Noch unbekannte Täter hatten am 25. November Schmuckstücke des 18. Jahrhunderts gestohlen. FOTO: POLIZEI SACHSEN/DPA
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Noch unbekannte Täter hatten am 25. November Schmuckstücke des 18. Jahrhunderts gestohlen. FOTO: POLIZEI SACHSEN/DPA

Mühsame "Puzzlearbeit"

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Dresden(dpa). Einen Monat nach dem spektakulären Einbruch in das historische Grüne Gewölbe in Dresden und dem Diebstahl unschätzbar wertvoller Juwelen gibt es weiter keinen Fahndungserfolg. Die Sonderkommission "Epaulette" arbeitet auf Hochtouren. "Sie hat noch keine heiße Spur", sagte ein Polizeisprecher. Unter den geprüften der bisher rund 1100 Hinweise aus dem In- und Ausland sei der entscheidende noch nicht gewesen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehen weiter viele Informationen ein, die nun ausgewertet werden. "Es ist eine Puzzlearbeit", sagte Sprecher Jürgen Schmidt.

Zwei Unbekannte waren am frühen Morgen des 25. November mit Gewalt in das berühmte Schatzkammermuseum des 18. Jahrhunderts im Erdgeschoss des Residenzschlosses eingedrungen. Sie hatten ein Fenstergitter durchtrennt, das Fenster herausgestemmt, im Juwelenzimmer mit einer Axt Löcher in die Vitrine mit den prächtigsten Stücken gehakt und zugegriffen. Der Coup, der auch international Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten. Als die Polizei eintraf, waren Diebe und Beute verschwunden.

Das Museum bleibt nach wie vor "bis auf Weiteres" geschlossen, wie ein Sprecher der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) sagt. Die von den Tätern zurückgelassenen Stücke in der betroffenen Vitrine müssen nun aufwendig restauriert werden. Die Einbrecher hatten sie mit Löschpulver besprüht, um ihre DNA zu verwischen.

Das Hinweistelefon ist auch über die Feiertage durchgängig besetzt. Die Soko steht auch mit den Berliner Kollegen in Kontakt, um einen Zusammenhang zum Diebstahl der 100 Kilo schweren Goldmünze aus dem Bode-Museum 2017 in Berlin abzugleichen.

Die Dresdner Behörden machen zum Inhalt ihrer Ermittlungen keine Aussagen, gehen aber von einer Bande aus. Ob die ausgesetzte Belohnung von 500 000 Euro schon Folgen hatte sagte der Polizeisprecher nicht. "Es gibt ja hier keinen vergleichbaren Fall", sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen, bei denen sich immer wieder neue Fragen stellten und nur Fakten zählten, seien eine Sache von Wochen, Monaten, "wenn nicht Jahren".

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