Das 1975 erbaute Affengehege im Krefelder Zoo ist in der Nacht zum 1. Januar komplett niedergebrannt. FOTO: DPA
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Das 1975 erbaute Affengehege im Krefelder Zoo ist in der Nacht zum 1. Januar komplett niedergebrannt. FOTO: DPA

Ursache "weitgehend geklärt"

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Die Ursache für den Brand im Krefelder Zoo ist nach Einschätzung der Polizei "weitgehend geklärt": Das Feuer wurde demnach durch eine Himmelslaterne ausgelöst. Eine Mutter und ihre beiden erwachsenen Töchter sollen dafür verantwortlich sein.

Eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter sollen nach Erkenntnissen der Polizei den verheerenden Brand im Krefelder Zoo mit einer Himmelslaterne ausgelöst haben. Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und erklärt, dass sie in der Silvesternacht fünf der Leuchten in den Himmel geschickt hätten.

Vier davon habe man inzwischen sichergestellt, die fünfte habe den Brand "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" ausgelöst, sagte Kriminalhauptkommissar Gerd Hoppmann am Donnerstag: "Für uns ist damit diese Tat weitgehend geklärt." Durch das Feuer war das Affenhaus abgebrannt, mehrere Menschenaffen starben.

Versicherungsfragen noch offen

Die drei Frauen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren hätten die durch Feuerwärme aufsteigenden Lampions im Internet bestellt und nach eigener Darstellung geglaubt, dass es an Silvester erlaubt sei, sie steigen zu lassen. Tatsächlich sind sie aber in ganz Deutschland verboten. Die Frauen seien nun "am Boden zerstört", sagte Hoppmann. Er betonte: "Ich finde es sehr couragiert, sich bei der Polizei zu melden und zu sagen: "Ja, ich glaube, wir sind dafür verantwortlich." Gegen die Frauen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Zu versicherungstechnischen Fragen wollte sich die Polizei nicht äußern. Ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungsgesellschaft sagte: "Die private Haftpflichtversicherung übernimmt auch fahrlässig verursachte Schäden. Ausgeschlossen sind nach unseren Musterbedingungen vorsätzlich herbeigeführte Schäden." Sie haftet also - gängige Versicherungsbedingungen vorausgesetzt - nur dann nicht, wenn ein Vorsatz nachweisbar ist.

Die SB-Warenhauskette Real kündigte als Reaktion auf den Brand an, den Verkauf von Himmelslaternen auf ihrem Online-Marktplatz zu beenden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) teilte mit, das Verbot von Himmelslaternen sei richtig und wichtig. "Beim fürchterlichen Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo zeigt sich wieder, wie gefährlich solche Himmelslaternen sind."

Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht, dies sei aber zum Zeitpunkt des Baus 1975 auch nicht vorgeschrieben gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, forderte, auch Altbauten in Zoos mit Brandmeldern auszustatten.

Meer aus Kerzen und Blumen

Eine Zoosprecherin sagte, das Affenhaus habe Totalschaden und werde abgerissen. Der Zoo werde voraussichtlich Freitag wieder öffnen. Der Brandort werde aber mit Absperrungen versehen, um einen "Katastrophentourismus" so weit wie möglich auszuschließen.

Einen großen Zoo-Brand in Deutschland gab es zuletzt vor rund neun Jahren in Karlsruhe. Im November 2010 war im Streichelgehege des dortigen Zoos Feuer ausgebrochen, 26 Tiere kamen ums Leben: Alpakas, Zwergziegen, Shetland-Ponys, Zwergesel und Schafe. Vier Elefanten erlitten Verbrennungen. Die Brandursachen wurden nie abschließend geklärt.

Vor dem Krefelder Zoo versammelten sich am Donnerstag Menschen und trauerten um die gestorbenen Affen, darunter fünf Orang-Utans, zwei ältere Flachland-Gorillas und ein Schimpanse. Zwischen einem stetig wachsenden Meer von Kerzen, Blumen und Stofftieren legten viele Kinder Botschaften nieder. Vor allem der 48 Jahre alte Gorilla Massa war sehr beliebt bei Besuchern. "Ich werde Massa und seine Freunde sehr, sehr vermissen", schrieb ein Junge. "Ich hoffe, sie sind im Affenhimmel und sehr glücklich".

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