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Das Paket

Sie haben lange gerungen, die Akteure in der großen Koalition. Bis zur letzten Sekunde wurde um jedes kleine Detail gekämpft. Und am Ende stand es dann: Das Klima- paket. Doch die Freude darüber, dass überhaupt etwas beschlossen wurde, währte nur kurz. Denn die Kritiker des Pakets scheinen deutlich in der Überzahl.

Der Beschluss umfasst bis 2023 Maßnahmen im Umfang von mehr als 54 Milliarden Euro. Ziel ist es, dass Deutschland seine Klimaschutzziele für 2030 einhält. Ein Kernpunkt des Ganzen ist der CO2-Preis: Er soll klimaschädliche Brennstoffe aus Öl, Erdgas und Kohle verteuern - und damit einen Anreiz für Entwicklung und Kauf klimafreundlicherer Autos und Heizungen setzen. Für Kritik sorgt vor allen Dingen der Einstiegspreis von zehn Euro pro Tonne Kohlendioxid - für viele zu niedrig.

Doch das ist nur einer der Kritikpunkte. Umweltbehörden, Wissenschaftlern und selbst Teilen der großen Koalition gehen die Klimapläne der Bundesregierung schlicht nicht weit genug.

Auch die Teilnehmer an unserer Facebook-Befragung stehen den Beschlüssen skeptisch gegenüber: Nur 16 Prozent finden das Klimapaket gut und sehen es als einen ersten Schritt. 84 Prozent lehnen es ab, die Maßnahmen würde sowieso nichts bringen.

Instagram, Twitter und Co.

Die Polizei in München ist dafür bekannt, dass sie während der Wiesn einen wahren Twitter-Marathon absolviert - und das mit einer gehörigen Portion Humor. Der neueste Fall ist kurios: Den Beamten war am Sonntag ein Mann auf dem Oktoberfest aufgefallen, der mit seinem Handy Fotos gemacht hatte - von den Waden vorbeigehender Menschen! Die Polizei wollte dem "Wadl-Fetischisten" auf den Grund gehen und durchsuchte das Handy des Knipsers. Das Ergebnis: Der Mann hatte unzählige Bilder mit demselben Wadl-Motiv auf seinem Handy. Und so veröffentliche die Polizei den Fall auf Twitter. Aber Vorsicht: Dialektkenntnisse sind dringend erforderlich. "Gestern hod oana Buidl vo fremdn Wadln auf der Wiesn gmacht. Mia san dazuakemma und hom gseng dos der Mo auf seim Handy no mehr so Haxnbuidl hod. Gfeid hod si sonst nix, drum homman wieda geh lossn - maih! ... wenns eam gfoid."

Die junge Klima-Aktivistin Greta Thunberg polarisiert - und das nicht erst seit ihrer jüngsten Wutrede. Besonders auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen wird mitunter der Hass gegen die Schwedin immer größer, immer ungezügelter. Dass es dabei nicht im Entferntesten um Inhalte geht, beweist ein kleines Experiment des TV-Komikers Oliver Kalkofe.

Auf seinem Facebook Account postete Kalkofe nur ein Wort, gefolgt von einem Punkt: "Greta." Binnen 16 Stunden setzte es über 1500 Reaktionen auf den Vornamen, die von Beschimpfungen und Verunglimpfungen der 16-Jährigen bis hin zur Abrechnung mit jenen "Hatern" reichte. "99 Prozent aller Posts über/gegen Greta sagen nichts über Greta aus, aber eine Menge über den Poster!", analysierte einer der Diskutanten, wie verschiedene Nachrichtenportale schreiben.

Kalkofe reagierte auf die Kommentarflut übrigens mit einer Art Fortsetzung: Er postete erneut den Namen "Greta" gefolgt von gut 70 Emojis. "Auch dieser im Prinzip sinnfreie Eintrag löste nach nur drei Stunden über 650 Reaktionen aus", schreibt der "Weser-Kurier". Daraus folgt die keineswegs neue Erkenntnis: Man benötigt keine Inhalte, um im Netz die heftigsten Reaktionen zu erhalten. Und man könnte daraus wohl eine Endlosschleife machen. Und das sagt in der Tat viel über so manche Kommentatoren im Internet aus.

Gebloggt

"Gästeliste Geisterbahn" ist ein preis- gekrönter Podcast, dessen Macher in lockerer Runde über die teils sehr abseitigen Fragen ihrer Hörer diskutieren. Die Macher Nilz Bokelberg, Markus Herrmann und Donnie O’Sullivan beschäftigen sich in der neuesten Folge 101 mit dem Thema "Dörfliches Crime" ( www.gaestelistegeisterbahn.de). Kann man mal reinhören... (dpa/gäd/eb)

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