Eine Dosis des Impfstoffs von Biontech wird aus einer Ampulle auf eine Spritze gezogen.
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Ein starkes Mittel: Der Corona-Impfstoff von Biontech.

Forschung

Impfstoff von Biontech: Studien belegen erneut hohe Wirksamkeit – sogar gegen Mutanten

  • vonSebastian Richter
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  • Lena Karber
    Lena Karber
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Der Impfstoff von Biontech ist hochwirksam gegen das Coronavirus, wie zwei große Studien erneut bestätigen. Und er wirkt sogar gegen einzelne Mutanten.

Update vom 07.05.2021, 18:15 Uhr: Zwei am Mittwoch (07.05.2021) veröffentlichte Studien weisen darauf hin, dass die Impfung mit dem Biontech-Vakzin noch immer ausreichend gegen die Mutationen des Coronavirus schützen.

Eine Studie wurde im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht, mehr als 200.000 infizierte Personen aus Katar und Israel wurden darin analysiert. Die Studie basiert auf dem realen Einsatz des Impfstoffes und kommt zu dem Ergebnis, dass die schlimmsten Folgen der Mutationen B.1.1.7 und B.1.351 durch eine Impfung verhindert werden können. Die Forscher fanden heraus, dass zwei Wochen nach der Zweitimpfung eine Infektion mit B.1.1.7 zu 87 bis 89,5 Prozent verhindert werden könne. Gegen eine Infektion mit B.1.351 soll die Impfung noch zu 72,1 bis 75 Prozent schützen. Darüber hinaus wurden schwere Verläufe einer Corona-Infektion nach der Impfung bei 97,4 Prozent der analysierten Fälle verhindert.

Biontech-Impfstoff gegen Corona: Großangelegte Studien versprechen Schutz bis zu 95 Prozent

Die zweite Studie, veröffentlicht im „The Lancet“, basiert auf Analysen von 230.000 Personen aus Israel. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Impfung nicht nur hochwirksam gegen die Corona-Variante B.1.1.7 ist, sondern ein großer Anteil Geimpfter in der Bevölkerung bei der Eindämmung des Virus erfolgreicher war, als ein Lockdown. Zu mehr als 95 Prozent schützt der Impfstoff von Biontech laut der Studie vor Coronavirus-Infektionen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen.

Zuvor legten Studien nahe, dass Impfstoffe gegen die Virusmutation B.1.351 möglicherweise weniger wirksam sind. Die aktuellen Studien haben allerdings eine deutlich größere Stichprobe als Grundlage.

Biontech-Impfung: Corona-Mutante kann laut Studie möglicherweise Immunabwehr umgehen

Erstmeldung vom 15.04.2021: Impfungen sollen den Weg aus der Pandemie bereiten. Doch wirken die Impfstoffe auch gegen Virus-Mutationen? Das ist eine der zentralen Fragen, mit denen sich die Wissenschaft aktuell auseinandersetzt. Der Impfstoff von Astrazeneca wird in Südafrika bereits nicht mehr verimpft, da man davon ausgeht, dass die Wirksamkeit gegen die südafrikanische Variante B.1.351 geringer als gewünscht ausfällt. Nun liegen auch zur Wirksamkeit des Vakzins von Biontech/Pfizer neue Studienergebnisse vor.

So weist eine neue Studie aus Israel darauf hin, dass die südafrikanische Virus-Mutation die durch den Impfstoff von Biontech/Pfizer erzeugte Immunabwehr des Körpers durchbrechen kann. Bei der britischen Variante hingegen scheint es auf die bereits erfolgte Impfdosis und den Zeitpunkt der Infektion anzukommen.

Eine Studie aus Israel weist darauf hin, dass die südafrikanische Virus-Mutation die durch eine Biontech-Impfung entstandene Immunabwehr durchbrechen kann. (Symbolfoto)

Neue Studie aus Israel: Schützt der Biontech-Impfstoff gegen Virus-Mutationen?

Ausgangspunkt der Studie war die Annahme, dass die Virus-Stämme der britischen Mutante B.1.1.7 und der südafrikanischen Virus-Variante B.1.351 den BNT162b2-mRNA-Impfstoffschutz von Bintech/Pfizer überwinden können. Die Hypothese beruht auf Ergebnissen von Neutralisationstests. Dass die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen die südafrikanische Variante anhand von Daten aus der praktischen Anwendung des Vakzins untersucht wurde, ist jedoch ein Novum.

Im Rahmen der Fallstudie haben die Forscher der Universität Tel Aviv unter Mitgliedern des Clalit Health Services (CHS), der größten Gesundheitsorganisation in Israel, Personen mit dokumentierter SARS-CoV-2-Infektion identifiziert und deren Daten ausgewertet. Den Fokus legten sie auf geimpfte Träger des Virus, die in zwei Kategorien unterteilt wurden:

  • 1.) Geimpfte mit partiellem Impfschutz: Personen, die zwischen 14 Tagen nach der ersten Dosis und einer Woche nach der zweiten Dosis positiv auf das Coronavirus getestet wurden.
  • 2.) Geimpfte mit vollständigem Impfschutz: Personen, die mindestens eine Woche nach der zweiten Impfdosis positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Biontech/Pfizer-Impfstoff: Geimpfte überproportional mit südafrikanischer Mutation infiziert

Laut den Autoren der Studie wurde jeder Fall mit einem nicht geimpften Träger mit ähnlichen demografischen Merkmalen (Datum der PCR, Alter, Geschlecht, ethnischer Sektor und geografischer Standort) verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass Geimpfte mit vollständigem Impfschutz überproportional häufig mit der südafrikanischen Variante B.1.351 infiziert waren - der Anteil war den Angaben zufolge acht Mal größer als bei den ungeimpften Probanden. Geimpfte mit partiellem Impfschutz waren hingegen überproportional häufig mit der britischen Virus-Mutante B.1.1.7 infiziert.

Allerdings gibt es einige Faktoren, die bei der Interpretation der Studienergebnisse zu beachten sind: So war die Stichprobengröße in Bezug auf Infektionen mit dem Wildtyp des Virus sowie in Bezug auf die südafrikanische Virusvariante B.1.351 sehr gering, da sich in Israel die britische Variante B.1.1.7 stark ausgebreitet hat. Zudem wurden die Probanden der zweiten Gruppe frühestens sieben Tage nach der zweiten Impfung positiv getestet - dies bedeutet jedoch nicht, dass sie sich nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt, als der Impfschutz noch nicht vollständig entwickelt war, angesteckt haben können. Daher, so die Macher der Studie, sei es möglich, „dass eine verstärkte Immunität gegen den Boost, die sich im Laufe der Zeit entwickelt, eine Infektion mit der Variante B.1.351 wirksamer verhindern kann“.

Biontech-Studie: Krankheitsverlauf bei Infektion mit Virus-Variante nicht untersucht

Laut den Autoren der Studie weisen die Ergebnisse auf eine verringerte Wirksamkeit des Impfstoffs gegen beide Mutationen unter verschiedenen Dosierungs- und Zeitbedingungen hin. Dennoch sei die Inzidenz der südafrikanischen Mutation B.1.351 in Israel, wo bereits über die Hälfte der Bevölkerung geimpft ist, weiterhin gering. Es sei davon auszugehen, dass die Ausbreitung der Mutationen durch die „Kombination aus Massenimpfung mit zwei Dosen in Verbindung mit nicht-pharmazeutischen Interventionen“ kontrolliert und eingedämmt werden könne, so die Macher der Studie. Zudem war eine Untersuchung der schwere des Krankheitsverlaufs in den verschiedenen Probanden-Gruppe wegen der geringen Stichprobengröße nicht Teil der Untersuchung.

„Unser Studiendesign war nicht dazu gedacht, die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen eine der beiden Varianten abzuleiten, da wir VOCs (variants of concern, steht für besorgniserregende Virusvarianten, Anm. d. Red.) beobachten, die von einer Infektion abhängig sind, und keine absoluten Infektionsraten in der geimpften oder Kontrollpopulation messen. Daher können wir nur vorsichtig über die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die Stämme B.1.1.7 und B.1.351 ab diesen Daten spekulieren“, schreiben die israelischen Forscher. Letztlich würden die Ergebnisse jedoch die Bedeutung der Verfolgung viraler Varianten in einem strengen Rahmen und der Erhöhung der Impfung unterstreichen. „Wir schließen daraus, dass dies das sicherste und effektivste Mittel ist, um die Weiterverbreitung von B.1.351 und anderen möglichen zukünftigen VOCs zu verhindern“, so das Fazit der Studie.

Corona-Studie: Asthma-Medikament wirkt gegen Covid-19

Die Schwere des Krankheitsverlaufs bei einer Infektion mit Sars-Cov-2 kann offenbar durch ein Asthma-Spray positiv beeinflusst werden. Dazu ist eine Studie erschienen, die der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zuletzt auf Twitter gar als „Game Changer“ bezeichnet hat.

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