So sieht eine "Molipipe" aus. In einem Stahlrohr von 40 Zentimetern Durchmesser verläuft ein Rohrleiter, umhüllt von Kies und Sand, gehärtet mit Epoxidharz. Alles lässt sich recyceln.
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So sieht eine »Molipipe« aus. In einem Stahlrohr von 40 Zentimetern Durchmesser verläuft ein Rohrleiter, umhüllt von Kies und Sand, gehärtet mit Epoxidharz. Alles lässt sich recyceln.

Strom aus der »Molipipe«

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Strompipelines. Damit ließen sich hässliche Freileitungen und teure Erdkabel vermeiden. Diese ElektrizitätsHighways würden den Streit um Stromtrassen schlicht überflüssig machen. Weil der Magdeburger Professor Martin Molitor ihr Erfinder ist, taufte seine Schwester sie auf den Namen »Molipipes«. Nun sind sie serienreif.

Dauerthema Netzausbau: Während in vielen Bundesländern Politiker, Stromunternehmen und Bürgerinitiativen verbissen für oder gegen die durch Deutschland geplanten Energie-Highways kämpfen, bereitet Martin Molitor seelenruhig seinen Streckenflug rund um Stuttgart vor. Gar nicht so einfach, die 500 Kilometer zu schaffen, gestartet mit einem Segelflugzeug an der Nahe und in der Hoffnung, am Abend motorlos und klimafreundlich auch wieder sicher nach Bad Sobernheim zurückzukehren. Man muss abwarten können.

Abwarten kann der inzwischen emeritierte Professor für Elektrotechnik. Aber jetzt scheint die Zeit reif zu sein. Denn was er mit seinem Team an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg in den vergangenen Jahren entwickelt hat, ist jetzt wissenschaftlich erprobt und somit industriell serienreif: Strompipelines. Das Patent an ihnen hält die Magdeburger Universität. Und die wolle es jetzt verkaufen, erklärt der Wissenschaftler. Interessenten gebe es schon, aus Kanada und aus China. Aus Deutschland kenne er bislang keine.

Bei den »Molipipes« geht es nicht um eine technische Schrulligkeit. Es geht um ein Milliardengeschäft. Und auch um einen Turbo für die Energiewende. »Unsere Strompipelines ähneln mittelgroßen Gasröhren, die jedermann kennt. In ihnen liegt ein dickes Leitungsrohr. Es ist in eine Mischung aus Kies, Sand und Epoxidharz eingegossen und mit Stahl ummantelt. Das ist dann so fest, da kann man mit dem Bagger darüberfahren, ohne dass etwas passiert. Und magnetische Felder gibt es wegen des geschlossenen Stahlmantels auch keine.«

Und das heißt seinen Worten zufolge: Solche Stromröhren könnte man auch durch Wohn- oder Naturschutzgebiete legen. Menschen würden nicht gefährdet durch magnetische Felder, die gesundheitsschädlich sein können, das Landschaftsbild würde nicht beeinflusst. Und katastrophensicher wären sie auch noch - keine Blackouts mehr durch Stürme oder Hochwasser. »Die Verlegung ist ganz einfach und geht schnell.«

Der Clou: Molitor will in seine Strom-Highways gleichzeitig auch Glasfaserkabel legen. Die könnten entlegene Landstriche elegant mit schnellem Internet versorgen. Abzweigungen wären ohne Weiteres möglich. Bei den derzeitig geforderten neuen Trassen quer durch Deutschland und dem parallelen Ausbau des Breitbandnetzes wäre das ein nicht zu unterschätzender positiver Nebeneffekt. Damit, so Molitor, könnten die zeitraubenden und spaltenden Kontroversen über Stromtrassen ein für alle Mal beendet werden: »Unsere Strompipelines tragen sowohl den nötigen Transportmengen als auch den Bedenken von Bürgerinitiativen Rechnung.« Molipipes seien zwar teurer als Freileitungen, aber ein Drittel billiger als herkömmliche Erdkabel. »Diese Erdkabel müssen zudem alle 15 bis 20 Jahre ersetzt werden. Unsere Pipelines dagegen sind wartungsfrei und halten mindestens ein halbes Jahrhundert.«

Wechsel oder Gleichstrom - beide Stromarten ließen sich in beliebigen Spannungen und Mengen transportieren. Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) ist über besonders weite Strecken interessant wegen der geringeren Transportverluste. »Mit unserer Technik ließen sich sehr einfach Windparks in der Nordsee anschließen, sogar die norwegischen Stauseen als Stromspeicher nutzen oder Solarstrom aus der Sahara importieren«, so Molitor. Bahnstrom könne ebenfalls über Molipipes laufen. Und man könne sie auch stadtnah verlegen: »Wenn wir erst einmal große Mengen Strom brauchen, um E-Autos aufzuladen, dann konkurrieren herkömmliche Kabel mit den Kommunikationsleitungen. Unsere Strompipelines tun das nicht.«

Der Universität könnte das Patent einige Millionen Euro bringen, schätzt Molitor. Interessenten seien da, aber die kämen eben aus dem Ausland: »Für die Kanadier wären Molipipes ideal: Die haben wegen der harten Winter große Probleme mit Freileitungen und im Permafrost mit Erdkabeln. Und die Chinesen wissen genau, dass hier eine Zukunftstechnologie auf den Markt kommt.« Dass den hiesigen Herstellern von Erdkabeln oder noch komplizierteren und teureren unterirdischen Stromtransportsystemen die Molipipes ein Dorn im Auge sind, erwähnt der Professor nur nebenbei. Er hält es aber durchaus für möglich, dass dieses Patent gekauft wird, um anschließend in einem Firmentresor zu verschwinden.

»Die ganze Sache ist viel zu wichtig, um sie vor der Öffentlichkeit zu verstecken«, meint der Wissenschaftler. Klimadiskussion und Energiewende stünden derzeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Jetzt seien seine Strompipelines fertig entwickelt und bereit für reale Teststrecken. Molitor: »Darauf haben wir acht Jahre lang hingearbeitet. Jetzt sind Technik und Zeit reif.« Man müsse eben auch abwarten können, aber das sei er als Segelflieger ja gewohnt.

(dpa). Admiral und Distelfalter wurden beim diesjährigen »Insektensommer« häufiger gesichtet als noch im Vorjahr. Die Wanderfalter seien die Gewinner der Zählaktion, mit der die Naturschutzorganisation NABU auf die Bedeutung von Insekten aufmerksam machen will. Am häufigsten wurden die Steinhummel im Frühsommer und die Ackerhummel im Hochsommer beobachtet. Insgesamt hatten 16 300 Insektenfans über 6300 Meldungen abgegeben - am häufigsten hatten sie die Insekten im eigenen Garten gesichtet. »Unsere Insektenzählung zeigt, dass Gärten inzwischen zu wichtigen Lebensräumen für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten geworden sind, weil sie hier noch Nahrungsquellen finden«, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. »Daher ist es umso wichtiger, dass Gartenbesitzer auf naturnahe Gärten mit heimischen Stauden und Kräutern setzen.«

(dpa). Die Menschheit wird auch in absehbarer Zukunft nicht dauerhaft andere Planeten besiedeln. Davon ist zumindest der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, überzeugt. »Das alles sind schöne Ideen, aber wir sind uns im Klaren, dass andere Planeten in den nächsten 100 Jahren nicht kolonisiert werden«, sagte er in der Stadt Pjatigorsk im Nordkaukasus. Es gebe derzeit keine Notwendigkeit dafür, dass Menschen fernab der Erde leben. Zudem sei das technisch noch schwer umzusetzen.

Der Raumfahrtvisionär Elon Musk, Chef des US-Elektroautobauers Tesla, hatte vor einiger Zeit angekündigt, den Mars besiedeln und eine Million Menschen dorthin bringen zu wollen. Schon ab 2025 könnten nach den 2016 vorgestellten Plänen die ersten Menschen zum Roten Planeten reisen. Die US-Raumfahrtagentur NASA sieht eine erste bemannte Mars-Mission frühestens in den 2030er Jahren.

(dpa). Im September schmücken die hellen Riesenplaneten Jupiter und Saturn den abendlichen Sternenhimmel. Mit Einbruch der nun immer früher einsetzenden Dunkelheit sieht man Jupiter als auffällig hellen Lichtpunkt im Südwesten im unscheinbaren Sternbild Schlangenträger. Deutlicher ist der rote Riesenstern Antares im Skorpion zu erkennen, von dem sich Jupiter langsam in östlicher Richtung entfernt. Jupiter verkürzt seine Sichtbarkeitsdauer am Abend merklich. Geht er Anfang September noch 20 Minuten vor Mitternacht unter, so verabschiedet er sich zu Monatsende bereits kurz vor 21 Uhr von der Himmelsbühne.

Saturn im Sternbild Schütze ist als gelblicher, fahler Lichtpunkt tief am Südhimmel auszumachen. Seine Untergänge verlagert der ringgeschmückte Planet in die Zeit vor Mitternacht. Er wird zum Planeten der ersten Nachthälfte. Mars wird am 2. September im Sternbild Löwe von der Sonne eingeholt. Er befindet sich somit am Taghimmel und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont. Auch die inneren Planeten Merkur und Venus entziehen sich im September unseren Blicken. Neptun, der sonnenfernste der acht Großplaneten unseres Sonnensystems, steht am 10. im Sternbild Wassermann der Sonne genau gegenüber. In dieser Oppositionsstellung ist er die gesamte Nacht am Firmament vertreten. Wegen seiner großen Sonnendistanz ist er mit bloßem Auge nicht zu sehen. Entdeckt wurde er am 23. September 1846 auf der Berliner Sternwarte, nachdem seine Position aufgrund von Störungen der Uranusbahn vorausberechnet wurde. Zur Opposition erreicht Neptun mit 4328 Millionen Kilometer seine geringste Entfernung von der Erde. Damit ist er 29 Mal weiter von uns entfernt als die Sonne.

Stern und Teleskop als Hilfe

Mit einem lichtstarken Fernglas oder einem Teleskop kann man den bläulichen Planeten erspähen. Der Stern Phi Aquarii kann dabei als Anhaltspunkt dienen, denn als Stern 4. Größenklasse ist er bei guten Bedingungen mit bloßen Augen sichtbar. Am 6. September zieht Neptun ganz knapp südlich an Phi Aqu vorbei.

Der zunehmende Mond zieht am 6. September an Jupiter nördlich vorbei. Am 8. überholt er Saturn. Vollmond wird am 14. September um 6.33 Uhr im Sternbild Wassermann erreicht. Einen Tag vorher befindet sich der Mond mit 406 380 Kilometern in Erdferne. Neumond tritt am 28. um 20.26 Uhr ein. Am gleichen Tag kommt der Mond mit 357 800 Kilometer in Erdnähe. Das Zusammenfallen von Neumond und extrem geringer Entfernung führt zu hohen Gezeiten mit Springfluten.

Am Morgenhimmel sind noch vor Einsetzen der Dämmerung die Wintersternbilder erschienen, allen voran der Orion. Im Südosten funkelt bläulich Sirius im Großen Hund, der hellste Fixstern am irdischen Firmament. Südöstlich von Sirius sind die nördlichsten Sterne des Sternbildes Puppis, Hinterdeck des Argonautenschiffes, zu erkennen. Der Großteil des Sternbildes ist in unseren Breiten nicht zu sehen. Die Sonne verlässt am 17. morgens das Sternbild Löwe und wechselt in die Jungfrau. Am 23. überschreitet sie den Himmelsäquator um 9.50 Uhr im südlicher Richtung, die Herbst-Tagundnachtgleiche tritt ein. Damit beginnt das Winterhalbjahr.

(dpa). Das tropische Usutu-Virus wird Experten zufolge in diesem Jahr vermutlich zu einem noch stärkeren Amselsterben in Deutschland führen als im vergangenen Jahr. Es sei deutlich feuchter und mückenreicher als im Vorjahr. »Daher könnte die diesjährige Usutu-Saison noch stärker ausfallen«, sagte Usutu-Experte Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Mücken übertragen das Virus.

Seit Jahresbeginn seien deutschlandweit über 1300 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte der Naturschutzbund (Nabu) mit. Bei der bisher schwersten Usutu-Epidemie 2018 seien es im gleichen Zeitraum 800 Meldungen gewesen. Die Zahle gebe nur einen Bruchteil der tatsächlich erkrankten Vögel wider, betonte Vogelkundler Lars Lachmann vom NABU. Er schätzt die Zahl toter Amseln auf etwa eine halbe bis eine Million jährlich. Infizierte Vögel wirken krank und apathisch, bis sie nach einigen Tagen sterben. Das Virus wurde 2011 erstmals hierzulande registriert. NABU und Tropenmediziner bitten darum, kranke oder verendete Tiere zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden.

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