Tief „Bernd“

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Luftwaffe versorgt zerstörte Dörfer mit Hilfsgütern

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Nach der Hochwasserkatastrophe In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz transportiert die Luftwaffe Hilfsgüter mit Hubschraubern der Spezialkräfte in die zerstörten Dörfer.

  • Tief „Bernd“* bringt starke Regenfälle in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
  • Die Polizei in Nordrhein-Westfalen warnt vor Betrugsfällen während der Hochwasserkatastrophe.
  • Die Zahl der Todesfälle steigt weiter an. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet* (CDU*) und Amtskollegin Malu Dreyer (SPD*) aus Rheinland-Pfalz sprechen von einer katastrophalen Lage.

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+++ 20.24 Uhr: Zur Unterstützung nach der Hochwasserkatastrophe in Deutschland setzt die Luftwaffe der Bundeswehr nun auch Hubschrauber der Spezialkräfte ein. Die Maschine vom Typ H145M fliege Hilfsgüter in die zerstörten Dörfer, sagte ein Luftwaffensprecher am Montag (19.07.2021) der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte das Heer auf Twitter geschrieben: „Vom Nürburgring gehen im Minutentakt lebenswichtige Güter wie Wasser und medizinische Ausrüstung in die betroffenen Gebiete.“ Insgesamt waren am Montag mehr als 1000 Soldat:innen im Hilfseinsatz, davon etwa 550 in Nordrhein-Westfalen, 300 in Rheinland-Pfalz und rund 100 in Bayern.

Nach der Unwetterkatastrophe ist die Luftwaffe mit Hubschraubern, hier beim Beladen von Hilfsgütern am Nürburgring, im Einsatz.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Polizei warnt vor Kriminalität – Plünderungen und gefälschte Spendenaufrufe

+++ 19.04 Uhr: Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen ist von mehreren Personen in einem kriminellen Zusammenhang ausgenutzt worden. Im vom Unwetter getroffenen Eschweiler bei Aachen in Nordrhein-Westfalen hatten Unbekannte in den vergangenen Tagen mehrere Häuser geplündert. Drei Verdächtige befinden sich nun in Untersuchungshaft, wie die Landesregierung am Sonntag (18.07.2021) mitteilte.

Nach Notrufen bei der Polizei in Bonn, Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis zu mutmaßlichen Plünderungen wurden auch in Weilerswist und Stotzheim sieben Tatverdächtige vorübergehend festgenommen. Das teilte die Polizei in Köln am Montag (19.07.2021) mit. Der Tatverdacht ließ sich allerdings nicht erhärten, so dass die Männer später wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen wurden, so die Deutsche Presse-Agentur.

Polizisten gehen durch die zerstörte Innenstadt, um Plünderungen während der Hochwasserkatastrophe zu verhindern.

Polizei warnt vor Betrug in der Hochwasserkatastrophe: Fake-Shops und gefälschte Spendenaufrufe

Auch mit gefälschten Internet-Shops und Spendenaufrufen haben Kriminelle offenbar die Notlage vieler Menschen ausgenutzt. In drei Fällen hätten mutmaßliche Betrüger etwa Bautrockner im Internet zum Verkauf angeboten, wie die Polizei in Köln und Bonn am Montag berichtete. Nachdem Betroffene dort bestellt und vorab gezahlt hatten, seien die Firmen telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen. In einem anderen Fall hätte eine vermeintliche Elektrik-Firma Reparaturen angeboten, aber diese nach einer Zahlung nicht ausgeführt. „Da die Täter aus dem Ausland agieren, ist das Löschen solcher Fake-Shops oft umständlich und langwierig. Die Betrüger können daher über viele Wochen hinweg ahnungslose Online-Einkäufer um ihr Geld bringen“, warnte die Polizei.

In Köln sucht die Polizei laut der Deutschen Presse-Agentur nach mutmaßlichen Betrügern, die ein auf Facebook veröffentlichtes Foto einer durch das Hochwasser zerstörten Wohnung kopiert hätten und in einem neuen Beitrag dann um Spenden gebeten hätten. Ob dem Aufruf jemand gefolgt ist, werde nun ermittelt. Der Post sei gelöscht worden. In allen Fällen werde wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt. Die Polizei warnte in einer Mitteilung am Montag vor Betrugsdelikten im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe*.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Warnung vor Schadstoffen im Wasser – Vermissten-Zahl unklar

+++ 15.30 Uhr: Durch die Unwetter sind zahlreiche Schäden entstanden. Heizöltanks wurden aufgeschwemmt, Rohre aufgerissen und Benzin lief aus Autos aus. Auf diese Weise gelangten Schadstoffen in die Gewässer. Das Landesumweltamt in Nordrhein-Westfalen warnt nun davor.

Vielerorts wurde in Nordrhein-Westfalen und Rheiland-Pfalz die Straßen überflutet.

Bürgerinnen und Bürger hätten der Behörde bereits gemeldet, dass vielerorts Ölschlieren aufgefallen seien – beispielsweise auf dem Rhein bei Bad Honnef: „Die Leute haben das auch schon gemeldet, dass es riecht und Schlieren auf dem Wasser sind“, erklärte eine Sprecherin des Landesumweltamtes. Auch in Wuppertal wurden derartige Folgen der Überflutungen festgestellt. Der Wupperverband teilte mit, dass durch die Überflutungen von Firmen, Betriebsflächen und Häusern diverse Substanzen ins Wasser gelangt seien.

Oberste Priorität habe die Trinkwasserversorgung in NRW, so die Sprecherin weiter. Die Wasserversorger müssten nun durch ihr Warn- und Alarmsystem mögliche Funde über Substanzen informieren. „Über andere Umweltfolgen haben wir noch gar keinen Überblick“, betonte die Sprecherin des Landesumweltamtes.

+++ 15.00 Uhr: Am fünften Tag nach dem verheerenden Unwetter steig die Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz von Sonntag auf Montag um 7 auf 117. Die Polizei rechnet allerdings mit weiteren Toten. „In welchem Ausmaß, können wir nicht sagen“, berichtete Polizeisprecher Lars Brummer in Koblenz. Wie viele Menschen vermisst würden, sei immer noch unklar, weil die Handy- und Telefonnetze noch immer nicht überall funktionierten. Zudem konnten noch nicht alle Meldungen abgeglichen werden.

Kritik am Katastrophenschutz war weder aus den Kreisen und Kommunen, noch von der politischen Opposition zu hören. „Im Moment kümmern wir uns um das, was passiert ist“, hieß es im Krisenstab im besonders schwer getroffenen Kreis Ahrweiler. Der Kreis Vulkaneifel und der Eifelkreis Bitburg-Prüm sehen zunächst keine Mängel bei der Alarmkette. Im Kreis Trier-Saarburg stand eine Analyse noch aus. Die Landesregierung hatte am Sonntag auf das rasante Tempo verwiesen, mit dem Wassermassen alles mitgerissen hatten.

Zahlreiche Häuser in Altenahr wurden komplett zerstört oder stark beschädigt, es gibt zahlreiche Todesopfer.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Akute Lebensgefahr in Erftstadt

+++ 12.35 Uhr: In dem vom Hochwasser besonders stark geschädigten Erftstadt bildet die Abbruchkante weiterhin ein Risiko. Zwar sei die Kiesgrube hinter dem Ortsteil Blessem weiträumig abgesperrt, sagte die Bürgermeisterin der nordrhein-westfälischen Gemeinde, Carolin Weitzel, im „Morgenmagazin“ von WDR 2. „Ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen ist jedoch jederzeit möglich.“ Die betroffenen Stadtteile würden permanent mit Drohnen überwacht.

Gleichzeitig liefen geologische Untersuchungen. „Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik“, sagte Weitzel. Im Ortsteil Blessem besteht in der Nähe der Abbruchkante akute Lebensgefahr. Unter Hochdruck und Einsatz sämtlicher verfügbarer Ressourcen laufe auch die Suche nach Vermissten, berichtete die Bürgermeisterin. Im Einsatz mit den Rettungskräften vor Ort seien Roboter, Sonargeräte, Drohnen und Suchhunde. Schwerpunktmäßig würden jetzt Liegenschaften in Blessem und die Bundesstraße 265 untersucht.

Unterdessen können die Menschen rund um die seit Tagen vom Hochwasser bedrohte Steinbachtalsperre aufatmen: „Ein Dammbruch ist jetzt nicht mehr zu befürchten“. Das hat die Bezirksregierung Köln mitgeteilt. Zuvor hatten Fachleute die Standsicherheit des Damms begutachtet. In den vergangenen beiden Tagen sei so viel Wasser abgelassen und abgepumpt worden, dass die Experten nun von einer stabilisierten Lage ausgingen, heißt es in einer Mitteilung der Bezirksregierung bei Twitter. „Die Talsperre wird in den nächsten Tagen abgefischt und dann vollständig entleert.“

Der Rhein-Sieg-Kreis meldete, die Evakuierungsmaßnahmen für Swisttal und Rheinbach könnten nun aufgehoben werden. Dort hatten die Bewohner in einigen Ortsteilen ihre Wohnungen verlassen müssen. Für einige Orte im Kreis Euskirchen galt allerdings noch für einige Stunden ein Betretungsverbot. Um den gefährlichen Druck auf die Staumauer zu verringern, habe der Wasserpegel um sechs bis sieben Meter gesenkt werden müssen, berichtete der Rhein-Sieg-Kreis.

Feuerwehr und THW pumpen Wasser aus einem Regenrückhaltebecken ab, in dem sich noch Fahrzeuge befinden sollen.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Feuerwehr dementiert wilde Dammbruch-Gerüchte

+++ 9.55 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) ist auf 117 gestiegen. Zudem seien mindestens 749 Menschen verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin in Koblenz am Montag mit. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar.

+++ 8.30 Uhr: Der Damm der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat den Wassermassen bislang standgehalten. Die Feuerwehr in Euskirchen dementierte Gerüchte, wonach der Damm gebrochen sei. „Es wird weiterhin Wasser abgepumpt und abgelassen“, so ein Sprecher der Einsatzkräfte. Fachleute wollen am Montagmorgen begutachten, inwieweit der Wasserstand derzeit kritisch sei.

Laut Angaben der Bezirksregierung in Köln könne erst Entwarnung gegeben werden, sobald das Wasser in der Talsperre zu zwei Dritteln abgelassen sei.

+++ 8.00 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht an diesem Montag die von der Flutkatastrophe und großen Zerstörungen besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. So wird er etwa an der Steinbachtalsperre in Euskirchen erwartet, wo ein Dammbruch zuletzt weiterhin nicht ausgeschlossen war. 

Die Zahl der bestätigten Todesopfer wegen der verheerenden Überflutungen in Deutschland war am Wochenende auf fast 160 gestiegen. Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind nach Polizeiangaben 110 Todesopfer zu beklagen, während die Zahl in Nordrhein-Westfalen auf 46 gestiegen ist. Zudem kam mindestens ein Mensch in Oberbayern ums Leben.

Update von Montag, 19.07.2021, 7.00 Uhr: In der Nacht zum Montag waren keine Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mehr in Kraft. Die Meteorologen sagten für die Nacht abklingende Regenfälle an den Alpen voraus. Zwar seien tagsüber vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Insgesamt steht Deutschland in den nächsten Tagen wohl aber nicht viel Regen bevor.

Unwetter-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Mehr als 700 Vermisste aufgetaucht

+++ 19.45 Uhr: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat auf der Suche nach Vermissten mehr als 700 vermisste Personen telefonisch erreicht. Damit sei eine Vielzahl der Vermisstenmeldungen, die bei der Polizei Köln eingegangen waren, aufgeklärt worden, teilte die Polizei mit. Rund 250 Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks waren am Sonntag im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen im Einsatz, um nach weiteren Vermissten zu suchen. Derzeit werden laut Polizei in der Region noch etwa 150 Menschen vermisst.

+++ 19.30 Uhr: In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Fachleuten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit. Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Die Behörden sprachen ein Betretungsverbot aus.

„Angesichts der Zerstörung in Teilen des Ortes, grenzt es an ein Wunder, dass wir bisher keine Todesopfer zu beklagen haben. Das ist ein Stück weit erleichternd. Gleichwohl müssen wir mit Hochdruck an einer Perspektive für die Bewohner arbeiten, die verständlicherweise schnellstmöglich wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren möchten“, so Rock.

Unwetter-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Kamen die Wassermassen überraschend?

+++ 18.35 Uhr: Kam die Regenmenge, die die Unwetter-Katastrophe auslöste, überraschend und war nicht zu erwarten gewesen? Offenbar ist dem nicht so. „Wir als Meteorologen waren nicht überrascht“, erklärt Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD) gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Man habe sehr gute Modellvorsagen gehabt und bereits am Montagmorgen (12.07.2021) eine erste Unwettervorabinformation herausgegeben, in der stand, dass ab Donnerstag im Westen Deutschlands bis zu 200 Liter Regen fallen können. Am Dienstag (13.07.2021) habe man nach einer Bestätigung eine extreme Unwetterwarnung herausgegeben, „genau für die Regionen, die nun auch wirklich stark betroffen sind“, so Friedrich.

Anhand der Wetterwarnungen vom DWD würden Katastrophenleitstellen ihre Krisenstäbe einsetzen und unter anderem entscheiden, „ob evakuiert wird“, erklärt Friedrich weiter. Auch die Hochwasserzentralen würden die Daten des DWD zur Berechnung der Pegelstände nutzen. Ab dem 14. Juli 2021 hatten Wassermassen zu einer Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geführt. Unwetter hatten zahlreiche Orte verwüstet, mehr als 150 Tote wurden bislang bestätigt.

Doch was tun, wenn eine Unwetterwarnung mit 200 Litern Regen ausgegeben wird? Man solle das „wirklich ernst nehmen und nicht glauben, dass da wohl nichts passieren wird“, erklärt Friedrich. „Als Meteorologe würde ich empfehlen, das Haus zu verlassen, in einen höheren Ortsteil gehen und lieber darauf zu verzichten, noch schnell Hab und Gut retten zu wollen“, betont der DWD-Meteorologe. „Wenn es dann doch nicht so schlimm gekommen ist wie prognostiziert, hat man eben Glück gehabt.“

Wetter-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Steinbachtalsperre weiter vom Bruch bedroht

+++ 17.20 Uhr: Die Steinbachtalsperre bei Euskirchen ist weiterhin vom Bruch bedroht. Fachleute wollen erst am Montag (19.07.2021) entscheiden, wann die Menschen in den evakuierten Gebieten in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren können. Ursprünglich sollte bereits am heutigen Sonntag entschieden werden, doch das Wasser floss langsamer ab als erwartet. Fachleute gehen davon aus, dass zwei Drittel des Wassers in der Talsperre abgelassen sein müssen, bis der Zustand als sicher gilt, teilt die Bezirksregierung Köln mit. Am Montag soll die Situation neu bewertet werden.

Derzeit wird aus der Talsperre Wasser abgelassen, um den Druck vom Damm zu nehmen. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre waren wegen der Dammbruchgefahr evakuiert worden.

+++ 17.15 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe sind auch die Autobahnen 1 und 61 im Süden Nordrhein-Westfalens beeinträchtigt - und zwar noch monatelang. Bei den Kommunen Erftstadt und Swisttal hatten die Wassermassen Teile der Fahrbahn weggerissen. Die Schadensbegutachtung laufe noch, erst danach könnten die Bauarbeiten beginnen, sagte ein Sprecher der Autobahngesellschaft des Bundes. Wie lange die Reparatur dauern werde, könne er nicht sagen. Sehr wahrscheinlich geht es aber um mehrere Monate. Derzeit und bis auf Weiteres gelten folgende Einschränkungen:

  • A1: Vollsperrung zwischen Autobahndreieck Erfttal und Anschlussstelle Hürth
  • A1: Vollsperrung von Kreuz Köln-West bis nach Erfttal
  • A61: Vollsperrung zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim in beide Richtungen

Unwetter und Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz: Angela Merkel vor Ort

+++ 15.00 Uhr: Angela Merkel macht sich im vom Unwetter stark betroffenen Eifel-Ort Schuld ein Bild von der Lage und bezeichnet das Ausmaß der Katastrophe anschließend als „surreal, gespenstisch“. Insgesamt wurden in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und im seit Samstagabend ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Oberbayern 159 Menschen getötet. Zahlreiche werden noch vermisst.

+++ 13.00 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe* auf 46 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Sonntag mit. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer gegenüber Samstag um eine Person erhöht. Allein aus NRW seien 650 Polizisten und 19.000 Einsatzkräfte etwa von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) an den Rettungsarbeiten beteiligt, hieß es weiter. 

Nach Unwetter: Keine Entwarnung an Steinbachtalsperre

+++ 12.00 Uhr: Im Stadtteil Erftstadt-Blessem wollen Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds überprüfen. Die Experten sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt, da noch keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen bestehe. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen fließt das Wasser langsamer ab als erwartet. Deshalb sollen Experten am Sonntag die noch immer angespannte Lage neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln via Twitter mitteilte. Die ursprünglich geplante Prognose, am Sonntagnachmittag gegen 15.00 Uhr Entwarnung geben zu können, kann den Angaben zufolge deshalb nicht gehalten werden.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: 156 Tote - Menschen in Erftstadt suchen Angehörige

+++ 10.00 Uhr: In der vom Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden laut Angaben der Stadt bei der am Samstag eröffneten „Personenauskunftsstelle“ 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt.

Unter den Gesuchten seien auch Bewohner einer Altenpflegeeinrichtung, die am Samstag evakuiert werden musste. Viele Menschen wüssten nicht, wo ihre Angehörigen sein könnten, weil etwa das Telefonnetz zusammengebrochen war, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntag (18.07.2021). Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser.

+++ 08.00 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Reinland-Pfalz hat sich die Zahl der Todesopfer bis Sonntagmorgen auf 110 erhöht. Ebenso wurden 670 Personen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der Toten und Verletzten könnte sich aber weiter erhöhen. In einer Vielzahl der umliegenden Gemeinden gibt es auch weiterhin weder Strom noch Telefonempfang. Ebenso sind weiterhin eine Vielzahl der Straßen im Ahrtal gesperrt.
 

Update vom Sonntag, 18.07.2021, 07.00 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch die Unwetterkatastrophe in Deutschland ist nochmals deutlich gestiegen und liegt nun bei 156. Wie das Polizeipräsidium in Koblenz am frühen Sonntagmorgen mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz um weitere zwölf auf 110. Die Behörde äußerte die Befürchtung, „dass noch weitere Todesopfer hinzukommen“. Zahlreiche Menschen in Rheinland-Pfalz sowie in Nordrhein-Westfalen galten weiterhin als vermisst. 
 

+++ 22.10 Uhr: Langsam ziehen sich die Wassermassen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zurück. Sie hinterlassen ein Bild der Zerstörung. Fieberhaft sind die Rettungskräfte auf der Suche nach Vermissten. Insgesamt 143 Todesopfer wurden bisher gezählt. Und immer noch werden zahlreiche Menschen vermisst.

In Nordrhein-Westfalen sprach die Polizei mit Blick auf den Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen von einer „Großschadenslage“. Mithilfe von Tauchern suchten die Einsatzkräfte dort nach Vermissten. Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis bezifferten die Behörden die Zahl der Vermissten mit 300. Im Kreis Euskirchen sei zudem der Verbleib von mehr als 70 Menschen ungeklärt. Doch die Lage sei vor allem wegen der unterbrochenen Telefonnetze nur schwer zu überblicken.

Flutkatastrophe: Zahl der Toten in NRW steigt auf 45

+++ 19.00 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe auf 45 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Samstagabend mit. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer gegenüber Freitag um zwei erhöht.

Keine Toten wurden bislang bei der Bergung der Fahrzeuge auf der überfluteten Bundesstraße 265 bei Erftstadt gefunden, wie ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises berichtete. Bei der Überprüfung der insgesamt 28 Autos und Lastwagen, die von den Wassermassen überspült worden waren, kamen auch Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zum Einsatz.

Mittlerweile 141 Tote nach Unwetter - Vier Feuerwehrleute unter den Opfern

+++ 17.20 Uhr: Bei den Hochwassereinsätzen in Nordrhein-Westfalen haben mindestens vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren. Das teilte der Verband der Feuerwehren (VdF) am Samstag mit. Neben den beiden in Altena und Werdohl gestorbenen Männern seien zwei weitere Todesfälle gemeldet worden. In Nettersheim (Kreis Euskirchen) sei ein Feuerwehrangehöriger bei einem Rettungseinsatz ums Leben gekommen. Ein weiterer Feuerwehrangehöriger der Feuerwehr Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) sei bei im Einsatz leblos aufgefunden worden und später im Krankenhaus gestorben.
 

+++ 16.45 Uhr: Die Zahl der Todesopfer bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen hat sich auf 141 erhöht. Im rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler seien 98 Tote bestätigt, teilte die Polizei Koblenz am Samstagnachmittag mit. Aus Nordrhein-Westfalen wurden bislang 43 Opfer gemeldet.

Die Anzahl der Verletzten in Ahrweiler liege bei 670, fügte die Polizei Koblenz hinzu. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst.

Staudamm an Steinbachtalsperre droht zu brechen

+++ 16.00 Uhr: Im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen besteht für das Gebiet rund um die Steinbachtalsperre weiterhin Überflutungsgefahr. Die Bezirksregierung Köln teilte am frühen Samstagnachmittag mit, dass der Absperrdamm an der Steinbachtalsperre noch versagen könnte. Große Teile des Damms seien durch Überströmung weggebrochen, gleichzeitig laste ein enorm hoher Druck auf dem Damm. Vorsorglich seien weitere Evakuierungen im Bereich der Talsperre geplant.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) pumpten auch am Samstag Wasser aus dem Stausee ab; am Freitagabend schon hatte der durch Geröll verstopfte Grundablass geöffnet werden können. Eine Entwarnung könne nach Experteneinschätzung allerdings erst bei einer Zweidrittel-Entleerung gegeben werden, warnte die Bezirksregierung am Samstag. Dies könnte „nach vorsichtiger Schätzung“ Sonntagnachmittag gegen 15:00 Uhr erreicht sein. Bis dahin bestehe weiterhin akute Dammbruchgefahr.

Unwetter und Starkregen: 135 Tote - Polizei warnt vor Drohnen in Einsatzgebiet

+++ 15.25 Uhr: Die Polizei im nordrhein-westfälischen Euskirchen hat Neugierige davor gewarnt, in die Hochwassergebiete zu kommen. Zudem sollten Privatleute keine Drohnen über Einsatzgebieten von Polizei und Rettungsdienst fliegen lassen. „Sie behindern dadurch die Drohnen der Rettungskräfte!“, schrieb die Polizei, die unter anderem für das Gebiet an der bedrohten Steinbachtalsperre zuständig ist, auf Twitter. Zudem sei der Drohneneinsatz unzulässig und stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

+++ 14.30 Uhr: Die Polizei will in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz am Samstag mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.
 

Unwetter und Starkregen: 135 Tote - Ganzer Stadtteil großräumig gesperrt - Erdrutschgefahr

+++ 13.20 Uhr: Die Polizei hat laut Berichten der Tagesschau den Stadtteil Blessem in Erfststadt südlich von Köln großräumig gesperrt. Die Rettungsaktionen in dem vom Unwetter stark verwüsteten Ort, in dem es zu Erdrutschen gekommen war, seien inzwischen offiziell abgeschlossen - es gebe aber weiterhin keine Entwarnung. Als die Erft hier am Freitag (16.07.2021) über die Ufer getreten war, waren Straßen und Häuser teilweise unterspült worden - Teile des Bodens in der Stadt seien laut ARD-Berichten eingedrückt worden. Nun befürchtet die Polizei, dass weitere Teile des sandigen Bodens zusammenbrechen könnten.

Im Stadtteil wurden nach Informationen des Rhein-Erft-Kreises 170 Menschen mit Rettungshubschraubern und durch Strömungsretter in Sicherheit gebracht. Bei der Bergung von zahlreichen Fahrzeugen auf der Bundesstraße 265 wurden bislang keine weiteren Opfer gefunden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet besuchen aktuell das Krisengebiet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen Besuch der Krisenregionen in Rheinland-Pfalz am Sonntag inzwischen bestätigt.

Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: „Unbürokratische Hilfe“ gefordert

+++ 12.10 Uhr: In Kürze werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet im von der Flutkatastrophe besonders betroffenen Gebiet südwestlich von Köln erwartet. Sie wollen sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften, etwa in der Feuerwehrleitzentrale, sprechen. Die Bürgermeisterin des vom Unwetter stark getroffenen Ortes Erftstadt in Nordrhein-Westfalen, Carolin Weitzel, hat das Ausmaß der Zerstörung als „verheerend“ bezeichnet. Sie sei „sehr froh“, dass bislang keine Todesopfer gefunden worden seien, sagte sie am Samstag im Deutschlandfunk. Viele Hundert Menschen seien aber unmittelbar betroffen; sie benötigten jetzt unbürokratische und einfache Hilfe.

Am Samstagvormittag konnten Einsatzkräfte der Rettungsorganisationen und Bundeswehr nach Berichten der Tagesschau dank sinkender Pegelstände ihre Bergungsarbeiten fortsetzen. So kamen etwa auf einer Bundesstraße unweit von Erftstadt wieder Fahrzeuge zum Vorschein. Ob sich noch Menschen in den Fahrzeugen befänden, sei noch unklar. Nordrhein-Westfalens Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) befürchtet, dass der Region weitere schlechte Nachrichten bevorstehen könnten: „Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht“, hatte er am Freitag in Düsseldorf gesagt. Trotz mehrerer eingestürzter Häuser gab es bis zum Samstagmittag aber keine bestätigten Todesopfer in dem extrem unter Wasser stehenden Stadtteil Blessem.

Trotz fallender Wasserpegel nach Hochwasser-Katastrophe: Lage weiterhin angespannt

Skeptisch äußerte sich dort jedoch ein Kreissprecher: Da die Arbeiten der Rettungskräfte noch in vollem Gange seien, könne man nicht ausschließen, noch Todesopfer zu finden, sagte er am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage sei weiterhin angespannt. In Blessem südwestlich von Köln war es zu gewaltigen Erdrutschen gekommen, es bildeten sich Krater im Erdreich, drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein, es kam zu Gasaustritten.

Neben dem Westen Deutschlands sind auch die Regionen in den Nachbarländern schwer von den Überschwemmungen getroffen. Aus Belgien wurden bislang 27 Todesopfer gemeldet, auch in den Niederlanden wurden Teile der Grenzregion evakuiert.

+++ 10.01 Uhr: Immer wieder wird über die Kanäle der Polizei auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu aufgerufen, die vom Hochwasser besonders betroffenen Gebiete weiträumig zu meiden. Die Straßen im Kreis Ahrweiler seien nach wie vor vielerorts gesperrt und teilweise unpassierbar, meldete die Polizei Koblenz. Menschen, die sich den Aufrufen der Polizei widersetzten, brächten damit nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern könnten auch die Rettungseinsätze behindern, heißt es wiederholt vonseiten der Einsatzkräfte.

Auch die Polizei Köln beklagte, dass das Verhalten von Gaffern und Schaulustigen in den Hochwassergebieten immer wieder zu ernsthaften Problemen bei Polizei- und Rettungseinsätzen führe. Das Hochwasser habe in den vergangenen Tagen wiederholt Schaulustige an Brücken, Dämme und Wehre gelockt. Die Polizei ruft dringen dazu auf, abgesperrte Bereiche zu meiden und Zufahrtswege freizuhalten.

Nach Unwetter in Deutschland: Polizeigewerkschaft verurteilt das Verhalten von Gaffern

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in NRW hat das Verhalten von Schaulustigen verurteilt, die während der Hochwasser-Katastrophe Rettungseinsätze und Zerstörungen filmen und fotografieren. „Das darf nicht sein und muss unterbunden und geächtet werden“, sagte Landesvorsitzender Erich Rettinghaus der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. Er vermute aber: „dass solches Verhalten in den nächsten Tagen aber leider noch öfters zu beobachten sein wird.“

Flutkatastrophe nach Unwettern in Nordrheinwestfalen: Damm der Rur gebrochen

Nach dem Bruch eines Damms der Rur sind in Wassenberg (Kreis Heinsberg) 700 Anwohner des Stadtteils Ophoven evakuiert worden. Die Lage war am frühen Morgen laut Mitteilung der Stadt weiter angespannt. Für zwei weitere Stadtteile - Effeld und Steinkirchen - gab es in der Nacht weiter eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte. „Insgesamt stagnieren die dortigen Wasserpegel derzeit“, teilte die Stadt Wassenberg am frühen Samstagmorgen mit.

Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas. Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei.

107 Tote, hunderte Vermisste - weitere Dämme brechen nach Unwettern im Westen des Landes

Erstmeldung von Samstag 17.07.2021, 06.45 Uhr: Köln - Die Zahlen sind verheerend. 107 Menschen sterben im Unwetter über Nordrhein-Westfalen (NRW) und Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Menschen werden nach der Katastrophe weiterhin vermisst. Am Freitagabend musste Roger Lewentz, Innenminister der SPD in Rheinland-Pfalz, den Fund von zwei weiteren Leichen bestätigen. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle in Rheinland-Pfalz auf 65. In NRW sind es bislang 43 Opfer.

Im Landkreis Heinsberg in NRW gab ein Damm an der Rur den Wassermassen nach. Hunderte Menschen mussten deshalb evakuiert werden. Das Unwetter sorgte auch dafür, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Ortschaft Ohe ihre Häuser fluchtartig verlassen mussten. Dort wurden insgesamt 700 Menschen evakuiert.

Unwetter über NRW und Rheinland-Pfalz: Verheerende Folgen

In Erfstadt, südlich von Köln gelegen, spielten sich während des Unwetters, ausgelöst durch Tief „Bernd“, dramatische Szenen ab. Die über die Ufer getretene Erft unterspülte zahlreiche Häuser und brachte diese ganz oder teilweise zum Einsturz. Es kam zu Erosion, wodurch größere Bodenbereiche wegbrachen.

Im ganzen Westen der Bundesrepublik sorgten die Schäden infolge des Unwetters für erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr. Die Deutsche Bahn (DB) meldete zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen vor allem im Fernverkehr.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht an diesem Samstag gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den Rhein-Erft-Kreis, der von den Wassermassen besonders heimgesucht wurde. Auch die Kanzlerkandidatin der Grünen*, Annalena Baerbock*, will sich ein Bild von der Lage machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel*, die sich aktuell noch in den USA* befindet, plant nach Angaben aus dem Kanzleramt einen „baldigen Besuch im Katastrophengebiet“.

Unwetter in Deutschland: Rasche Hilfen nach Tief „Bernd“ gefordert

Unterdessen werden bereits die Forderungen nach raschen Hilfen für die betroffenen Menschen und Gebiete laut. Die Zerstörung von Eigentum und Infrastruktur in den heimgesuchten Gegenden ist immens. Der Wiederaufbau müsse von Bund und Ländern „schnell und unbürokratisch organisiert und finanziert“ werden, forderte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Nicht nur in Deutschland werden nach Tief „Bernd“ viele Todesopfer beklagt. Auch in Belgien starben bislang 20 Menschen infolge der Unwetter-Katastrophe. Belgiens Regierungschef Alexander de Croo rief für den kommenden Dienstag einen nationalen Trauertag aus. „Dies könnten die katastrophalsten Überschwemmungen sein, die unser Land je gesehen hat“, sagte De Croo. (dil/tu/ska/tba/ce/acg mit dpa/AFP) *hna.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Luftwaffe/dpa

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