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Scholz und die Männervereine

Es ist ein Vorstoß, der viel Staub aufgewirbelt hat: In Deutschland gibt es Hunderte Vereine, die nur Männer als Mitglieder aufnehmen. Diese haben nach Ansicht von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kein Recht auf Gemeinnützigkeit. Steuervorteile sollen künftig gestrichen werden.

Der Aufschrei ist entsprechend, die CSU ging sogleich auf die Barrikaden. Das sei "absolut überzogen", sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) zum Beispiel. "Natürlich bin ich auch für Gleichberechtigung, aber es kann für Vereine gute sachliche Gründe geben, nur Frauen oder nur Männer aufzunehmen", erklärte Füracker und fragte: "Sollen zum Beispiel Frauenselbsthilfegruppen gezwungen werden, Männer aufzunehmen?"

Es ist auf jeden Fall ein Thema, das die Aufmerksamkeit ein wenig weglenkt von politischen Dauerbrennern wie dem Brexit oder der Grundsteuer. Scholz verteidigte derweil seinen Vorstoß: "Es gibt deutschlandweit Hunderte Vereine wie Schützengilden oder Sportclubs, die ausschließlich Männer zulassen", sagte er. Und weiter: "Wir ändern gerade das Gemeinnützigkeitsrecht. Vereine, die grundsätzlich keine Frauen aufnehmen, sind aus meiner Sicht nicht gemeinnützig. Wer Frauen ausschließt, sollte keine Steuervorteile haben und Spendenquittungen ausstellen."

Die Teilnehmer an unsrere Facebook-Umfrage sind mehrheitlich für den Scholz-Vorstoß - und das relativ deutlich: 69 Prozent finden den Vorschlag grundsätzlich gut, nur 31 Prozent sprechen sich dagegen aus. Und kommentiert wurde auch eifrig und teilweise kontrovers. Wie gesagt, es ist ein Thema, das mächtig Staub aufwirbelt.

Instagram, Twitter und Co.

Schauspielerin Karoline Herfurth und ihre Kolleginnen Jella Haase und Jessica Schwarz stehen Online-Netzwerken skeptisch gegenüber. "Hauptsächlich bin ich Schauspielerin und drücke mich im Film oder auf der Bühne aus", sagte die 35-jährige Herfurth der Zeitschrift "Bunte". Sie mache nur wenig auf Instagram. Heroisierte Frauenbilder würden überall produziert. Sie sprach sich daher für "entspanntere Körperbilder in der Öffentlichkeit" aus. Die 27-jährige Haase teilte diese Meinung: "Ich stehe Instagram und Co. sehr gespalten gegenüber, weil dort überwiegend Bilder eines perfekt designten Lebens abgeworfen werden, die nichts mit der Realität zu tun haben." Schwarz sagte, den Zwang zu Authentizität in Online-Medien finde sie "mühsam und anstrengend".

Mühsam und anstrengend ist es auch, Donald Trump auf Twitter zu folgen. Denn der US-Präsident haut eine Nachricht nach der anderen raus - ohne Rücksicht auf Verluste. Mit 65 Millionen Followern hat Trump auf Twitter eine enorme Reichweite. Die nutzte er nun, um das Buch seines Sohnes anzupreisen: "Mein Sohn, Donald Trump jr., bringt ein neues Buch heraus: ›Triggered: How the left thrives on hate and wants to silence us‹ (Getriggert: Wie die Linke mit Hass Erfolg hat und uns zum Schweigen bringen will), twitterte der Präsident. Das sei ein großartiges Buch, dass er allen empfehle zu lesen. In dem Werk ledert der Trump-Sohn Donald jr. vor allem über die US-Demokratin und frühere Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ab, wie mehrere Medien berichteten. Das "Projekt für Regierungskontrolle" merkte an, dass ein solcher Tweet bei jedem anderen Mitglied des öffentlichen Dienstes in den USA ein Verstoß gegen Ethikrichtlinien bedeuten würde, schreibt das ZDF. Tja, bei Donald Trump ist halt vieles einfach anders.

Gebloggt

Mareike Fallwickl ist die Autorin des Romans "Dunkelgrün fast schwarz" und sie bloggt auch über Bücher. "Bücherwurmloch heißt der Blog, bei dem man sich Anregungen für die nächste Schmökerrunde holen kann. Das Buch des Monats ist aktuell "Bonjour tristesse" von Françoise Sagan. Das jüngste besprochene Buch ist von Thomas Meyer und hört auf den Titel "Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin". Einfach mal reinlesen... (dpa/gäd/AFP)

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