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Die nur 15 Monate ältere Schwester des krebskranken Beckett ist immer für ihren Bruder da.

Leukämie trifft die ganze Familie

„Es wird schwerfallen, das zu sehen“: Mutter postet bewegendes Bild ihres krebskranken Sohnes (4) 

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Der 4-jährige Beckett leidet an Leukämie. Seine Mutter postet auf Facebook ein berührendes Bild, das den krebskranken Jungen mit seiner Schwester zeigt.

Es war ein Schock, als die Familie des heute 4-jährigen Beckett im April 2018 von seiner Krebserkrankung erfuhr. Leukämie - das bedeutete Chemotherapie, unzählige Krankenhausaufenthalte, Spritzen, ... Doch was macht eine solche Diagnose eigentlich mit den Eltern, mit den Geschwistern? 

Krebs bei Kindern: Die ganze Familie leidet unter der Leukämie

Eine Ahnung davon bekommt man, wenn man sich den Facebook-Post von Kaitlin Burge ansieht. Auf dem Bild ist zu sehen, wie sich der sichtlich geschwächte Beckett über eine Kloschüssel beugt. Seine ältere Schwester steht neben ihm, streichelt ihm sanft den Rücken. Die dreifache Mutter Kaitlin schreibt dazu: „Einigen wird es schwerfallen, das zu sehen und zu lesen. Meine beiden Kinder, 15 Monate auseinander, wechselten vom gemeinsamen Spielen in der Schule und zu Hause in ein kaltes Krankenhauszimmer.“ 

Krebs bei Kindern: Leukämie traumatisiert auch Becketts Schwester

Kaitlin beschreibt weiter, wie grauenhaft es ist, mitansehen zu müssen, wie Becketts damals vierjährige Schwester Aubrey von diesen Erfahrungen traumatisiert wird: „Sie hat mitangesehen, wie ihm ein Dutzend Ärzte eine Maske aufsetzten, wie sie ihn mit Nadeln stachen, wie sie zig Medikamente durch seinen Körper jagten, all das, während er hilflos dalag. Sie wusste nicht wirklich, was da genau passierte. Sie wusste nur, dass irgendwas nicht stimmte mit ihrem Bruder, ihrem besten Freund.“

Lesen Sie dazu: Auch die kleine Mathilda aus dem Landkreis Freising erkrankte 2015 an Leukämie. Damals war sie drei Jahre alt. Nun haben ihre Eltern in einem rührenden Brief ihren Dank an alle Helfer ausgesprochen. Für Mathilda gibt es Hoffnung.

Aubrey erlebt Veränderung ihres Bruders durch die Leukämie

Es muss für Aubrey verwirrend gewesen zu sein, zu erleben, wie ihr „lebenslustiger, energiegeladener und aufgeweckter kleiner Bruder“ sich in einen „stillen, kranken und sehr müden kleinen Jungen“ verwandelte. „Sie verstand nicht, warum er vor dem Ganzen gehen, jetzt aber kaum ohne Unterstützung stehen konnte. Sie verstand die ganzen verschiedenen Therapien nicht, denen er sich unterziehen musste, um wieder zu Kräften zu kommen. Für sie war es etwas Besonders, was er machen musste, was sie nicht durfte.“ Alles, was sie davor zusammen gemacht hatten, war nun nicht mehr möglich. 

Das Leben mit Krebs ist ein Leben zwischen Hoffen und Bangen. Denn es gibt durchaus Forschungen, die Hoffnung machen, dass der Krebs in ein paar Jahren besiegt sein wird. Bislang gibt es für Leukämiekranke auch die Möglichkeit einer Stammzellspende, die laut merkur.de* auch Lucas aus München dringend braucht. Eine Heilung ist dann aber noch nicht garantiert.

Darum lassen die Eltern Aubrey an Becketts Krebserkrankung so intensiv teilhaben

Doch warum lassen die Eltern zu, dass Aubrey all das so intensiv erlebt? Warum nehmen sie sie mit ins Krankenhaus? Dafür liefert Kaitlin in ihrem Post die Erklärung: Kinder brauchen Unterstützung und müssen Gemeinschaft erleben. Man sollte sie nicht fernhalten von einer kranken Person. Das Wichtigste ist, ihnen zu zeigen, dass man sich um sie kümmert. Ganz egal, was gerade passiert. Auch der kleine Benni aus Ottenhofen kämpft seit drei Jahren gegen die Leukämie, wie merkur.de* berichtet.

Beckett leidet an Leukämie - seine Schwester ist immer für ihn da

Doch trotz all dieser Dinge, hätte ihre Tochter immer zu ihrem Bruder gehalten: „Sie verbrachte so viel Zeit wie nötig neben ihm im Badezimmer, wenn ihm schlecht war. Sie wich ihm nicht von der Seite. Sie half ihm und sorgte sich um ihn, ganz egal in welcher Situation. Heute stehen sie sich noch näher. Sie ist immer für ihn da.“ Und dann folgt die Beschreibung dessen, was auf dem Bild zu sehen ist: „Die Übelkeit, die mitten im Spiel auftritt. Das Aufwachen, weil er sich übergeben muss. Sie steht neben ihrem Bruder und streichelt seinen Rücken, während es ihm schlecht geht.“ Kaitlin schließt mit den Worten: „So ist Krebs bei Kindern. Nimm es hin oder lass es.“

Mit ihrem bewegenden Post will Kaitlin darauf aufmerksam machen, dass Krebs bei Kindern großes Leid über die ganze Familie bringt. Und, dass es nicht nur für das kranke Kind selbst schwer ist. Auch die Eltern und Geschwister müssen stark sein - und stehen doch gleichzeitig hilflos daneben, wenn der Krebs zuschlägt. 

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an Krebs erkrankt ist.

Video: Akute Leukämie - Symptome, Therapie und Heilungschancen

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