ausländischen Schiffen und Flugzeug auch das Coronavirus ins zuvor weitgehend abgeschottete Königreich eingeschleppt werden könnte. Die Übergabe der Hilfsgüter soll deshalb kontaktlos stattfinden. Nach Angaben der Organisation Save the Children sind über 80.000 Menschen von der Katastrophe betroffen, unter ihnen mindestens 28.000 Kinder. (kke mit epd/KNA) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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