Weitgehend zerstört und überflutet ist das Dorf Schuld im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter mit Hochwasser (Aufnahme mit einer Drohne).
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Weitgehend zerstört und überflutet ist das Dorf Schuld im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter mit Hochwasser.

Überflutung

Hochwasser in der Eifel: Gaffer blockieren Rettungswege – Weitere Todesopfer bestätigt

  • Florian Dörr
    VonFlorian Dörr
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Die Hochwasser-Katastrophe in der Eifel hat etliche Menschen das Leben gekostet. Ganze Dörfer wurden zerstört. Die Rettungseinsätze laufen.

Update, 15.07.2021, 15.13 Uhr: Offiziellen Angaben nach sind im Zusammenhang mit dem schweren Unwetter im Westen Deutschlands 42 Todesfälle bestätigt worden. Allein im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler starben mindestens 18 Menschen, wie die Polizei Koblenz am Donnerstagnachmittag (15.07.2021) auf Twitter mitteilte. Etliche Menschen gelten noch als vermisst, die Polizei hat eine Hotline für die Angehörigen geschaltet (0800 6565651). In Rheinland-Pfalz sind mehrere Orte in der Eifel besonders schwer von dem Hochwasser betroffen. Das Dorf Schuld (Foto) wurde weitgehend zerstört.

Viele Häuser sind durch die Hochwasserkatastrophe einsturzgefährdet. Überall im Kreis Ahrweiler laufen Rettungseinsätze. Die Polizei Koblenz bat Betroffene und Angehörige auf Twitter, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen: „Bitte fahrt nicht in das Katastrophengebiet, um selbst nach Angehörigen zu suchen oder Hab und Gut zu sichern.“ Die Hochwasser-Regionen solle man weiträumig umgehen.

Hochwasser in der Eifel: Einsatzkräfte appellieren an Gaffer

Polizisten seien unterwegs, um das „Eigentum der vielen evakuierten Menschen zu schützen“, hieß es weiter von den Behörden. Diebstahlmeldungen seien an den Notruf 110 zu entrichten. Im ebenfalls von Überschwemmungen gebeutelten Raum Aachen hatte die Polizei zuvor von Plünderungsversuchen berichtet.

Probleme machen den Rettungskräften weiterhin Schaulustige. Diese blockieren teilweise offenbar auch Rettungswege. Polizeisprecher Ulrich Sopart per Twitter: „Was die Hilfskräfte an den vielen Einsatzstellen überhaupt nicht gebrauchen können sind Gaffer, von denen einige offenbar nichts Eiligeres zu tun hatten, als die Anfahrts- & Rettungswege zu belegen. Seht von nicht notwendigen Besuchen ab!“

Hochwasser in der Eifel: Gaffer behindern Rettungseinsätze in Schuld - Zahl der Toten steigt

Update, 15.07.2021, 11.12 Uhr: Nach dem schweren Unwetter in Schuld in der Eifel werden weiterhin Dutzende Menschen vermisst. In der Nacht zum Donnerstag waren dort laut Polizei Koblenz infolge der Überflutungen vier Häuser komplett und zwei weitere Häuser zur Hälfte weggespült worden. Eine Vielzahl weiterer Gebäude sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr. Mindestens vier Menschen kamen den Angaben zufolge bei der Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler ums Leben. Ob die Todesfälle mit den Hauseinstürzen in Verbindung stehen, war zunächst unklar.

Insgesamt sind im Zusammenhang mit den schweren Unwettern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mindestens elf Menschen ums Leben gekommen.

Der Einsatz von Rettungskräften in Schuld, dem Landkreis Ahrweiler und der Eifel-Umgebung läuft auf Hochtouren. Auch Kräfte aus anderen Regionen, etwas Wiesbaden oder dem Lahn-Dill-Kreis sind vor Ort. Derweil meldet die Polizei Koblenz auf Twitter: „Schaulustige behindern den Rettungseinsatz im Bereich Schuld.“ Menschen vor Ort werden gebeten, die Rettungswege freizuhalten. Grundsätzlich bittet die Polizei im Überschwemmungsgebiet Schuld um Umgebung: „Beachtet die Straßensperrungen, bleibt in Sicherheit oder begebt euch in Sicherheit. In den überfluteten Bereichen sind die Gefahren unkalkulierbar - bleibt weg! Bitte lasst die unermüdlichen Helfer ihre Arbeit machen!“

Hochwasser in der Eifel: Polizei mit Bitte an Bevölkerung - Mehrere Häuser eingestürzt, mehrere Tote

Update, 15.07.2021, 9.38 Uhr: In dem vom Hochwasser schwer getroffenen Eifel-Ort Schuld im Landkreis Ahrweiler (siehe unten) ist die Zahl der Vermissten laut Polizei Koblenz inzwischen auf knapp 70 gestiegen. Dort waren den Angaben zufolge in der Nacht zum Donnerstag sechs Häuser eingestürzt. Der gesamte Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sei von der Unwetterlage betroffen, sagte der Sprecher. Mehrere Orte waren demnach wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten.

Derweil bittet die Polizei Koblenz die Bevölkerung um Mithilfe „durch Übermittlungen von Videosequenzen und Fotos, die Hinweise auf vermisste Personen und Tote geben können“, heißt es auf Twitter.

Die Videodateien und Fotos zu den Überschwemmungen in Schuld und dem Landkreis Ahrweiler können hier hochgeladen werden.

Schuld in der Eifel: Mehrere Häuser nach Hochwasser eingestürzt - 30 Vermisste, mehrere Tote

Erstmeldung, 15.07.2021, 8.03 Uhr: In Schuld, einem Ort bei Adenau in der Eifel, sind in der Nacht zum Donnerstag (15.07.2021) wegen Überflutungen und Dauerregens sechs Häuser eingestürzt. Das berichtete zunächst der SWR. Nach Angaben der Polizei werden demnach aktuell noch rund 30 Menschen vermisst.

Wie die Polizei in Koblenz nun ebenfalls mitteilt, starben vier Menschen durch das Unwetter im Landkreis Ahrweiler. Laut der dpa seien die Opfer an mehreren Orten gefunden worden. Weitere Informationen dazu sind noch nicht bekannt. Und: „Es befinden sich etwa 50 Personen auf Dächern, die gerettet werden müssen.“

Hochwasser in der Eifel: Mehrere Häuser in Schuld eingestürzt

Die Hochwasser-Katastrophe könnte noch größer werden: 25 weitere Häuser in Schuld sollen ebenfalls instabil und einsturzgefährdet sein. Das berichtete zunächst der SWR, die Polizei Koblenz bestätigte „zahlreiche“ Häuser, bei denen der Einsturz droht. Die Lage in Schuld sei aktuell noch unübersichtlich, erklärt ein Sprecher der Polizei.

Häuser in Schuld in der Eifel eingestürzt - Auch in anderen Hochwasser-Orten Lebensgefahr

Der Ort Schuld mit seinen gerade einmal knapp 700 Einwohnern liegt an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Ahr durchfließt das Dorf im Landkreis Ahrweiler, wo der Katastrophenfall ausgerufen wurde.

Landkreis Ahrweiler hart von Unwetter getroffen: Mehrere Tote, großer Einsatz von Rettern

Bereits am Mittwochabend hatten die Behörden im Landkreis Ahrweiler extremen Starkregen gemeldet. Die Feuerwehr Koblenz half zusammen mit dem Technischen Hilfswerk Lahnstein und der Feuerwehr Mainz aus, um 800 Sandsäcke pro Stunde zu füllen. Diese wurden mit sechs Lkw in den Landkreis Ahrweiler gebracht.

Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Situation wegen Hochwassers nach Angaben eines Kreis-Sprechers extrem gefährlich. In Messerich in der Eifel wurden nach Angaben des Kreises zwei Helfer des Technischen Hilfswerks von den Fluten eingeschlossen, es besteht Lebensgefahr, wie der SWR berichtete. (fd/dpa)

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