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Lage entspannt sich

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Lienz/Klagenfurt(dpa). Nach den Unwettertagen hat sich die Lage in Österreich vielerorts entspannt - komplett gebannt war die Gefahr aber noch nicht. Auch am Dienstag drohten in Oberkärnten und Osttirol Lawinen in die Täler zu krachen, zahlreiche Hänge rutschten tatsächlich ab. Die günstige Wettersituation konnte am Vormittag aber auch schon für Aufräumarbeiten genutzt werden.

In Osttirol krachte eine Schlammlawine in der Nacht auf Dienstag in zwei Häuser. Die beiden Gebäude mussten evakuiert werden, verletzt wurde niemand. Die Bewohner wurden bei Verwandten untergebracht, teilte die Polizei mit. Weil eine Trinkwasserquelle verunreinigt wurde, wurde die Bevölkerung in Bad Kleinkirchheim (Kärnten) dazu aufgerufen, das Trinkwasser sicherheitshalber abzukochen. Insgesamt normalisierte sich die Lage in den meisten von den Unwettern zuletzt stark betroffenen Gebieten aber merklich. In den österreichischen Teilen Tirols ging die Lawinengefahr zurück, auch einige Straßensperren konnten landesweit aufgehoben werden. "Die Niederschlagsfront, die seit Dienstagnacht über Kärnten hinwegzieht, sollte zu keiner wesentlichen Erhöhung der derzeitigen Spitzenabflüsse beziehungsweise der Wasserstände führen", sagte Johannes Moser vom Hydrografischen Dienst Kärnten.

Im Salzburger Land nutzten die Einsatzkräfte die gute Witterung am Dienstagvormittag für Aufräumarbeiten. Alleine im Gasteinertal und im Raurisertal seien jeweils Hunderte abgerutschte Hänge gesichtet worden, berichtete die APA. "Wir schauen, dass zunächst die wichtigste Infrastruktur wiederhergestellt und die evakuierten Häuser wieder bewohnt werden können", sagte demnach Katastrophenreferent Norbert Paßrucker.

Dass die vergangenen Tage für die Einsatzkräfte in Österreich ein Kraftakt waren, verdeutlichten Zahlen aus Kärnten. Bis Dienstag halfen hier 9500 freiwillige Helfer der Feuerwehren bei mehr als 1200 Einsätzen. Das Land Tirol geht nach ersten Schätzungen bereits von zehn Millionen Euro Schaden durch die Unwetter der vergangenen Tage aus. Derzeit gäbe es eine Entspannung, "wir müssen aber weiterhin auf der Hut sein", sagte Landeschef Günther Platter bei einer Pressekonferenz.

(dpa). Ein Dreijähriger mit Blinddarmdurchbruch ist aus einem völlig verschneiten Ort in Österreich ausgeflogen worden. Wie die "Kleine Zeitung" berichtete, gelang der Hubschrauber-Crew mit Nachtsichtbrillen die Landung in Heiligenblut am Großglockner. Zuvor hätten die Dorfbewohner geholfen, einen Landeplatz vorzubereiten, berichtete der ORF-Sender "Ö3". Der Junge wurde ins Klinikum Klagenfurt gebracht. "Der Zustand des Burschen ist stabil und er wird kinderchirurgisch versorgt", sagte eine Klinikum-Sprecherin.

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