Mindestens eine Milliarde Tiere tot

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Canberra/Sydney(dpa). Wegen der Buschfeuer in Australien sind nach Expertenschätzungen mindestens eine Milliarde Tiere ums Leben gekommen. Allein im Bundesstaat New South Wales an der Ostküste seien mehr als 800 Millionen Säugetiere sowie Reptilien und Vögel getötet worden, sagte Chris Dickman, Ökologe und Professor an der Universität Sydney am Mittwoch laut Mitteilung.

Viele der Tiere seien direkt durch die Feuer getötet worden, andere durch Mangel an Nahrung oder andere brandbedingte Umstände. Die Schätzung basiert auf einem Bericht der Tierschutzorganisation WWF von 2007 mit Zahlen zur Dichte der in der Wildnis lebenden Säugetiere (ausgenommen Fledermäuse), Reptilien und Vögel im Staat New South Wales. Nicht mitgezählt wurden Frösche, Insekten und andere wirbellose Tiere. Bei den Zahlen handele es sich um sehr vorsichtige Schätzungen, die tatsächliche Anzahl der toten Tiere dürfte deutlich höher liegen, sagte Dickman.

Die zahlreichen Buschfeuer an der Ost- und Westküste des Kontinents haben mittlerweile mehr als 10,7 Millionen Hektar Land zerstört - das ist zusammengenommen eine Fläche größer als Portugal. Mindestens 26 Menschen kamen ums Leben, Tausende verloren in den Flammen ihre Häuser.

Größte Evakuierungsaktion

Nahe Melbourne im Süden des Landes kamen am Mittwoch Menschen an, die mit dem Schiff aus dem abgeschnittenen Küstenort Mallacoota gerettet worden waren. Auf Fotos war zu sehen, wie Männer, Frauen und Kinder schwer bepackt ans Festland in Hastings gebracht wurden. Australien erlebt nach früheren Angaben der Behörden die größte Evakuierungsaktion in Friedenszeiten: Zehntausende Menschen mussten allein im Südosten des Kontinentalstaates ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen.

Am Freitag könnte sich die Lage noch einmal zuspitzen: Dann werden in den Brandgebieten teilweise Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet, dazu könnte Wind die Feuer anfachen. Gute Nachrichten gab es aber auch: Das sogenannte Mega-Feuer bei Gospers Mountain im Nordwesten Sydneys könnte bis zum morgigen Freitag eingedämmt sein, schätzte der für Notfälle zuständige Minister von New South Wales, David Elliot.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach den Betroffenen der Brände seine Anteilnahme aus. "Wir trauern mit allen Australiern um die Opfer dieser Katastrophe." Er beklagte die enormen Schäden in Städten und Gemeinden sowie die Zerstörungen von Natur und Tierwelt. Auch Papst Franziskus sprach den Menschen in Australien seine Anteilnahme aus. Er rufe zum Gebet für die Menschen auf, "in diesem schwierigen Moment, mit diesem starken Feuer", sagte er bei der Generalaudienz am Mittwoch in Rom.

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