Neuer Vorfahr des Menschen entdeckt

(AFP). Forscher haben in Süddeutschland einen neuen Vorfahren des Menschen entdeckt. Der aufrechte Gang und die gemeinsamen Vorfahren des Menschen sowie des Menschenaffen entwickelten sich möglicherweise in Europa, wie aus einer Studie eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung einer Tübinger Paläontologin hervorgeht, die nun im Fachmagazin "Science" veröffentlicht wurde.

Die Forscherin Madelaine Böhme entdeckte in der Tongrube "Hammerschmiede" im Landkreis Ostallgäu in Bayern Fossilien einer bislang unbekannten Primatenart, die dort vor fast zwölf Millionen Jahren lebte. Die versteinerten Überreste des "Danuvius guggenmosi" lassen demnach den Schluss zu, dass er sich auf zwei Beinen und kletternd fortbewegen konnte. Die Fähigkeit, aufrecht gehen zu können, gilt als zentrales Merkmal des Menschen. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Menschenaffen bereits vor zwölf Millionen Jahren aufrecht gehen konnten. Bislang galten sechs Millionen Jahre alte Funde als älteste Belege für den aufrechten Gang. "Die Funde aus Süddeutschland sind ein Meilenstein der Paläoanthropologie, denn sie stellen unsere bisherige Sichtweise auf die Evolution grundlegend in Frage", erklärte Böhme.

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