Kontrolleur würgt am Boden liegenden Mann
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Schlimme Szene an einer Haltebahnstelle in Leipzig: Ein Kontrolleur würgt einen Fahrgast.

Kontrolle eskaliert

Leipziger Ticket-Kontrolleur würgt Fahrgast: „Hören Sie auf, er stirbt“ - Verkehrsbetrieb entschuldigt sich

  • Judith Braun
    vonJudith Braun
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Heftige Szenen sind auf einem Video aus Leipzig zu sehen: Ein Straßenbahn-Kontrolleur würgt einen Fahrgast an einer Haltestelle. Zeugen sind entsetzt. Nun hat der Verkehrsbetrieb reagiert.

  • Schockierende Szenen an einer Haltestelle in Leipzig.
  • Ein Ticket-Kontrolleur hält einen am Boden liegenden Mann im Würgegriff.
  • Mittlerweile wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben sich zu dem Vorfall geäußert (siehe Update vom 19. Juli, 13.47 Uhr).

Update vom 19. Juli, 13.38 Uhr: Nach einer Auseinandersetzung vor einer Straßenbahn in Leipzig, bei der ein Fahrkartenkontrolleur einen 28-jährigen Australier gewürgt haben soll, werden die Ermittlungen in der kommenden Woche fortgesetzt. Unter anderem wird gegen den Kontrolleur wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung ermittelt. Dies erfolge in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, kündigte die Polizei an. Die Staatsanwaltschaft hatte das Tatgeschehen „als Anfangsverdacht einer gefährlichen Körperverletzung“ bewertet, teilte die Polizei weiter mit.

Leipzig: Ticket-Kontrolleur hält Mann offenbar im Würgegriff - Verkehrsbetrieb entschuldigt sich

Laut Polizei sind Strafanzeigen unter anderem wegen wechselseitiger Körperverletzung, des Erschleichens von Leistungen sowie des Diebstahls eines Fahrausweiskontrollgeräts aufgenommen worden. Neben Zeugenaussagen fließe auch die Auswertung von Videoaufnahmen in die Ermittlungen ein. Noch am Samstag gaben die Verkehrsbetriebe in Leipzig bekannt, dass bis auf weiteres „der Fahrausweisprüfer sowie das betroffene Team vom Dienst freigestellt worden“ sind. Der Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe, Ulf Middelberg teilte weiter mit: „Wir bedauern den Vorfall und die gewalttätige Kurzschlussreaktion gegenüber dem Fahrgast. Dafür bitten wir um Entschuldigung.“

Update vom 18. Juli, 13.55 Uhr: Nach den erschreckenden Szenen aus Leipzig, die einen Straßenbahnkontrolleur zeigen, wie er einen Mann würgt, hat sich ein Sprecher der Polizei Sachsen in einer Pressemeldung geäußert. Der Vorfall habe sich am Donnerstagabend (16. Juli) gegen 17.45 Uhr ereignet.

Nach schockierenden Szenen in Leipzig: Polizei untersucht den Tathergang

Wie folgt beschreibt die Polizei den Tathergang: „Ein Mann (28, australisch) und eine Frau (27, isländisch) wurden in einer Straßenbahn durch zwei Fahrausweisprüfer kontrolliert. Sie besaßen keine gültigen Fahrscheine. Zudem war die Identität vor Ort nicht ermittelbar. An der Haltestelle „Waldplatz“ stiegen die Beteiligten aus. Dort kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem 28-Jährigen und einem der Kontrolleure (m, 56, deutsch), in deren Folge der 56-Jährige den 28-Jährigen am Boden liegend mit seinem Arm am Hals umklammerte.“

Um den genauen Ablauf des Vorfalls zu klären, will die Polizei laut eigenen Angaben sowohl Zeugenaussagen als auch Videoauswertungen heranziehen. Ein Video der Auseinandersetzung wurde auf Twitter veröffentlicht (siehe Erstmeldung).

Straßenbahnrangelei in Leipzig: Zwei Notrufe erreichen die Polizei

Zwei Notrufe gingen bei der Polizei ein. Einer vonseiten der Fahrgastkontrolleure, die die Schwarzfahrer meldeten und angaben, die Fahrgäste hätten die Kontrolleure angegriffen. Einen weiteren Notruf setzte ein Zeuge ab, der die Unterstützung von Polizei und Rettungsdienst verlangte, da ein Fahrgastprüfer einen Man würgte.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie mehrere Personen voneinander getrennt und ruhig auf die Polizei wartend vor. Verletzt wurde niemand. Mehrere Strafanzeigen wurden erstattet, unter anderem wegen wechselseitiger Körperverletzung, wegen des Erschleichens von Leistungen sowie des Diebstahls eines Fahrausweiskontrollgerätes, so der Polizeisprecher.

Die Leipziger Verkehrsbetriebe, die durch den Vorfall ihres Ticket-Kontrolleurs in die Kritik geraten sind, gaben an, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. „Eine solche Eskalation, wie es die Bilder zeigen, überschreitet eine rote Linie und ist für uns in keiner Form akzeptabel. Unser Selbstverständnis und unsere Unternehmenswerte schließen Gewalt aus“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Verstörendes Video aus Leipzig: Fahrgastprüfer würgt Mann

Erstmeldung vom 18. Juli, 8.39 Uhr:

Leipzig - Schockierende Szenen an einer Straßenbahnhaltestelle in Leipzig: Mehrere Minuten soll ein Ticket-Kontrolleur einen am Boden liegenden Fahrgast im Würgegriff gehalten haben, wie ein Video zeigt. Die Aufnahme hat das Stadtmagazin Kreuzer verbreitet. Zwei Mitarbeiter wurden demnach Zeugen des Vorfalls.

Mehrere Passanten sollen auf den Kontrolleur eingeredet haben. Dieser lies jedoch offenbar erst von dem Mann ab, als auch sein Kollege beschwichtigend eingriff. 

Video aus Leipzig: Straßenbahn-Kontrolleur würgt Fahrgast - „Hören Sie auf, er stirbt“

„Sie können dem nicht den Hals zu drücken, hören sie sofort auf!“, hört man einen Mann im Video sagen. Und weiter: „Er hört auf, sich zu bewegen! Hören Sie auf jetzt, hören Sie auf, er stirbt!“

Kurze Zeit später trafen Polizisten vor Ort ein. „Wir wurden im Zuge einer Fahrausweisprüfung gerufen, da es einen renitenten Fahrgast gegeben haben soll“, erklärte Polizeisprecher Olaf Hoppe. Die Fahrkartenkontrolle sei eskaliert. 

Leipzig: Schockierendes Video aufgetaucht - „Solche Eskalation, wie es die Bilder zeigen ...“

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) nahmen gegenüber Bild Stellung: „Der Mitarbeiter ist mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Eine solche Eskalation, wie es die Bilder zeigen, ist für uns nicht akzeptabel. Mehr können wir derzeit nicht sagen“.

In der Kathedrale von Nantes ist ein Feuer ausgebrochen. Videos zeigen das Flammenmeer. Nachdem zweiLondoner Polizisten einen schwarzen Mann gewaltsam festgenommen haben, hat die Behörde Konsequenzen gezogen. Ein Video zeigt die erschreckende Szene. (jbr)

Einen Bus mit 20 Insassen hat ein bewaffneter Mann in der Ukraine in seine Gewalt gebracht.

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