Eine elektromikroskopische Aufnahme des Coronavirus Sars-CoV-2.
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Die südamerikanische Lambda-Variante wird auch als C.37 bezeichnet. (Symbolfoto)

Pandemie

Corona: Lambda-Variante wohl in Europa angekommen - Was bis jetzt bekannt ist

  • VonSebastian Schmidt
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In Südamerika ist die Lambda-Variante schon weit verbreitet, jetzt ist sie offenbar auch in Europa angekommen. WHO und RKI haben die Mutation im Blick.

Peru – In Südamerika breitet sich gerade eine weitere Corona-Variante aus: Lambda. Während in Deutschland Geschäfte und Gastronomie ihre Türen öffnen, das normale Leben wieder langsam an Fahrt gewinnt, trüben Nachrichten über solche Corona-Varianten immer wieder die Stimmung. Schuld daran hat vor allem der Blick nach Großbritannien. Denn das Land galt lange als Musterknabe, was den Impffortschritt angeht, und nimmt jetzt trotzdem einen traurigen Spitzenplatz ein: Die Inzidenzen sind explodiert, Großbritannien hat in Europa den höchsten Sieben-Tage-Wert.

Das soll vor allem an der Delta-Variante und ihrer höheren Übertragbarkeit liegen. Über die Lambda-Variante in Südamerika ist noch nicht allzu viel bekannt, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Robert-Koch-Institu (RKI) haben sie aber bereits auf dem Radar. Nun wird sie verdächtigt, für mehrere Fälle in Spanien verantwortlich zu sein.

Corona: Lambda-Variante in Südamerika entdeckt

Erstmalig nachgewiesen wurde die Lambda-Variante laut RKI bereits im August 2020 in Peru. Mittlerweile ist sie dort die am weitesten verbreitete Variante. Wie die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf die WHO berichtet, werden in Peru seit April 81 Prozent aller untersuchten Corona-Fälle der Lambda-Variante zugerechnet.

In den Nachbarländern Argentinien und Chile seien es ein Drittel aller Fälle. Ob die Lambda-Variante besonders gefährlich sei, könne im Moment aber noch nicht gesagt werden. Die Variante könnte ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, belastbare Studien lägen aber noch nicht vor.

Corona: Lambda-Variante eine von vielen Beobachtungsfällen

Die WHO stuft das Virus im Moment deswegen in die Kategorie VOI. Das steht für „variants of interest“, also Varianten von Interesse. Das sind laut RKI Varianten, die „Mutationen aufweisen, welche mit einer erhöhten Übertragbarkeit und/oder veränderter Immunantwort assoziiert sind.“ Eine größere Gefährlichkeit wird bei diesen also nur vermutet. Wäre man sich sicherer, würden sie bei den VOCs eingeordnet werden. Das steht für „variants of concern“, also besorgniserregende Varianten, wozu im Moment nur die Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Varianten gehören.

Die VOI-Liste ist da länger: Neben Lambda führt das RKI (Stand 30.06.2021) noch zwölf weitere Varianten auf der Beobachtungsliste. Davon sind sechs auch Beobachtungskandidaten der WHO und sechs weitere im Moment spezifisch für Deutschland vom RKI unter Beobachtung.

Corona: Weitere Namen der Lambda-Variante

Bisweilen ist die Benennung der Varianten verwirrend. Das liegt daran, dass bisher drei unterschiedliche Namensgebungsverfahren angewendet wurden. Zeitweise wurden die Varianten einfach nach ihrer Herkunft benannt, so hieß die Delta-Variante lange Zeit indische Variante.

nach WHOnach Pangolinnach Herkunft
AlphaB.1.1.7 Britische Variante
BetaB.1.351 Südafrikanische Variante
GammaP1 oder B.1.1.28.1Brasilianische Variante
DeltaB.1.617.2Indische Variante
.........
LambdaC.37Südamerikanische Variante

Daneben gibt es die Bezeichnung nach Pangolin. Bei Pangolin handelt es sich um eine Software mit der unterschiedliche genetische Linien von Viren verfolgt werden, und die eigene Namen für diese Linien erzeugt. Mittlerweile werden die Varianten des Corona-Virus aber, auf einen Beschluss der WHO hin, nach Buchstaben aus dem griechischen Alphabet benannt. 

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