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Münchner nach Gardasee-Unfall festgenommen: Neue Infos - so kam es zum „Treffpunkt“ am Brenner

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Von: Felix Durach

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Die italienische Polizei hat einen 52-jährigen Deutschen am Brennerpass festgenommen. Er soll für den Motorbootunfall am Gardasee verantwortlich sein, bei dem zwei Menschen starben.

Update vom 5. Juli, 13.18 Uhr: Der 52-jährige Münchner, der in der Nacht zum Montag an der österreichisch-italienischen Grenze festgenommen wurde, stellte sich in Absprache mit den deutschen und italienischen Behörden freiwillig der italienischen Polizei, wie die Anwaltskanzlei des Verdächtigen gegenüber der tz* bestätigt. „Er wollte sich zu keinem Zeitpunkt dem Verfahren entziehen.“

Nachdem die Staatsanwaltschaft in Brescia einen europäischen Haftbefehl erlassen hatte, wendete sich der 52-Jährige demnach umgehend an seine Anwaltskanzlei in München. Diese setzte sich wiederum mit den zuständigen italienischen Behörden in Verbindung und koordinierte das weitere Vorgehen. In der Nacht zum Montag war der Verdächtige dann „in Begleitung seiner Ehefrau“ zum Grenzübergang am Brenner gefahren. Dort wurde er wie vereinbart von seinem italienischen Anwalt, sowie der Polizei erwartet und festgenommen. Seitdem befindet der Münchner sich in Untersuchungshaft in Brescia.

Nach tödlichem Motorbootunfall am Gardasee: Münchner am Brenner festgenommen

Originalmeldung vom 5. Juli:

Bozen - Knapp zwei Wochen nach dem schweren Motorbootunfall auf dem Gardasee, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, hat die italienische Polizei einen der zwei Deutschen festgenommen, die für den Unfall verantwortlich sein sollen. Dabei handelt es sich um einen 52-Jährigen aus München, der das Motorboot gesteuert haben soll. Der Verdächtige wurde am Brennerpass festgenommen.

Gardasee: Münchner nach tödlichem Motorbootunfall am Brenner festgenommen

Nachdem der 52-Jährige nach dem Vorfall Italien schon wieder verlassen hatte, entschied er sich freiwillig zu einer Rückkehr. Wie ein Sprecher seines Anwaltsbüros gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, hat sich der Münchner am österreichisch-italienischen Grenzübergang Brenner in der Nacht zum Montag der Polizei gestellt. Momentan befinde der 52-Jährige sich in Brescia (Lombardei) in Untersuchungshaft. Zuvor hatten die zuständigen italienischen Behörden einen Europäischen Haftbefehl gegen den Münchner beantragt. Ein Gericht in München hat die von der Staatsanwaltschaft Brescia angeordnete Festnahme bereits bestätigt, wie Corriere della Sera berichtet

Der 52-Jährige war mit einem Begleiter in der Nacht zum 20. Juni mit einem Motorboot auf dem Gardasee unterwegs gewesen, als sie nach aktuellem Ermittlungsstand ein Holzboot rammten und überfuhren. Dabei kamen die beiden Insassen des Holzbootes, eine 25-Jährige und ein 37-Jähriger aus Italien, ums Leben. Die Verdächtigen sollen ihre Fahrt danach einfach fortgesetzt haben. Später sollen sie ausgesagt haben, die Kollision nicht bemerkt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung.

Motorbootunfall am Gardasee: Münchner festgenommen - Aufsehen um Brief an die Hinterbliebenen

Für Aufsehen sorgte zuletzt auch ein Brief, den die zwei Deutschen an die Familien der Todesopfer geschrieben* haben. Wie ein Anwalt der Hinterbliebenen bestätigte, soll dieser bei den Familien jedoch vor allem auf Ablehnung und Wut gestoßen sein, da sie diesen nicht für aufrichtig hielten und er unter anderem nicht einmal von den beiden Verdächtigen unterschrieben worden war. (fd) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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