Schweigen zu Prozessbeginn

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Neubrandenburg (dpa). Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow in Vorpommern hat der angeklagte Stiefvater zum Prozessauftakt keine Angaben gemacht. "Mein Mandant soll sich erst an die Verhandlungssituation gewöhnen", begründete Verteidiger Bernd Raitor vor dem Landgericht Neubrandenburg am Dienstag die Entscheidung. Er kündigte an, dass der Angeklagte die Aussagen anderer Zeugen und der Mutter von Leonie abwarten wolle.

Dem 28-jährigen Stiefvater werden Mord durch Unterlassen und Misshandlung Schutzbefohlener in sieben Fällen vorgeworfen. Der Angeklagte hat das bisher bestritten. Er lebte mit Leonie, ihrem kleineren Bruder, deren Mutter und einem gemeinsamen Baby in der Wohnung in Torgelow. Laut Anklage soll er Leonie seit November 2018 fünfmal schwer misshandelt und nicht rechtzeitig medizinische Hilfe geholt haben.

Leonie starb am 12. Januar. Laut Anklage soll der Stiefvater Leonie schon am 8. Januar geschüttelt, getreten und anderweitig misshandelt haben. Am 12. Januar habe er erst abends die Rettungskräfte angerufen, nachdem das Mädchen auch noch erbrochen hatte. Als die Mediziner kamen, soll das Mädchen bereits tot gewesen sein. Später wurde festgestellt, dass Leonie schwere Kopfverletzungen, mehrere Rippenbrüche sowie Frakturen an Schlüsselbein und Daumen hatte.

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