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PERSPEKTIVE

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So ein Foto kann man nur im Herbst machen. Es ist kein professionelles Bild. Es wurde im Vorbeigehen gemacht. Mit dem Smartphone, aus der Hand, ohne Stativ. Und so sieht es auch aus. Man kann es schöner fotografieren. Aber wichtig ist, was dieses Bild dem Fotografen bedeutet. Eine ganze Menge. Seit Ende September schaute er kurz vor Lich morgens oft sehnsüchtig in Richtung Osten, zum Vogelsberg hin. Er dachte: Anhalten, das Auto parken, Jacke schließen und dem Sonnenaufgang entgegenlaufen. Einfach mal eine Stunde später zur Arbeit kommen. Den Augenblick genießen. Nicht rechts abbiegen nach Gießen und dann schauen, ob man sich im allmorgendlichen Stau einordnet - oder versucht, ihn zu umfahren. Gestern ist der Fotograf rechts rangefahren. Die zwei jungen Damen im Auto waren etwas irritiert, sagten aber nichts. Sie wissen: Der Mann am Steuer ist manchmal spontan. Der Fahrer überquerte die Straße, schaute und fotografierte. Länger geblieben ist er nicht, weil die beiden Teenager in die Schule mussten. Aber er hatte ihn, den einen Moment - für sich und sein Foto. (bb/Foto: bb)

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