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Unwetter in Griechenland: Urlaubsinseln überschwemmt – Kinderspielzeug rettet Tourist das Leben

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Von: Martina Lippl

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Griechenland: Die Küstenwache (Foto) und Freiwillige suchen weiter nach einem Vermissten im Meer vor Chalkidiki.
Griechenland: Die Küstenwache (Foto) und Freiwillige suchen weiter nach einem Vermissten im Meer vor Chalkidiki. © www.hcg.gr/

Unwetter haben schwere Schäden in Griechenland verursacht. Ein vermisster Urlauber wurde nach 19 Stunden aus dem Meer gerettet. Hubschrauber und Schiffe suchen weiter nach einem Vermissten.

Update vom 12. Juli, 9.52 Uhr: Die Suche nach dem 28-Jährigen im Meer geht weiter. Seit vier Tagen wird der junge Mann aus Nordmazedonien vermisst. Er war mit seinen Freunden Schwimmen am Mytis-Strand Chalkidiki. Die drei Freunde hatten das aufziehende Unwetter über Griechenland unterschätzt. Wellen und eine starke Strömung zog die Badenden ins offene Meer. Schiffe, vier Patrouillenfahrzeuge der Küstenwache und freiwillige Helfer hoffen den 28-Jährigen zu finden. Denn, seine beiden Freunde (25 und 30 Jahre alt) konnten aus dem Meer gerettet werden – lebend.

Unwetter in Griechenland: Dieser Ball rettete dem 30-Jährigen das Leben

Der 25-Jährige wurde Stunden nach dem Badeunglück von einem Surfer im Wasser entdeckt und gerettet. Der 30-Jährige leistete schier unglaubliches, um am Leben zu bleiben. Er kämpfte knapp 20 Stunden gegen die rauen Wellen. Dabei hielt er sich an einem halb aufgeblasenen Ball fest, berichtet das griechische Staatsfernsehen ERT. Der Ball gehörte demnach Kindern einer Familie, die auf Lemnos Urlaub machte. Das Spielzeug war in der Meeresströmung verloren gegangen. Kassandras Bürgermeisterin Anastasia Halkija teilte auf Facebook ein Foto von dem Ball, der dem 30-Jährigen das Leben rettete.

Die drei Freunde feierten auf dem Halbinsel Chalkidiki seinen 30. Geburtstag. Im Übermut waren die drei ins Wasser gesprungen, aber die Wellen und der starke Wind zog sie ins offene Meer hinaus. Die Suche nach dem dritten Vermissten geht weiter. „Ich hoffe, dass der dritte Junge ganz schnell lebend gefunden“, schreibt die Bürgermeisterin.

Hier ist der Ball, der dem 30-Jährigen das Leben rettete. Kassandras Bürgermeisterin Anastasia Halkia postet die Fotos auf Facebook.
Hier ist der Ball, der dem 30-Jährigen das Leben rettete. Kassandras Bürgermeisterin Anastasia Halkia postet die Fotos auf Facebook. © Screenshot Facebook/ Anastasia Halkia

Heftige Unwetter in Griechenland: Vermisster Urlauber nach 19 Stunden aus dem Meer gerettet

Update vom 10. Juli, 14.14 Uhr: Seit Samstag waren zwei Urlauber in der Ägäis vermisst. Einer der beiden vermissten jungen Männer wurde jetzt nach 19 Stunden aus dem Meer gerettet. Ein vorbeifahrender Frachter entdeckte den Mann am Sonntag 14 Seemeilen vor der griechischen Halbinsel Chalkidiki im offenen Meer. Der Tourist aus Nordmazedonien war zusammen mit zwei Freunden bei starkem Wind und Wellen schwimmen gegangen, wie das griechische Staatsfernsehen ERT unter Berufung auf die Küstenwache berichtete (siehe auch Erstmeldung).

Die Wellen und die Strömung hätten die drei jungen Männer ins offene Meer getrieben. Der Gerettete habe dann 19 Stunden lang im Meer geschwommen. Ein Urlauber wird noch vermisst, eine umfangreiche Suchaktion dauerte am Sonntagnachmittag an. Ein Surfer hatte den dritten Schwimmer entdeckt und ihn am Samstag in Sicherheit gebracht, berichtete das Staatsfernsehen weiter. Wie die Küstenwache am Sonntag mitteilt, wurde der 25-Jährige bereits am Samstag unverletzt in eine Klinik gebracht.

Griechenland: Die Küstenwache (Foto) und Freiwillige suchen weiter nach einem Vermissten im Meer vor Chalkidiki.
Griechenland: Die Küstenwache (Foto) und Freiwillige suchen weiter nach einem Vermissten im Meer vor Chalkidiki. © www.hcg.gr/

Heftige Unwetter in Griechenland: Urlaubsinseln überflutet – Touristen ins offene Meer getrieben

Erstmeldung vom 10. Juli 2022: Athen – Hohe Wellen und starker Wind – trotzdem gingen drei Urlauber in Griechenland schwimmen. Starke Strömung hätte die drei Männer ins offene Meer getrieben, sagte ein Sprecher der Küstenwache am Sonntag im staatlichen Rundfunk www.ertnews.gr. Einer der jungen Männer konnte Medienberichten zufolge noch am Samstag vor der griechischen Ferien-Halbinsel Chalkidiki gerettet werden. Zwei Touristen im Alter von 29 und 30 Jahren werden aber noch vermisst. Die drei Freunde waren auf einer Geburtstagsfeier, sie hätten Alkohol getrunken und das schlechte Wetter ignoriert, heißt es.

Unwetter in Griechenland: Zwei Urlauber im Meer vermisst

Nach den beiden Vermissten wird auch am Sonntag weiter gesucht. Küstenwache und ein Hubschrauber sowie vorbeifahrende Schiffe, Fischer und Freiwillige in der Region halten nach den Vermissten Ausschau.

Unwetter in Griechenland: Urlaubsinseln besonders betroffen

Starke Unwetter mit Wind, Hagel und sintflutartigen Regenfällen wüteten in den vergangenen Tagen in weiten Teilen Griechenlands. Auf den Urlaubsinseln Thasos und Skyros gab es Überschwemmungen, Autos wurden weggespült, Keller und Erdgeschosse liefen voll mit Wasser. Auf der Insel Skyros stürzten Brücken ein, Straßen mussten wegen Erdrutschen gesperrt werden, berichtet der staatliche Rundfunk ERT. Strandhäuser, Geschäfte und Straßen wurden überflutet. Laut ERT forderte der Bürgermeister von Skyros den Ausnahmezustand in der Gemeinde zu verhängen. Vier Brücken seien zwar durch die Wassermassen beschädigt, doch die Straßennetze würden funktionieren, erklärte der Bürgermeister. Der Zugang zu zwei Stränden sei jedoch vorübergehend gesperrt.

Auch in Athen und auf Kreta regnete es die ganze Nacht durch. Auf Videos in den sozialen Netzwerken ist die Hafenstadt Rethymno im Norden Kretas völlig überschwemmt.

Griechenland: Starke Regenfälle nach Hitze und Trockenheit

Viele Einwohner hießen die starken Regenfälle jedoch auch willkommen. In Griechenland hatte die Waldbrandgefahr zuletzt stark zugenommen, nachdem es längere Zeit sehr heiß und trocken war. Am vergangenen Donnerstag hatte die Feuerwehr 378 Waldbrände binnen sieben Tagen gemeldet. Nach den Unwettern ist die Brandgefahr den Behörden zufolge vorerst nur noch gering. In Kroatien löste dagegen ein Waldbrand nahe Pula Panik unter einigen Bewohnern aus. Auch in Italien bei Rom kämpften Einsatzkräfte der Feuerwehr gegen Flammen. (ml mit Material der dpa)

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