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Heftige Unwetter in Italien: Tornado zieht über Gardasee – Hagelkörner wie Tennisbälle gehen nieder

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Von: Marcus Giebel

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In Teilen Italiens begann der Donnerstag mit heftigen Unwettern. Auf dem Gardasee bildete sich ein Tornado, andernorts ergossen sich Regenmassen oder es fiel Hagel. Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

München - Der Gardasee bietet einen traumhaften Anblick, der obendrein Urlaubsgefühle weckt. Normalerweise. Doch an diesem Donnerstag waren die Zustände auf und rund um das nicht nur bei Touristen beliebte Gewässer höchst ungewöhnlich. Am Morgen bildete sich ein Tornado über dem Gardasee, wie der Corriere della Sera berichtet und dabei auch Bezug auf diverse Videos in den sozialen Medien nimmt.

Unwetter in Italien: Tornado über dem Gardasee

Zum Glück erreichte die Wasserhose nicht das Ufer, sondern fiel quasi ins Wasser. Zunächst war aber unklar, ob sich zu dem Zeitpunkt Boote in unmittelbarer Nähe befanden. Die Küstenwache hatte keine Hinweise auf Verletzte oder Schäden an Schiffen. Betroffen war demnach die Region im Südosten des Sees, das Blatt nennt die Ortschaften Sirmione, Peschiera und Pacenga di Lazise.

Zudem ging heftiger Regen über dem Gardasee nieder. Teilweise fiel auch Hagel aus den dunklen Wolken. Dem Bericht zufolge wurden zwar keine besonderen Schäden gemeldet, doch der Verkehr sei stark eingeschränkt worden, weil die Fahrer wegen der schlechten Sicht anhalten oder deutlich verlangsamen mussten.

Ein Tornado fegt über den Gardasee
Tornado im Anmarsch: Auf dem Gardasee ging es am Donnerstagvormittag hoch her. © IMAGO / Jöran Steinsiek

Unwetter in Italien: Erdrutsche und Überschwemmungen in der Lombardei

Auch andere Teile Norditaliens wurden von heftigen Unwettern heimgesucht. So vermeldete die Feuerwehr zwischen den lombardischen Städten Como und Lecco bis 8:30 Uhr am Morgen mehr als 50 nächtliche Einsätze. Wegen der heftigen Regenfälle und Hagelstürme hätten bewohnte Gebiete unter Wasser gestanden, Autofahrer gerieten in Schwierigkeiten und mussten gerettet werden. Es soll zu Erdrutschen und Überschwemmungen gekommen sein, wie das Südtiroler Portal stol.it berichtet.

In der gut 1000 Einwohner zählenden Ortschaft Blevio in der Provinz Como verbreiteten sich Wasser-, Geröll- und Schlammmassen, die auch Wohnhäuser und Keller fluteten. „Das Wasser ist überall eingedrungen“, wird ein Zeuge von der Nachrichtenagentur Ansa zitiert: „Eine Stunde Regen hat ein Chaos verursacht.“ Bulldozer sind dabei, Häuser und Straßen vom Gröbsten zu befreien. Auch der Ort Torno wurde schlimm erwischt.

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Italien von Unwettern heimgesucht: Tornado soll E-Werk nahe Rom gestreift haben

Sogar deutlich weiter südlich gab es erschreckende Bilder. Denn auch vor der Hafenstadt Civitavecchia nordwestlich von Rom konnten die Menschen einen Tornado entdecken. Dieser Zyklon streifte laut Südtirol News oberhalb der Hauptstadt sogar ein E-Werk des italienischen Energiekonzerns ENEL. Zwar seien keine Menschen zu Schaden gekommen, allerdings wurden demnach Bäume entwurzelt.

In der Provinz Frosinone südöstlich von Rom sollen sogar Hagelkörner mit einem Durchmesser von sechs Zentimetern niedergegangen sein. Sie besaßen also etwa Tennisball-Größe.

Ein Auto fährt durch Hagel auf der Straße
Spuren der Verwüstung: Ein Feuerwehrfahrzeug ist im Hagel unterwegs. © Vigili del Fuoco/dpa

Heftige Unwetter gehen über Italien nieder: Ein Zehntel der Jahresregenmenge binnen einer Stunde

Heftig ging es auch in der Toskana zu. In Livorno seien mehrere Gewitter entstanden, die sich immer wieder selbst regeneriert haben. Für Corbolone nahe Venedig wurden dem Bericht zufolge Niederschlagsmengen von 118 Millimetern pro Stunde angegeben. Das ist rund ein Zehntel der Menge, die dort im Normalfall im ganzen Jahr fällt.

Auch in den kommenden Tagen muss sich Italien auf weitere Gewitter und heftige Regenschauer einstellen, heißt es. Das beliebte Urlaubsland war monatelang von einer Dürreperiode geplagt worden. Diese führte im Sommer sogar dazu, dass der Po teilweise austrocknete, was Schifffahrt und Landwirtschaft besonders traf. In der Folge entstand auch ein Streit um mögliche Wasserabgaben aus dem Gardasee. (mg)

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