Bei Corona-Impfungen mit Biontech und Moderna tritt der sogenannte Covid-Arm auf, bei Astrazeneca nicht. (Symbolfoto)
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Bei Corona-Impfungen mit Biontech und Moderna tritt der sogenannte Covid-Arm auf, bei Astrazeneca nicht. (Symbolfoto)

Impfreaktionen

Nebenwirkung „Covid-Arm“ nach Corona-Impfung: Betroffene Impfstoffe, Symptome, Dauer

  • vonLena Karber
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Bei Corona-Impfungen mit Biontech und Moderna tritt die Nebenwirkung auf, bei Astrazeneca nicht: Was hat es mit den verzögerten Hautreaktionen des Covid-Arms auf sich?

Seit die Corona-Impfungen in Deutschland Ende Dezember 2020 gestartet sind, reißen die Diskussionen um Nebenwirkungen und Impfreaktionen nicht ab. Insbesondere der Impfstoff von Astrazeneca stand dabei zuletzt immer wieder im Fokus, das Image besserte sich nur kurzzeitig. Allerdings macht nun ein Impf-Phänomen Schlagzeilen, das bei einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen auftreten kann: der sogenannte Covid-Arm. Was hat es sich damit auf sich?

Hinter der Bezeichnung „Covid-Arm“ verbirgt sich eine Reaktion an der Einstichstelle am Oberarm, die wohl erst einige Tage nach der Impfung auftritt. Bekannt ist diese unerwünschte Nebenwirkung schon länger, doch in der Öffentlichkeit war das Wissen um dieses Impf-Phänomen bislang wenig verbreitet.

Corona-Impfung: Nebenwirkung „Covid Arm“ tritt nicht nur bei Moderna-Impfstoff auf

Der Begriff „Covid Arm“ taucht vor allem in den USA und in Kanada auf. Zunächst war in den Medien häufig auch vom sogenannten Moderna Arm die Rede, doch mittlerweile ist klar: Auch der Impfstoff von Biontech/Pfizer kann diesen Effekt hervorrufen. (Lesen Sie auch: Corona-Impfung - Weitverbreitete Arzneimittel können Impfschutz senken)

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das wöchentlich Sicherheitsberichte zu den in Deutschland eingesetzten Covid-19-Impfstoffen veröffentlicht, geht in seinem Bericht nun auch auf den „Covid Arm“ ein. Der Grund: Zuletzt wurden dem Institut nach eigenen Angaben „wiederholt Fälle verzögerter Lokalreaktion einschließlich verzögerter Hautreaktionen“ gemeldet.

Corona-Impfung: Symptome und Merkmale der Nebenwirkung

Doch wie äußert sich ein „Covid Arm“ genau? Das Paul-Ehrlich-Institut beschreibt die Merkmale und Symptome wie folgt:

  • Es handelt sich um eine verzögerte Lokalreaktion einschließlich verzögerter Hautreaktionen.
  • Das Phänomen des „Covid Arms“ wurde sowohl nach Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff Moderna als auch mit Comirnaty von Biontech/Pfizer gemeldet.
  • Der „Covid Arm“ kann etwa eine Woche nach der Impfung auftreten.
  • Der „Covid Arm“ ist meist durch eine gut abgrenzbare Hautrötung und Schwellung am geimpften Arm gekennzeichnet.
  • In einigen Fällen kommt es auch zu Schmerzen und/oder Juckreiz.
  • Der Covid Arm ist keine unerwartete Nebenwirkung, die bei der Zulassung der Impfstoffe nicht bekannt war. Laut Paul-Ehrlich-Institut wurde in der klinischen Prüfung der Phase III des COVID-19-Impfstoffs Moderna bereits über verzögerte Lokalreaktionen mit Rötung, Verhärtung, und Spannungsgefühl ab Tag acht nach der Impfung berichtet. „Zum jetzigen Zeitpunkt scheint die Melderate im Vergleich zu den in der Phase-III-Studie mit dem COVID-19-Impfstoff Moderna beobachteten Häufigkeiten nicht erhöht zu sein.“
  • Der „Covid Arm“ tritt offenbar häufiger nach der ersten Impfung auf. In der klinischen Prüfung der Phase III des COVID-19-Impfstoffs Moderna traten Reaktionen bei 0,8 Prozent der Teilnehmer nach der ersten Impfung auf und bei 0,2 Prozent nach der zweiten Impfung.
  • Die Reaktion verschwindet nach einigen Tagen wieder. In der In der klinischen Prüfung der Phase III des COVID-19-Impfstoffs Moderna wurde in Bezug auf die Beschwerden eine Dauer von etwa vier bis fünf Tagen festgestellt.
  • Der genaue Mechanismus der Reaktionen ist laut Paul-Ehrlich-Institut nicht bekannt. Allerdings schreibt das PEI: „Der zeitliche Abstand zur Impfung lässt eine verzögerte kutane Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang mit dem Aufbau des körpereigenen Immunsystems vermuten, die nicht gesundheitsschädlich ist“.
  • Wenn nach der ersten Impfung ein „Covid Arm“ auftritt, hat das keinen Effekt auf die zweite Impfung. „Es gibt keinen Grund, bei den betroffenen Personen die zweite Impfdosis auszusetzen oder zu verzögern“, schreibt das PEI.

(Lena Karber)

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