Jeder Zweite (49,2 Prozent) glaubt laut einer Studie des Bundesamts für Strahlenschutz, dass Handy-Strahlung das Erbgut schädigen kann. "Fälschlicherweise", wie die Behörde betont. FOTO: DPA
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Jeder Zweite (49,2 Prozent) glaubt laut einer Studie des Bundesamts für Strahlenschutz, dass Handy-Strahlung das Erbgut schädigen kann. "Fälschlicherweise", wie die Behörde betont. FOTO: DPA

Überall Strahlung?

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Beim Telefonieren mit dem Handy, beim Röntgen, unter Stromleitungen und in der Sonne - Menschen sind ständig Strahlung ausgesetzt. Das zuständige Bundesamt sagt: Manchmal machen sich die Menschen unnötig Sorgen - aber manchmal auch zu wenig.

Dauernd das Handy am Ohr, aber Angst vor dem Sendemast? Und was ist eigentlich Radon? Viele Deutsche wissen nicht, was die wichtigsten Quellen für Strahlung im Alltag sind - und was für sie gefährlich werden könnte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Bundesamt für Strahlenschutz in Berlin veröffentlicht hat.

Das Wissen über die Strahlungsarten und ihre Wirkungen sei "nicht sehr ausgeprägt", sagte die Präsidentin der Behörde, Inge Paulini. Das könne Ängste verstärken. Fast drei von vier Befragten (73,9 Prozent) gaben demnach an, dass sie das Thema radioaktive Strahlung durch Kernkraftwerke "sehr" oder "eher" beunruhige. Mehr als jeder Zweite (51,4 Prozent) macht sich Sorgen um Strahlung von Mobilfunkmasten, fast ebenso viele (51 Prozent) über Handys und Tablets. Dagegen machen sich nur knapp 23 Prozent Sorgen über Radon in der Umwelt - obwohl es die größte Quelle für die durchschnittliche jährliche Strahlenbelastung ist und nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Radon entsteht im Erdreich und kann von dort in Innenräume gelangen. Es ist nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Bürgern in Regionen mit hoher Belastung wird empfohlen, regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen.

"Die Studie zeigt, dass die Risiken der Kernkraft in der Bevölkerung überschätzt und die Gefahr von beispielsweise Radon unterschätzt werden", sagte Paulini - bezog sich dabei allerdings nur auf die Strahlung, die im Normalbetrieb der Atomkraftwerke nach außen gelangt. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth ergänzte, wenn es einen Störfall gebe, sei das "alles auf den Kopf gestellt". Die Entscheidung, wegen der Risiken aus der Atomkraft auszusteigen, werde damit nicht relativiert. Beim Radon sieht auch er Nachholbedarf: Das sei auch im politischen Prozess nicht präsent genug.

Bei der Digitalisierung klafft aus Sicht des Strahlenschutzamts eine Lücke: "Einerseits gibt es den selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien und andererseits eine gefühlte Bedrohung durch die damit einhergehende Strahlenbelastung." Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten (56,9 Prozent) wisse, dass sie als durchschnittliche Nutzer Handy-Strahlung stärker ausgesetzt seien als der Strahlung von Sendemasten, gegen die Anwohner oft protestieren oder gar klagen. Jeder Zweite (49,2 Prozent) glaubt, dass Handy-Strahlung das Erbgut schädigen kann - "fälschlicherweise", wie das Bundesamt betont. Insgesamt sind Sorgen um 4G- und neue 5G-Sendemasten aus Paulinis Sicht unbegründet. Der einzige Effekt sei, dass Gewebe sich erwärme, wenn es zu stark Strahlungsfeldern ausgesetzt sei. Die Grenzwerte in Deutschland seien darauf abgestimmt - und selbst diese Grenzwerte würden nicht erreicht. "Wir sind sehr sicher, dass wir in Deutschland bei den gegebenen Lage jetzt und in den nächsten Jahren sicher geschützt sind."

Handy nicht gefährlich

Die Bundesregierung will im Rahmen ihrer Mobilfunkstrategie durch mehr Aufklärung und Dialog Ängste vor der neuen Technologie abbauen - auch, um Klagen gegen Sendemasten zu verhindern. Dazu passt, dass im kommenden Jahr ein neues Kompetenzzentrum Strahlenschutz für Mobilfunk und Strom in Cottbus aufgebaut werden soll. Zu der Wirkung von Stromleitungen läuft zudem ein großes Forschungsprogramm. Die Politik will also stärker aufklären - und Forschungslücken schließen. Aber wie nah das Handy bei Tag und Nacht am Körper ist, wie oft jemand durchlüftet, das bleibt natürlich Privatsache.

(dpa). Norwegische Forscher rätseln über die Verbindung zweier im Abstand von geschätzt 100 Jahren angelegter Bootsgräber aus der Wikingerzeit. Bei Ausgrabungen in Vinjeøra rund 500 Kilometer nordwestlich von Oslo waren die Wissenschaftler auf die Gräber eines Mannes aus dem 8. und einer Frau aus dem 9. Jahrhundert gestoßen, wie der Archäologe Raymond Sauvage vom Museum der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) sagte. Das Kuriose: Das Boot mit der Frau war in das etwas größere Bootsgrab des etwa 100 Jahre zuvor bestatteten Mannes eingelassen. Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, warum die Wikinger so vorgegangen sind. "Das ist eine sehr schwierige Frage, auf die es mehrere Antworten geben kann", sagte Sauvage. Womöglich seien die beiden verwandt gewesen. Dass es sich um Vater und Tochter handele, sei wegen des Zeitunterschieds nicht möglich. Wahrscheinlicher sei, dass es vielleicht Großvater und Enkeltochter sind.

(dpa). Grün schimmernde Flügel, schwarz-weiße Fühler, grauer Körper: Der Grüne Zipfelfalter ist Schmetterling des Jahres 2020. Mit der Wahl machen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Naturschutzstiftung des BUND-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen auf den Falter (Callophrys rubi) aufmerksam, der auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten steht.

"Das dramatische Artensterben betrifft auch Arten wie den Grünen Zipfelfalter", sagt Jochen Behrmann von der Naturschutzstiftung. "Dies ist umso bedenklicher, da der kleine Falter keine besonderen Ansprüche an seinen Lebensraum stellt und sich von vielen unterschiedlichen Pflanzen ernähren kann."

Der Grüne Zipfelfalter lebt in Wald- und Buschlandschaften, auf Wiesen und Heiden. Die Tiere ernähren sich vom Nektar unterschiedlicher Blüten wie Hahnenfuß, Weißdorn und Klee.

(dpa). In der Abenddämmerung strahlt als Erstes im Südwesten ein helles Gestirn auf. Es ist die Venus, die den Jahresreigen als sogenannter Abendstern beginnt. Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Gestirn am irdischen Firmament. Ihr begegnet am 28. die schmale Sichel des zunehmenden Mondes. Beide zusammen bieten einen hübschen Anblick in der Abenddämmerung gegen 19 Uhr knapp über dem Südwesthorizont. Anfang Januar zieht sich Venus kurz nach 19 Uhr zurück. Ende des Monats versinkt der Abendstern erst kurz vor 21 Uhr unter dem südwestlichen Horizont.

Unter extrem günstigen Sichtbedingungen kann man zu Monatsende den stets eiligen Merkur tief im Südwesten ausmachen. Am 28. versinkt der kleinste der Planeten kurz nach 18 Uhr hinter dem Südwesthorizont.

Mars ist Planet am Morgenhimmel. Am 17. wandert der kalte Wüstenplanet etwa zehn Vollmondbreiten nördlich am tiefroten Antares vorbei, dem Hauptstern des Skorpions. Da Antares in der Nähe der Sonnenbahn steht, wird er manchmal mit Mars verwechselt. Zurzeit ist Antares eindeutig heller. Antares bedeutet "marsähnlicher Stern" wegen seiner ebenfalls rötlichen Farbe und seiner Position im Tierkreis. Der Name stammt aus dem Griechischen: Ares heißt der Kriegsgott.

Jupiter kann man ab 25. Januar am Morgenhimmel knapp über dem Südwesthorizont ausmachen. Der Riesenplanet ist eindeutig heller als Mars und Antares. Saturn kann nicht gesehen werden.

Vollmond wird am 10. um 20.21 Uhr im Sternbild Zwillinge erreicht. Da der Mond kurz vorher die Erdbahnebene von Süd nach Nord durchstoßen hat, wandert er durch den Halbschatten der Erde. Es ereignet sich somit eine Halbschattenfinsternis des Mondes, die von Deutschland aus beobachtbar ist. Sie beginnt gegen 18.06 Uhr mit Eintritt des Mondes in den Halbschatten. Zur Mitte der Finsternis um 20.10 Uhr befinden sich 92 Prozent des Monddurchmessers im Halbschatten.

Neumond tritt am 24. um 22.42 Uhr ein. Zweimal befindet sich der Mond im Januar in Erdferne. Am 2. trennen ihn 404 580 Kilometer von der Erde und am 29. sind es 405 390 Kilometer. Mit nur 365 960 Kilometer befindet sich der Mond am 13. in Erdnähe.

Zu Jahresbeginn flammen die Sternschnuppen der Quadrantiden auf. Sie scheinen dem Nordteil des Sternbildes Rinderhirt oder Bootes zu entströmen. Vom 1. bis 10. Januar tauchen die Sternschnuppen dieses Stromes in der zweiten Nachthälfte auf. Der Höhepunkt der Quadrantidenaktivität wird in den Morgenstunden des 4. Januar erwartet. Der zunehmende Mond ist schon untergegangen und stört nicht mit seinem Licht die Beobachtung der Sternschnuppen. Mit rund hundert bis zweihundert Meteoren pro Stunde ist zu rechnen. Helle Sternschnuppen kommen dabei nur selten vor.

Der Wintersternenhimmel entfaltet nun seine volle Pracht. Leitsternbild des Winterhimmels ist der Orion. Ein heller, rötlicher Stern deutet die östliche Schulter an. Er wird Beteigeuze genannt. Man vermutet, dass dieser Stern im fortgeschrittenen Lebensalter in einer Million Jahren oder mehr in einer gewaltigen Explosion, einer Supernova, zerrissen wird.

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