Die junge spanische Kronprinzessin Leonor übernimmt immer mehr offizielle Aufgaben und hat anlässlich der Verleihung der renommierten Prinzessin-von-Asturien-Preise in Oviedo erstmals eine öffentliche Rede gehalten.
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Die junge spanische Kronprinzessin Leonor übernimmt immer mehr offizielle Aufgaben und hat anlässlich der Verleihung der renommierten Prinzessin-von-Asturien-Preise in Oviedo erstmals eine öffentliche Rede gehalten.

Kronprinzessin tritt ins Rampenlicht

  • vonDPA
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Spaniens Monarchie wird in Zukunft - erstmals seit Langem - wieder von einer Frau geführt. Bisher konnte Thronfolgerin Leonor relativ abgeschirmt aufwachsen. Jetzt kommt sie ins Jugendlichenalter, und die offiziellen Termine werden häufiger. Der nächste wird nicht leicht.

Die unbeschwerten und weitgehend fern der Öffentlichkeit verlebten Kindertage gehen für Spaniens Kronprinzessin Leonor dem Ende zu. Ein deutliches Indiz: Die Klatschmagazine stürzen sich zunehmend auf die junge Thronfolgerin und beäugen kritisch jedes Outfit und jede kleinste Veränderung im Auftreten. Am Donnerstag wird die künftige Königin 14 Jahre alt - und wächst langsam in ihre Rolle hinein.

Dass Leonor überhaupt Regentin wird, ist eine Neuheit in Spanien. Bisher waren die männlichen Nachfahren laut Artikel 57 der Verfassung automatisch Thronfolger - so wie der Vater Felipe VI., der mit Elena und Cristina noch zwei ältere Schwestern hat. Als Leonor 2005 zur Welt kam, waren sich aber Königshaus und Politiker einig, dass die Regel abgeschafft werden soll. Leonor, die mit der im April 2007 geborenen Sofia noch eine jüngere Schwester hat, wird also in jedem Fall Monarchin, selbst wenn sie noch einen Bruder bekommen sollte. Offiziell wurde die Verfassung aber noch immer nicht geändert.

Aber zurück zu Leonors Debüts als Kronprinzessin: Erstmals hörte Spanien ihre Stimme im Oktober 2018 öffentlich, als sie nämlich an ihrem 13. Geburtstag einige Sätze aus der spanischen Verfassung vorlas. Schon damals wirkte sie ruhig und konzentriert, wenn auch - vor allem äußerlich - kindlicher als heute.

Ihre Ansprache anlässlich der Verleihung der renommierten Prinzessin-von-Asturien-Preise in Oviedo wurde Mitte Oktober mit noch größerer Spannung erwartet und live im staatlichen Fernsehen übertragen - denn wenn eine Kronprinzessin ins Rampenlicht tritt, macht das auch im in einigen Landesteilen arg monarchieverdrossenen Spanien noch Schlagzeilen. Die Charme-Offensive der Royals gelingt - es gab viel Lob für den glänzenden Auftritt der Juniorchefin, die sich voller Tatendrang und Reife präsentierte.

"Mit sicherer und klarer Stimme hat sie die Rede mit Pausen und Intonationen versehen", lobte die Zeitung "La Vanguardia". Einige Sätze sagte sie sogar in perfektem Englisch: ein Resultat der Sommerferien, die Leonor und Sofia nun bereits zweimal mit Kindern aus aller Herren Länder in einem Camp in den USA verbringen durften. Die Royals lächelten stolz und beglückwünschten ihre Tochter anschließend.

Felipe (51) und Letizia (47) führen mit ihren Töchtern ein relativ normales Dasein, unauffällig und skandalfrei. Dennoch: Unter der Heile-Welt-Oberfläche, die das junge und moderne Haus Bourbón repräsentiert, brodelt es. Im Mittelpunkt steht die katalanische Unabhängigkeitsbewegung, die vehement für eine Abspaltung der Region von Spanien eintritt und dem Königshaus skeptisch, ja geradezu feindselig gegenübersteht.

Krasser hätte die Diskrepanz nicht sein können: Während das Fernsehen Leonors Rede aus dem eleganten Teatro Campoamor in Oviedo übertrug und die Monarchie ihr schönstes Gesicht aufsetzte, waren gleichzeitig in einer Ecke der TV-Schirme Aufnahmen von Hunderttausenden Unabhängigkeitsbefürwortern und Straßenschlachten in Barcelona zu sehen.

Schon bald muss sich auch Leonor dieser Realität stellen: Am 4. und 5. November reist sie anlässlich des Prinzessin-von-Girona-Preises zu ihrem Antrittsbesuch nach Barcelona. Dort wird ihre Familie vermutlich weniger begeistert empfangen als in Asturien. Da kommt der Rat, den der Vater seiner Kronprinzessin in Oviedo mit auf den Weg gab, gerade recht: "Die Verpflichtung, Spanien und allen Spaniern zu dienen, muss dein größter Stolz und deine größte Ehre sein." Mut und Tapferkeit seien gefragt - und die wird Leonor auch brauchen.

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