„Bist halt der Depp“ 

Als würde es die Corona-Gefahr nicht geben: Münchner S-Bahnen brechend voll

  • Lucas Sauter-Orengo
    vonLucas Sauter-Orengo
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Man glaubt es kaum! Das Corona-Virus legt die Stadt München nahezu komplett lahm. Nur an einem Ort merkt man nichts: In den S-Bahnen.

  • Das Coronavirus verändert das tagtägliche Leben in München immer stärker.
  • Immer weniger Menschen sind in der Stadt unterwegs.
  • Trotzdem müssen viele täglich mit der S-Bahn zur Arbeit - in überfüllten Zügen.

Update vom 18. März, 13.03 Uhr: Die Deutsche Bahn hat sich auf Anfrage unserer Zeitung jetzt zu der Thematik geäußert. Hier das Statement im Wortlaut:

„Um das unnötige Berühren von Kontaktflächen zu verhindern, lassen wir im Rahmen der Corona-Prävention die Fahrzeugtüren (bei den Zügen der Baureihe ET 423) beim Halt im gesamten S-Bahn-Netz automatisch öffnen und schließen.

Lesen Sie auch: Das Coronavirus macht München fast zur Geisterstadt. Auch die Fahrgäste der MVG werden immer weniger. Der ÖPNV stockt seine Fahrten dennoch wieder auf. Dadurch soll der gebotene Sicherheitsabstand besser gewährleistet werden.

Es kommt aber natürlich auch auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen mit an - die Vorsorgeempfehlungen des Robert-Koch-Instituts wie gründliches Händewaschen oder Niesen in die Armbeuge, nicht-ins-Gesicht-fassen gilt auch für Fahrten in Öffentlichen Verkehrsmitteln.

Lesen Sie auch: Ein Bericht zum Beinahe-Unfall an der Bahnstrecke bei Griesen (Kreis Garmisch-Partenkirchen) legt gravierende Mängel an Nebenstrecken der Deutschen Bahn offen.

Erstmeldung vom 18. März 2020

München - Seitdem der Katastrophenfall wegen des Coronavirus in Bayern ausgerufen wurde, hat sich auch in München das Leben drastisch verändert*. Restaurants und Kneipen sind nicht mehr durchgehend geöffnet, Sportplätze gesperrt. Das Leben ist dieser Tage nicht mehr das*, wie wir es sonst kennen. Viele Menschen sind bereits in Quarantäne. Trotzdem müssen viele, die nicht im Home-Office arbeiten können, jeden Tag in die Arbeit pendeln - zum großen Teil mit der S-Bahn. Dort zeigt sich das glatte Gegenteil von dem, was als dringende Maßnahmen strengstens empfohlen werden: Überfüllte Waggons und Menschenmassen

Coronakrise: Stimmen Sie ab

München: Trotz Corona - Pendler fahren in vollen S-Bahnen in die Arbeit

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder richtet sich dieser Tage meistens mehr als nur einmal an die Bevölkerung. Dabei hat er auch jedes Mal dieselbe dringende Bitte an die Menschen: Soziale Kontakte auf das absolut Wesentlichste zu beschränken.

Viele Menschen haben jedoch keine andere Möglichkeit, als genau diese Maßnahmen nicht einzuhalten, da sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit fahren müssen. Genau diese Menschen haben sich jetzt auf Facebook geäußert und ein Foto geteilt, was genau diese bizarre Situation zeigt: „Als Berufspendler bist halt einfach der Depp,“ meint etwa die Person, die das Bild veröffentlicht hat.

München: Facebook-Gruppe echauffiert sich über S-Bahnen-Massen trotz Coronavirus

Viele andere Personen sehen die Situation genau so und teilen ihren Unmut in den Kommentaren des Postings. So meint etwa ein User: „Das hab ich mir auch gedacht!“ Ein anderer schreibt: „Fakt ist, ich möchte nicht in dieser S-Bahn sitzen. Fakt ist auch, so hat sich das Markus Söder nicht vorgestellt!“ 

Die S-Bahn München hat aufgrund der aktuellen Lage bereits reagiert. Der Betrieb wurde reduziert, jedoch um den Betrieb auch unter den aktuellen Umständen nachhaltig zu sichern, alle Linien gewährleistet. Für Busfahrer in München wurde hingegen schon eine Vorsichtsmaßnahme* eingeführt.

Video: Coronavirus - Vorsicht bei Einnahme von Paracetamol

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Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/“Meine S3 kommt nicht“

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