Schlaganfall-Patienten gehören in der Corona-Pandemie zu den Risikogruppen. (Symbolfoto)
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Schlaganfall-Patienten gehören in der Corona-Pandemie zu den Risikogruppen. (Symbolfoto)

Hirnverletzungen

Höheres Corona-Risiko für Schlaganfallpatienten: Neue Studie liefert Erklärungsansatz

  • vonLena Karber
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Schlaganfall-Patienten gehören in der Corona-Pandemie zu den Risikogruppen. Zudem können Covid-19-Erkrankungen Schlaganfälle begünstigen. Nun liegt eine neue Studie vor.

Duisburg – Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, gehören in der Corona-Pandemie zu einer Risikogruppe. Doch wieso ist das so? Das haben jetzt Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen erforscht – und eine mögliche Erklärung gefunden.

Studie: Erklärungsansatz für erhöhtes Corona-Risiko nach Schlaganfall

Wie das „Ärzteblatt“ berichtet, haben die Forscher für die Studie ein experimentelles Modell verwendet, das den Zustand eines menschlichen Schlaganfalls nachahmt. Geforscht wurde an Mäusen. Dabei ist aufgefallen, dass bereits einen Tag nach der Auslösung des experimentellen Schlaganfalls mehr ACE-2 in den Lungen der Tiere vorhanden war. Dieses Protein ist ein Rezeptor, über den das Virus in Lungenepithelzellen eindringen kann. Es stand im Fokus der Untersuchung.

Die Forscher vermuten nun, dass die gesteigerte ACE-2-Expression in Folge einer Hirnverletzung eine Erklärung dafür ist, wieso ein Schlaganfall ein Risikofaktor dafür ist, anfälliger für die Entwicklung einer schweren Covid-19-Erkrankung zu sein.

Corona-Pandemie: SARS-CoV-2 kann zu Schlaganfällen führen

Andersherum weisen mehrere Studien darauf hin, dass eine Corona-Infektion das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden erhöht. „Das scheint nicht nur Patienten mit schweren Infektionen zu betreffen, sondern auch relativ junge Personen mit mildem Verlauf“, heißt es auf der Internetseite „Internisten im Netz“ unter Berufung auf eine Metaanalyse, also eine systematische Auswertung mehrerer Studien. Zudem hätten 43 Prozent der Patienten der jüngsten Gruppe, die einen Schlaganfall hatten, keine Risikofaktoren oder Begleiterkrankungen aufgewiesen, bei fast der Hälfte wurden zuvor keine Covid-19-Symptome festgestellt. Insgesamt seien Schlaganfälle unter Covid-19 Patienten „relativ häufig“ und hätten „verheerende Folgen für alle Altersgruppen“, resümierten die Forscher.

Vermutlich kommt ist das erhöhte Schlaganfall-Risiko durch Corona darauf zurückzuführen, dass Viren das Blutgerinnungssystem aktivieren und somit das Risiko für Thrombosen und Embolien erhöhen. Dabei können Schlaganfälle als Folge einer Covid-19-Erkrankung, aber offenbar auch als Erstsymptom auftreten. Die Sterblichkeit ist unter Schlaganfall-Patienten mit Covid-19 laut einer griechischen Studie um ein Vielfaches höher als unter nicht-infizierten Schlaganfall-Patienten*.

*giessener-allgemeine.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, gehören in der Corona-Pandemie zu einer Risikogruppe. (Symbolfoto)

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