Stammzellen und Genschere

Verfahren gegen Patente

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Der Einsatz von Stammzellen ist mit großen Hoffnungen auf Heilung schwerer Krankheiten verbunden. Die ethischen und gesetzlichen Grenzen wären aber überschritten, würden Stammzellen aus menschlichen Embryonen gewonnen.

Patentgegner wollen nun ein Patent dazu für nichtig erklären lassen. "Wir halten dies für rechtswidrig, soweit es menschliche Embryonen betrifft, sagt Christoph Then von der Organisation Testbiotech.

Das Patent, das ein Münchner Reproduktionsmediziner 2004 angemeldet hatte und das 2013 erteilt wurde, umfasst laut Then auch die Nutzung menschlicher Embryonen, wie sie bei künstlicher Befruchtung entstehen.

Es gehe nicht um die Arbeit des Arztes. "Wir wollen damit nicht sagen, dass das, was der Arzt reproduktionsmedizinisch macht, nicht in Ordnung ist", betonte Then. Aber, so die Patentanwältin von Testbiotech, Gerlinde Seidel: "Das Patent hat hinsichtlich menschlicher Embryonen keinen Bestand."

Der Patentinhaber Wolfgang Würfel sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei ihm nie um eine kommerzielle Nutzung gegangen. Er wolle das Patent ohnehin verfallen lassen, die Klage sei eine gute Gelegenheit.

Die Patentgegner gehen auch gegen ein anderes Patent vor. Testbiotech legte Einspruch gegen ein europäisches Patent auf die Genschere CRISPR/Cas ein.

"Wir zweifeln nicht die Patentierbarkeit von CRISPR/Cas an", sagte Then. Nach der Analyse der Patentanwälte von Testbiotech lasse das Patent Lücken für den Einsatz an Keim- und Stammzellen des Menschen.

"Der Schutz der Menschenwürde ist gerade in Zeiten der neuen Gentechnik und der Genschere CRISPR/Cas von zentraler Bedeutung", sagte Then mit Blick auf chinesische Forscher, die mit CRISPR genetisch veränderte Kinder schufen und damit international Kritik auslösten. dpa

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