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PERSPEKTIVE

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Dieses Foto erzielt seine Wirkung aus der Perspektive, aus der es aufgenommen wurde. Nach achtjähriger Bauzeit wurde gestern die Hochmoselbrücke für den Verkehr freigegeben. Davor konnten interessierte Bürger die Brücke zu Fuß überqueren. Tausende nutzten die Gelegenheit. Vom Standpunkt des Fotografen aus verschwinden die Spaziergänger ziemlich genau in der Mitte der Brücke ins Nirgendwo, werden sie vom Nebel verschluckt. Nebel hat etwas Faszinierendes, aber auch etwas Bedrohliches. Man kann sich zum Beispiel in der grauen Suppe verirren. Nebel kann aber auch schützen, man kann sich verstecken wie im Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Mit dem Spruch "Vor mir Nebel, hinter mir Nebel, über mir die Sonne!" entkommt sie ihren Verfolgern. Nebel war und ist auch ein Thema für große Dichter. Hermann Hesses letzte Strophe vom Gedicht "Im Nebel" verstärkt die Novembertristesse: "Seltsam, im Nebel zu wandern! Leben ist Einsamsein. Kein Mensch kennt den andern, jeder ist allein." Manchmal stimmt’s ja, aber Gott sei Dank nicht immer. bb/Foto: dpa)

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