Neid auf Job als Motiv?

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Düsseldorf(dpa). Der bei einem Säure-Attentat schwer verletzte Innogy-Manager Bernhard Günther sieht das Motiv hinter der Tat im "beruflichen Umfeld". Er habe als Auftraggeber eine spezielle Person im Verdacht, sagte der 52-Jährige in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Ein Tatverdächtiger war Ende Oktober verhaftet und nach gut vier Wochen wieder freigelassen worden.

Nach der Festnahme hatten bereits mehrere Medien über Verdachtsmomente gegen einen Konkurrenten berichtet. Günther sagte auf die Frage des "Handelsblatts", ob er eine ganz spezielle Person in Verdacht habe: "Ja. Interessanterweise hat die Staatsanwaltschaft diesen Medienberichten ja auch nicht widersprochen. Offensichtlich hat die Justiz jedoch bisher nicht ausreichend Beweise vorliegen. Und zu Recht gilt bei uns der Grundsatz der Unschuldsvermutung."

Günther verwies in dem Interview auf die Unruhe bei Innogy zur Zeit des Säure-Anschlags. Wäre er damals "aus dem Spiel genommen" worden, hätte es Platz im Vorstand gegeben. "Es wurden schon Verbrechen wegen geringerer Summen verübt", sagte Günther dem "Handelsblatt". Der Manager geht nach eigenen Angaben davon aus, dass er durch den Anschlag erblinden sollte: "Wenn jemand scharf auf Ihren Job ist oder glaubt, dass Sie seiner Karriere im Wege stehen, dann wäre das schon eine sehr effektive Methode", so Günther in dem Interview.

Der Innogy-Finanzchef wurde am 4. März 2018 nach dem Joggen in der Nähe seines Wohnhauses in Haan bei Düsseldorf von Vermummten überfallen und mit hoch konzentrierter Säure übergossen.

Zu den gesundheitlichen Folgen sagte Günther dem "Handelsblatt": "Ich habe immer noch einen langen Weg vor mir und natürlich werden immer sichtbare Spuren bleiben." Abgesehen vom Ästhetischen machten ihm "nach wie vor die Augen Probleme". Ob das "jemals wieder richtig gut wird, wird sich zeigen", so Günther. Noch immer gebe es Orte und Aktivitäten, die er meide: "Wo mir das Risiko zu hoch erscheint, zum Beispiel alleine joggen."

Laut Staatsanwaltschaft gehen die Ermittlungen unterdessen weiter. Der Freigelassene gelte nach wie vor als Verdächtiger. Auch gegen weitere Personen werde ermittelt. Ob darunter tatsächlich ein Konkurrent Günthers ist, wollte die Sprecherin nicht kommentieren.

Der Manager schließt nicht aus, dass der Fall niemals aufgeklärt wird.

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