Schneechaos und Hochwasser

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Lienz/Venedig (dpa). Starkregen und Schnee haben in Österreich am Wochenende zu zahlreichen Muren- und Lawinenabgängen sowie zu Stromausfällen geführt. Aus Sicherheitsgründen mussten sowohl am Samstag als auch am Sonntag zahlreiche Straßen gesperrt werden. Am Sonntag kam es zu einem Lawinenabgang in Prägraten in Osttirol, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde. Die Lawine, die im Südtiroler Martelltal abgegangen war, hatte zwei Häuser teilweise beschädigt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Ebenfalls am Sonntag erfasste eine Lawine nahe der Talstation des Stubaier Gletschers ein Auto. Die sechs Menschen im Wagen blieben unverletzt.

Vor allem in Osttirol und in Teilen Kärntens hat es seit Mittwochfrüh immer wieder viel geschneit und geregnet. In Osttirol war in der Nacht auf Samstag zeitweise in allen Haushalten der Strom ausgefallen. Am Sonntagmittag waren weiter rund 2000 Haushalte in dieser Region ohne Stromversorgung, weil die schweren Niederschläge laufend zu Baumstürzen und Seilrissen führten, wie der örtliche Stromversorger mitteilte.

Auch in Südtirol waren nach Angaben der APA zahlreiche Straßen gesperrt und rund 12 500 Haushalte ohne Strom. Das Mobilfunknetz war ebenfalls teilweise ausgefallen.

Im österreichischen Bundesland Kärnten kam es in der Nacht auf Samstag zu Hangrutschungen, Muren und Felsstürzen. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Auch die Bahn verkehrte auf einigen Strecken aufgrund der starken Schneefälle, der Probleme bei der Stromversorgung sowie wegen umgestürzter Bäume zeitweise nur eingeschränkt. Im Bezirk Murau in der Steiermark mussten am Sonntagnachmittag einige Wohnhäuser evakuiert werden, weil ein Hangrutsch drohte. Betroffen waren 30 Personen.

Venedig ist derweil zum dritten Mal innerhalb einer Woche überflutet worden. Am Sonntag sei das Wasser auf 150 Zentimeter über den normalen Meeresspiegel gestiegen, erklärte Bürgermeister Luigi Brugnaro. Damit waren rund 70 Prozent der UNESCO-Welterbestadt unter Wasser. Der Markusplatz als tiefster Punkt der Stadt wurde erneut geflutet und aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Brugnaro hatte zur "maximalen Vorsicht" aufgerufen. Die Lage sei aber unter Kontrolle. Die Menschen würden sich nicht entmutigen lassen. "Die Venezianer gehen nur zum Beten in die Knie", erklärte er.

Unterdessen tobten in fast ganz Italien Unwetter mit Sturm und heftigen Niederschlägen. Auch die Brennerautobahn - die wichtigste Verbindungsstraßen zwischen Italien und Österreich - war vorübergehend zwischen Brixen und Sterzing gesperrt, teilte die Verkehrsleitzentrale mit.

Auch weiter im Süden des Landes war Alarm angesagt. Über Rom fegte in der Nacht ein Sturm. Zahlreiche Bäume kippten um. In Florenz stieg der Fluss Arno bedrohlich. Auch in anderen Gegenden der Toskana herrschte Angst. In Grosseto wurden Dächer abgedeckt. Bei Bologna in Budrio drohte ein Deich zu brechen.

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